Schorndorf

Ein Treffpunkt für Alleinerziehende

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Haben das Angebot für Alleinerziehende gemeinsam entwickelt: Margret Mack von der Evangelischen Gesellschaft und Simone Halle-Bosch, Geschäftsführerin des Schorndorfer Familienzentrums. © Gabriel Habermann/ZVW

Schorndorf. Im durchgetakteten Alltag vieler Alleinerziehender bleibt kaum Zeit, um sich auszutauschen. Dem möchte das Familienzentrum entgegenwirken. Und startet im April unter dem Schlagwort „Alleinerziehend und stark“ ein kostenloses Angebot zur Information und Vernetzung. Für Kinderbetreuung ist während der Treffen gesorgt.

Nur wenn es den Eltern gut geht, kann es auch den Kindern gut gehen. Doch Zeit, um sich selbst zu verwöhnen ist in der Regel genau das, was Männer und Frauen, die ihre Kinder alleine groß ziehen, am wenigsten haben. Und sie sich, falls doch, oftmals nicht nehmen, weil es ihnen egoistisch erscheint. Gerade wenn die Kinder noch klein sind und sehr viel Pflege und Aufmerksamkeit benötigen, bleiben die Bedürfnisse der Mütter und Väter deshalb auf der Strecke.

Das weiß auch Simone Halle-Bosch, Geschäftsführerin des Familienzentrums, die schon im vergangenen Jahr an einem Angebot in ihrem Hause getüftelt hat, um ganz speziell die Zielgruppe der Alleinerziehenden anzusprechen. Letzten Herbst hatte sie deshalb versucht, eine entsprechende Gruppe zu initiieren.

Die Nachfrage war jedoch eher mäßig (auch weil es für die Kinderbetreuung kein Angebot gab). Einige Betroffene jedoch kamen regelmäßig – und bekundeten ihr Interesse an einem langfristig angelegten Austausch-Forum. Doch die Gruppenleiterin, selbst Alleinerziehende, fand mittlerweile eine feste Anstellung, stand daher für eine Neuauflage nicht mehr zur Verfügung.

Ein kurzer fachlicher Input – und vor allem viel Raum für Austausch

Nun will Halle-Bosch erneut durchstarten – und hat dabei mit der Evangelischen Gesellschaft (Eva) einen starken Partner im Rücken. Auch finanziell ist das Angebot durch das Landesprogramm Stärke fürs Erste finanziert. Mit der Eva-Sozialpädagogin Monika Steinat-Reitzner wurde eine erfahrene Kraft als Gruppenleiterin gefunden. So dass jetzt nur noch die Betroffenen selbst den Weg ins Familienzentrum finden müssen. Um die Kinderbetreuung brauchen sie sich dabei keine Sorgen machen. Die ist während der zweieinhalb Stunden jedenfalls garantiert.

Die Idee: Einmal im Monat können sich Mütter und Väter, die ihre Kinder alleine erziehen, in den Räumlichkeiten des Familienzentrums treffen. Die Sozialpädagogin gibt den Teilnehmern jeweils einen kurzen fachlichen Input zu Themen wir Erziehungszielen, Konfliktlösungsstragien oder Ritualen im Alltag. Vor allem aber sollen die Alleinerziehenden während der Treffen ausreichend Raum für Gespräche, Austausch und Vernetzung haben.

Aus ihrer Erfahrung mit dem Kurs im letzten Jahr weiß Halle-Bosch: „Der Redebedarf ist groß.“ Weil die Kinder oft in zwei Welten leben, ihre Eltern dadurch auch gegeneinander ausspielen können. Weil es Alleinerziehenden deshalb bisweilen schwerfällt, Grenzen zu setzen. Und es als Einzelkämpfer nicht unbedingt leichter ist, Konsequenz in der Erziehung zu praktizieren.

Kurzum: Weil die ohnehin verantwortungsvolle und nicht immer einfache Aufgabe, Kinder zu erziehen unter diesen Voraussetzungen noch mal eine besondere Herausforderung darstellt.

Unterstützung im Alltag

Deshalb sind den einzelnen Terminen zwar Themen zugewiesen – „das aktuelle soll aber stets an erster Stelle stehen“, wie Margret Mack von der Evangelischen Gesellschaft betont. Die Krisen und Probleme, das was die Teilnehmer akut beschäftigt, sollen wesentlicher Bestandteil der Gruppentreffen sein. Auch und gerade bei praktischen Fragen des Alltags sollen sich die Mütter und Väter gegenseitig unterstützen und Antworten bekommen auf Fragen wie: Wo finde ich Unterstützungsmöglichkeiten? Welche Netzwerke gibt es? Und wie kann ich die Kinderbetreuung besser organisieren, wenn ich arbeiten muss?

Die Termine sind vorerst vormittags angesetzt, vor allem um die Kinderbetreuung gewährleisten zu können. Sollte sich aber zeigen, dass abends mehr Teilnehmer Zeit haben, ließe sich das problemlos und flexibel ändern, so die Familienzentrums-Geschäftsführerin. Das Angebot soll sich schließlich an den Bedürfnissen der Alleinerziehenden orientieren.

Wenn es nach Halle-Bosch geht, sind die sieben Termine in diesem Jahr auch nur der Startpunkt für eine langfristig angelegte Schorndorfer Selbsthilfestruktur. Im Idealfall werde die Gruppe also zum Selbstläufer. Die Räume des Familienzentrums stünden den Teilnehmern dann selbstverständlich auch künftig jederzeit offen.

Programm und Anmeldung

  • Die Treffen finden immer montags von 9 bis 11.30 Uhr im Familienzentrum Schorndorf, Karlstraße 19, statt.
  • Los geht es am 9. April mit den Themen: Erziehungsziele, Werte, Konflikte lösen.
  • Um Regeln, Grenzen und Konsequenzen soll es am 7. Mai gehen.
  • Lob und Ermutigung machen stark: das ist Thema am 4. Juni.
  • Strukturen und Rituale im Alltag stehen am 2. Juli im Mittelpunkt.
  • Im selben Monat ist ein gemeinsamer Ausflug mit Kindern geplant, wohin es geht, wird die Gruppe selbst bestimmen.
  • Ausschließlich um die Themen der Teilnehmer geht es nach der Sommerpause dann am 17. September.
  • Beim vorerst letzten Treffen am 8. Oktober geht es um die Herausforderung, mehr Zeit für sich zu gewinnen.
  • Das Familienzentrum bittet für die Planung um vorherige Anmeldung. Entweder telefonisch unter der Nummer 07181/887700 oder per Email an die Adresse familienzentrum@schorndorf.de.