Schorndorf

Ein Stern für Nico Burkhardt und seinen Pfauen

Er will einen Stern für seinen Pfauen_0
Das Gasthaus Pfauen und seine Fachwerk-Fassade. © ZVW/Benjamin Büttner

Schorndorf.
Das Remstal hat seit Dienstag sechs Sternelokale. Der Guide Michelin hat Nico Burkhardts Gourmetrestaurant im „Pfauen“ in Schorndorf mit dem ersehnten Stern ausgezeichnet. „Da ist das Ding!“ jubelte Burkhardt auf Facebook. „Bin unfassbar glücklich den Stern nach Schorndorf geholt zu haben! Vielen Dank an mein Team, Bianca Vergerakis die mich jeden Tag unterstützt! Natürlich an die Gäste und Lieferanten, ohne euch wäre das nicht möglich!“

Am Dienstag hatte der Guide Michelin die alten und neuen Sternlokale bekannt gegeben. Wegen des Coronavirus hatte der Michelin die feierliche Übergabe abgesagt und die Ergebnisse per Livestream verkündet. Nico Burkhardt gehört zu den 29 Lokalen in Deutschland, die neu mit einem Stern ausgezeichnet wurden. Ihren Stern behalten und weiterhin zu den über 300 Sternelokale zählen das Bachofer in Waiblingen, das Malathounis in Kernen-Stetten sowie in Fellbach das Avui von Armin Karrer, das Oettingers Restaurant von Michael Oettinger und das Goldberg von Philipp Kovacs.Der Guide Michelin zählt zusammen mit dem Gault Millau zu wichtigsten Restaurantführer für Feinschmecker in Deutschland. Selten genug, dass sich die beiden Konkurrenten einig sind in der Beurteilung der besten Lokale. In ihren Ausgaben 2020 zählen beide diese sechs Lokale zu den besten Gourmetrestaurants zwischen Rems und Murr. Für Nico Burkhardt ist die Auszeichnung durch den Michelin nichts Neues. Er hat fest damit gerechnet, zumal er als Chefkoch im Stuttgarter „Olivio“ sieben Jahre lang zur Creme de la creme der Sterneköche gehörte.

ein französisches Bistro namens „Chez Amis“. Aus seinem Ehrgeiz hat Nico Burkhardt keinen Hehl gemacht. Im Dezember hatte er unserer Zeitung gegenüber sein Ziel klar formuliert. Ein Michelin-Stern müsse über Schorndorf und seinem „Pfauen“ aufgehen. „Definitiv!“ Der Restaurantguide Gault&Millau hatte vorgelegt und ihn in der 2020-er-Ausgabe mit zwei Kochmützen und 15 Punkten bewertet. Für Burkhardt hat diese Bewertung noch Luft nach oben.

Kreativität und Erlebnis

Gourmetküche basiert bei Nico Burkhardt nicht zuletzt auf Kreativität und muss für die Gäste ein Erlebnis sein: „Der Gast erwartet etwas Besonderes“, sagte der 35-Jährige. Seine Kochkunst stellt er unter das Motto „Back to the Roots“, was er mit „Zurück zum Produkt“ und „ohne viel Schnickschnack“ übersetzt. Jedes Essen müsse nach dem schmecken, aus dem es besteht. Und dass bei den Produkten natürlich Frische und Qualität stimmen müssen, setzt er schlicht voraus. In der aktuellen Menükarte finden sich ein neungängiges Menü, das eine „Périgord Gänseleber „à la Waldorf“ mit Sellerie, Walnuss, Granny Smith Apfel und Joghurt“ enthält, eine Marseiller Fischsuppe mit Wildgarnele gefolgt von „Onglet de Boeuf“ und einem „Bayerischer Schmankerl“, wobei Burkhardt Obatzda mit Zwiebel, Rettich, Lauge und Sauerkraut serviert.