Schorndorf

Eine Falle oder gut für die Verkehrssicherheit in Schornbach?

Friedhofs Falle
Bei Dunkelheit ist die Engstelle ein Problem für Radler, kritisiert ein Ehepaar aus den Berglen. © Gabriel Habermann

Monika und Karl-Heinz Uentz sind sauer. Stein des Anstoßes ist die Verkehrssituation am Ortsende von Schornbach. Auf Höhe des Friedhofes misst dort ein mobiler Messwagen in regelmäßigen Abständen die Verkehrsgeschwindigkeit – aus Sicht der beiden vor allem, „um möglichst viel einzunehmen“, was die Stadtverwaltung entschieden zurückweist. Noch mehr als über den Blitzer ärgert sich das Ehepaar aber über die in der Nähe der Blitzerstelle liegenden Fahrbahnverengungen am Fußgängerüberweg: Die seien vor allem für Fahrradfahrer gefährlich. „Auch in unserem Bekanntenkreis wird auf die Engstelle vor der Friedhofsmauer hingewiesen“, schreibt Monika Uentz in einer Mail an die Zeitung. „Mein Mann und alle anderen, die hier Rad fahren, empfinden diese Stelle als gefährlich.“ Unmöglich findet sie es, „solche Betonplatten als Engstelle“ in die Fahrbahn zu stellen, wie bei einer ungesicherten Baustelle“. Wahrscheinlich solle die Straßenverengung den Verkehr beruhigen, mutmaßt sie, das sei aber keineswegs der Fall: Die Autofahrer von Berglen in Richtung Schornbach reduzieren ihren Beobachtungen zufolge ihre Geschwindigkeit keineswegs. Zudem müsste die Beschilderung ihrer Meinung nach längst erneuert werden, damit die Engstelle samt Betonplatten auch in der Dunkelheit besser sichtbar sei.

Auch an diesem Tag ist der Blitzer installiert

Ortstermin in Schornbach. Zufällig ist auch an diesem Tag beim Friedhofseingang ein Blitzer aufgestellt. Tempo 30 ist erlaubt. Hier am Ortsende entlang des Friedhofs geben viele Autofahrer aber schon Gas. Der Blitzer blitzt, was er kann. In kurzer Zeit einmal, zweimal, dreimal. Nicht alle Autofahrer, aber viele sind an diesem Vormittag zu schnell unterwegs, Fußgänger sind nur wenige zu sehen. Die Straßenverengung direkt am Fußgängerüberweg sieht mit ihren Betonplatten zugegebenermaßen etwas provisorisch aus. Viel zu eng finden Monika und Karl-Heinz Uentz die Stelle – vor allem dann, wenn neben den Autos auch noch Radfahrer unterwegs sind. Etwa dreimal in der Woche fährt Uentz aus Berglen auf dieser Straße nach Schorndorf. Seine Erfahrung: „Wenn ich mit dem Fahrrad unterwegs bin und zwei Autos kommen, wird es echt gefährlich.“ Am schlimmsten sei die Situation bei Dunkelheit. In Dunkeln seien die Platten schwer zu sehen. „Das hier ist echt eine Zumutung.“

Aus Sicht der Stadt stellt die Engstelle keine Gefahr dar

Ganz anders werden die Notwendigkeit des Blitzers und die Engstelle von der Stadtverwaltung beurteilt. Die Verkehrsgeschwindigkeit werde an dieser Stelle in regelmäßigen Abständen gemessen, um die Verkehrssicherheit zu verbessern, erklärt Jörn Rieg, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, auf Nachfrage. Von einer Abzocke könne keine Rede sein. Die Engstelle sei nach mehrmaligen Meldungen der Ortschaftsverwaltung Schornbach im Jahr 2012 eingerichtet worden, weil Fußgänger am Überweg von den Autofahrern nicht wahrgenommen worden seien. Nach Darstellung Riegs wird die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer nun automatisch auf den Fußgängerüberweg gelenkt, die Fußgänger würden frühzeitig gesehen. Eine besondere Aufmerksamkeit ist an diesem Fußgängerüberweg nach Meinung der Stadtverwaltung auch deshalb nötig, weil der Weg vom Friedhof her kommend für die Autofahrer schlecht zu sehen sei. „Die Fußgänger sind erst so spät sichtbar, dass sie gefährdet werden können, wenn der Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeitsbegrenzung nicht einhält.“ Bauliche Mängel weist Jörn Rieg zurück, die Engstelle sei vorschriftsgemäß errichtet worden und keine Gefahrenstelle für andere Verkehrsteilnehmer wie Radfahrer. „Die Beschilderung erfolgte nach den rechtlichen Vorgaben für bauliche Veränderungen auf der Fahrbahn“, erklärt der Fachbereichsleiter. Zur Verbesserung der Sichtbarkeit seien zusätzlich die gelben Leitschwellen mit reflektierenden Klemmfixbaken angebracht worden.

Die Engstelle soll den Verkehr abbremsen

Der Schutz der Fußgänger ist das eine. Daneben soll die Engstelle auch den Verkehr abbremsen, was bei Monika Uentz aber offenbar nicht funktioniert hat. Die Autofahrerin hatte erklärt, vor der Engstelle schnell noch Gas gegeben zu haben, weil ihr zwei Autos entgegenkamen. Fußgänger habe sie keine gesehen. Die übliche Reaktion der Verkehrsteilnehmer bei einer verengten Fahrbahn sei eine erhöhte Achtsamkeit und eine Reduzierung der Geschwindigkeit, argumentiert Rieg. Die Restfahrbahnbreite sei dimensioniert, dass zwei Fahrzeuge problemlos aneinander vorbeifahren können. Im Übrigen würden trotz der Engstelle in der Weißbucher Straße in diesem Bereich hohe Geschwindigkeiten gefahren.

Monika und Karl-Heinz Uentz sind sauer. Stein des Anstoßes ist die Verkehrssituation am Ortsende von Schornbach. Auf Höhe des Friedhofes misst dort ein mobiler Messwagen in regelmäßigen Abständen die Verkehrsgeschwindigkeit – aus Sicht der beiden vor allem, „um möglichst viel einzunehmen“, was die Stadtverwaltung entschieden zurückweist. Noch mehr als über den Blitzer ärgert sich das Ehepaar aber über die in der Nähe der Blitzerstelle liegenden Fahrbahnverengungen am Fußgängerüberweg: Die

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