Schorndorf

Ein Konzept für sauberen Strom in Schorndorf

Solar Faltdach
Stromgewinnung und Schattenspender: Das Solarfaltdach der Firma dhp technology. © dhp technology AG

Auf Parkdecks, Lagerhäusern, Kläranlagen und anderen städtischen Gebäuden könnte schon bald sauberer Strom produziert werden. Dazu soll ein Grundsatzkonzept für mögliche Einsatzmöglichkeiten von Fotovoltaik konzipiert und sollen verschiedene Anlagen geprüft werden. 2021 soll das Grundsatzpapier bei den Stadtwerken erstellt werden, so Oberbürgermeister Matthias Klopfer im Technischen Ausschuss. Vorausgegangen war ein Antrag der grünen Liste Schorndorf: Diese hatte den Bau von flexiblen Solarfaltdächern auf dem Künkelin-Parkdeck und an der Kläranlage in Weiler beantragt.

Anlagen können Strom erzeugen und Schatten spenden

Ob genau die in der Schweiz entwickelten flexiblen Faltdächer in Schorndorf eines Tages realisiert werden, ist noch ungewiss. Zunächst sollen deren Einsatzmöglichkeiten sowie Kosten und Nutzen untersucht werden. Immerhin könnten mit der Anlage quasi zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, da die Faltdächer über einem Parkplatz oder Klärwerk gespannt nicht nur Strom erzeugen, sondern auch Schatten spenden. Allerdings, so Herbert Schuck, Fachbereichsleiter Infrastruktur, müssten die leichten Faltdächer bei Sturm eingefahren werden. Eine ganz andere Frage war, wo das künftige Geschäftsfeld bei der Stadt angesiedelt werden soll. Möglich sind die Stadtwerke und die Stadtentwässerung Schorndorf.

„Wenn die Windkraft hinkt, müssen wir bei Fotovoltaik zulegen“

Mit dem Vorschlag der Verwaltung, eine Grundsatzkonzeption vorzulegen, war Werner Neher, Sprecher der Grünen Liste, einverstanden. Schließlich wolle man nichts Unsinniges installieren, „das muss geprüft werden“. Neher verwies auf Firmen, die die Installation solcher Anlagen mit einem Contractingvertrag übernehmen könnten. Klar ist für ihn: „Wenn die Windkraft bei uns hinkt, müssen wir bei Fotovoltaik zulegen. Die Stadtwerke müssen an den Start.“

Kläranlagen profitieren besonders

Dem Antrag hatte Neher einen Zeitungsartikel aus der Neuen Züricher Zeitung beigelegt. Danach eignen sich Klärwerke besonders gut für die Installation der Systeme, weil Kläranlagen viel Energie benötigten. Dreißig bis fünfzig Prozent ihres Strombedarfs könnten Klärwerkbetreiber mit den Solaranlagen decken. Die Eigenverbrauchsquote liege bei nahezu hundert Prozent, so dass praktisch kein Strom ins Netz geleitet wird. Dazu komme, dass die Verschattung durch die Module die Algenbildung in den Klärbecken hemme. Das senkt den Reinigungsaufwand, und die Mitarbeiter müssen die turnusmäßigen Revisionsarbeiten im Sommer nicht mehr in praller Sonne erledigen.

Gut im Kampf gegen den Klimawandel

Auch in Technischen Ausschuss stieß der Vorschlag eines Konzepts auf Zustimmung. Als einen wichtigen Aspekt im Kampf gegen den Klimawandel sieht CDU-Fraktionsvorsitzender Hermann Beutel die saubere Stromgewinnung. Um die städtischen Gebäude mit Fotovoltaik auszustatten, setzt er auf die Stadtwerke. „Wir sollten sie nächstes Jahr ins Boot holen“, sagte er. Auch Gerald Junginger (FDP/FW) begrüßte die Idee, die er ebenfalls bei den Stadtwerken ansiedelte. „Diese Aufgabe sollte man annehmen“, meinte auch Jürgen Erdmannn (SPD). Der Strom komme gratis von der Sonne: „Diesen Weg sollte man gehen. Wir sollten so viele Flächen wie möglich ausstatten.“

Für die Installation einer Fotovoltaikanlage ist das Klärwerk übrigens bereits vorbereitet. Ob aber irgendwann auf dem von der Grünen Liste vorgeschlagenen Künkelin-Parkdeck sauberer Strom produziert wird, ist zweifelhaft. Nach Angaben von Fachbereichsleiter Herbert Schuck ist das Parkhaus in der Hand von 70 Eigentümern. Die müssten dem Bau der Anlage alle zustimmen.

Auf Parkdecks, Lagerhäusern, Kläranlagen und anderen städtischen Gebäuden könnte schon bald sauberer Strom produziert werden. Dazu soll ein Grundsatzkonzept für mögliche Einsatzmöglichkeiten von Fotovoltaik konzipiert und sollen verschiedene Anlagen geprüft werden. 2021 soll das Grundsatzpapier bei den Stadtwerken erstellt werden, so Oberbürgermeister Matthias Klopfer im Technischen Ausschuss. Vorausgegangen war ein Antrag der grünen Liste Schorndorf: Diese hatte den Bau von flexiblen

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