Schorndorf

Ein neues Wohngebiet für Schornbach: Viel Freude und ein bisschen Widerstand

Wohngebiet
Auf dieser Pferdekoppel am Rande von Schornbach wird gebaut. © Alexandra Palmizi

Rund 1200 Bauwillige stehen bei der Stadt auf der Warteliste für einen Bauplatz. Der Wohnungsmarkt in Schorndorf ist angespannt, die Bevölkerung wächst entgegen früheren Prognosen kontinuierlich. Druck besteht aber auch in den Teilorten, wo viele Familien auf einen Bauplatz warten. In Schornbach entsteht deshalb am Ende der Beundenstraße ein kleines Wohngebiet, in dem etwa 16 Häuser gebaut werden sollen und das die bestehende Bebauung abrunden soll. Auf einer Pferdekoppel sind Einzelhäuser, Doppelhäuser und kleine Hausgruppen mit Satteldächern geplant, die eine harmonische Ortsrandbebauung gewährleisten sollen. Das Plangebiet umfasst 6800 Quadratmeter, mit den Erschließungsarbeiten soll in diesem Jahr begonnen werden. Zwölf Grundstücke gehören der Stadt. Mit dem Verkauf soll in Kürze begonnen werden.

In Schornbach gibt es kaum noch Leerstände

Ortsvorsteherin Sandra Sachse kennt mehrere Familien in Schornbach, die einen Bauplatz suchen. Vor allem die erwachsenen Kinder von Schornbachern wollen ihrer Erfahrung zufolge oft gerne im Ort bleiben, fänden aber keine Bauplätze oder Häuser. Leerstände, die saniert und zum Leben erweckt werden könnten, gibt es ihres Wissens kaum noch im Ort. Im Baugebiet Ellenberg II gebe es zwar noch freie Grundstücke, diese gehörten allerdings Besitzern, die momentan nicht bauen wollten und dort keine Pflicht zum Bauen hätten.

Unliebsame Baulücken wird es im Baugebiet Beunden nicht geben, das nach Paragraf 13b Baugesetzbuch entwickelt wird. Der Paragraf soll es erleichtern, neuen Wohnraum zu schaffen, indem Außenbereichsflächen an den Ortsrändern in einem beschleunigten Verfahren umgelegt werden können. Schneller geht’s, weil keine formale Umweltprüfung stattfinden und für den Eingriff in die Natur kein Ausgleich geschaffen werden muss. Zudem muss der Plan nicht aus dem Flächennutzungsplan entwickelt werden. Allerdings müssen alle Stücklesbesitzer mitmachen, sonst gibt es erst gar keine Umlegung.

Vor vier Jahren hat die Stadt Schorndorf mit der Arrondierung der Ränder nach Paragraf 13b angefangen. Areale in der Kernstadt und den Teilorten wurden untersucht, manche vom Gemeinderat aufgrund des Artenschutzes aber gleich wieder verworfen. So wurden nach Angaben von Gabriele Koch, Fachbereichsleiterin Wirtschaftsförderung und Grundstücksverkehr, in Haubersbronn die Kohläcker und der Sünchenweg in der Kernstadt von der Agenda genommen. Die Fläche an der Beundenstraße war kein Problem: „Die Wiese ist ökologisch nicht besonders wertvoll“, sagt Ortsvorsteherin Sandra Sachse. „Es war eine Pferdekoppel, ohne Bäume und Sträucher.“ Lediglich am Rand befinden sich kleine Bäume, die im Zuge der Bebauung aber neu gepflanzt werden sollen. Anders jenseits des neuen Baugebiets: Hinter der Grundstücksgrenze beginnt ein Vogelschutzgebiet, das sich bis Buhlbronn erstreckt, von der Neubebauung aber nicht tangiert sein soll.

Warum sich der Ort entwickeln soll

1860 Menschen leben derzeit in Schornbach. Dass sich der Ort noch entwickeln kann, ist Sandra Sachse sehr wichtig. So soll in Kürze ein barrierefreies Mehrfamilienhaus für Senioren gebaut werden, die dann wiederum ihre Häuser für Familien auf Wohnungssuche frei machen sollen. Aber auch darüber hinaus, findet die Ortsvorsteherin, müssten Jüngere die Chance haben, sich in Schornbach niederzulassen. „Wir müssen Bauplätze anbieten, sonst wandern sie ab und die Vereine sterben aus“, sagt sie. Menschen braucht Schornbach auch, um auf Dauer die Infrastruktur lebendig zu erhalten: Schließlich wird die Kita Ellenberg derzeit erweitert und die Grundschule vergrößert und für die steigenden Anforderungen der Ganztagesbetreuung fit gemacht.

Ein Wohngebiet bringt neuen Verkehr

Gleichwohl sind nicht alle glücklich über das neue Baugebiet, das mehr Verkehr nach sich ziehen wird. „Natürlich gibt es ein bisschen Widerstand“, sagt Sandra Sachse. Schon jetzt gebe es Parkprobleme in der engen Beundenstraße. Wenn während der Bauzeit dann noch Lastwagen fahren, könnten Parkplätze wegfallen. „Ich vermute, Begegnungsverkehr mit Lkw wird nicht funktionieren“, sagt die Ortsvorsteherin. Während der Bauzeit werde es wohl eine Einbahnstraßenregelung geben: über die Beunden-, Boßler-, Römer- und Streicherstraße.

Gut für die Anwohner: Im Zuge der Baumaßnahmen soll auch die Kanalisation an der Beundenstraße auf Vordermann gebracht werden.

Rund 1200 Bauwillige stehen bei der Stadt auf der Warteliste für einen Bauplatz. Der Wohnungsmarkt in Schorndorf ist angespannt, die Bevölkerung wächst entgegen früheren Prognosen kontinuierlich. Druck besteht aber auch in den Teilorten, wo viele Familien auf einen Bauplatz warten. In Schornbach entsteht deshalb am Ende der Beundenstraße ein kleines Wohngebiet, in dem etwa 16 Häuser gebaut werden sollen und das die bestehende Bebauung abrunden soll. Auf

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