Schorndorf

Ein neues Wohngebiet am Ortsrand von Unterberken

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Symbolfoto. © Gaby Schneider

Alle reden von Corona, doch auch die Wohnungsnot bleibt ein drängendes Problem. Der Technische Ausschuss hat jetzt den nächsten Schritt zu einem neuen Wohngebiet in Unterberken gemacht. In seiner jüngsten Sitzung hat der Ausschuss die Planung des 8000 Quadratmeter großen Areals am Enzianweg abgesegnet. Am Ortsrand von Unterberken sollen rund 20 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen – vor allem Familien sollen zum Zug kommen.

„Berken braucht Zuwanderung, unser Ziel ist es, wieder über die 1600-Einwohner-Grenze zu kommen“, hatte der Oberberkener Ortsvorsteher Siegbert Doring schon vor einem Jahr im Verwaltungsausschuss gesagt. Nun ist er seinem Wunsch, dass sich zumindest die in der Entwicklung befindlichen kleineren Baugebiete am Irisweg in Oberberken und am Enzianweg in Unterberken realisiert werden, einen Schritt weiter gekommen. Am Irisweg werden dem ersten Entwurf zufolge 32 Wohneinheiten in Einfamilien-, Doppel- und Mehrfamilienhäusern gebaut, am Enzianweg, am Ortsrand von Unterberken, sollen rund 20 Einzel- und Doppelhäuser entstehen. Dadurch soll der stark angespannte Wohnungsmarkt in Schorndorf entlastet werden.

500 Familien suchen einen Bauplatz

Entgegen früherer Prognosen wächst die Bevölkerung auch in Schorndorf kontinuierlich weiter. Aktuell stehen nach Angaben der Stadtverwaltung für die Gesamtstadt mehr als 500 Anfragen Bauwilliger auf der Vormerkliste für Bauplätze. Diese Nachfrage kann nicht gedeckt werden. Auf dem freien Markt sind der Stadtverwaltung zufolge keine Bauplätze verfügbar, die Möglichkeiten der Innenentwicklung sind ausgeschöpft oder nur langfristig zu erreichen. Weil es viel zu wenig Flächen für den Wohnungsbau gibt, stellt das Plangebiet – das letzte in Unterberken – nach Ansicht der Verwaltung eine sinnvolle städtebauliche Abrundung dar.

Auch aus Sicht des Naturschutzes spricht nichts gegen die Bebauung. Laut einer Untersuchung des Büros faktorgrün im März 2019 können geschützte Tierarten wie Fledermäuse, Haselmaus und Reptilien auf dem intensiv bewirtschafteten Acker ausgeschlossen werden. Auch geschützte Vogelarten wie die Feldlerche seien wegen der Nähe zur Bebauung nicht zu erwarten. Zum Schutz von Natur und Landschaft werden im Bebauungsplan wasserdurchlässige Beläge, die Begrünung nicht überbaubarer Grundstücksflächen sowie die Begrünung flach geneigter Dachflächen auf Carports, Garagen und Nebenanlagen festgesetzt. Ausdrücklich ausgeschlossen werden dort auch Stein-, Kies-, Splitt- und Schottergärten. Bei der Bepflanzung setzt die Stadt auf standortgerechte, hochstämmige Obst- und Laubbäume. Flächen mit einem Pflanzgebot müssen „flächig mit heimischen, standortgerechten Laubsträuchern“ bepflanzt werden.

Soll Kirschlorbeer verboten werden?

Im Technischen Ausschuss stieß die Planung auf einhellige Zustimmung. Werner Neher (GLS) freute sich über den „echten Lückenschluss“. Die Fläche sei ein Maisacker und ökologisch nicht besonders wertvoll, betonte er – „es ist in Ordnung“. Friederike Köstlin (Grüne) schlug vor, im Pflanzplan den ökologisch wertlosen Kirschlorbeer ausdrücklich auszuschließen: „Da ist eine Mauer ökologisch wertvoller“, sagte sie. Nach Angaben von Thorsten Donn, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Baurecht, kann die Stadtverwaltung hier allerdings nur begrenzt eingreifen. Zudem könne eine solche Regelung später nur schwer kontrolliert werden.

Innerhalb von fünf Jahren muss gebaut werden

Und auch das wurde festgelegt: Um im neuen Baugebiet unliebsame Baulücken auszuschließen, werden die Grundstückseigentümer verpflichtet, auf ihren Bauplätzen innerhalb von fünf Jahren zu bauen. Die Stadtverwaltung bemüht sich im Laufe des Verfahrens, möglichst viele Grundstücke aufzukaufen. Eigentümer, die selber bauen wollen, erhalten nach der Umlegung ein Baugrundstück und einen finanziellen Ausgleich. Ansonsten sollen die Grundstücke laut Ortsvorsteher Siegbert Doring vor allem an junge Familien verkauft werden. Wird nicht innerhalb von fünf Jahren gebaut, fallen die Bauplätze zurück an die Stadt. Ortsvorsteher Doring ist glücklich über das neue Baugebiet. „Mein großes Anliegen ist es, jungen Familien das Bauen zu ermöglichen“, sagte er. In den beiden Kindergärten und in der vierzügigen Grundschule mit derzeit 60 Schulkindern sei noch viel Platz für weitere Kinder. Der Ausschuss hat die Planung abgesegnet. Zustimmen muss noch der Gemeinderat.

Alle reden von Corona, doch auch die Wohnungsnot bleibt ein drängendes Problem. Der Technische Ausschuss hat jetzt den nächsten Schritt zu einem neuen Wohngebiet in Unterberken gemacht. In seiner jüngsten Sitzung hat der Ausschuss die Planung des 8000 Quadratmeter großen Areals am Enzianweg abgesegnet. Am Ortsrand von Unterberken sollen rund 20 Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen – vor allem Familien sollen zum Zug kommen.

„Berken braucht Zuwanderung, unser Ziel ist es, wieder

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