Schorndorf

Einmal wie Darth Vader sein

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General Grievous und gleich zweimal Kylo Ren kämpfen hier um die „Rückkehr der Macht“. © Ramona Adolf
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Das Technik-Team beobachtet ganz genau, ob die Darsteller vor der grünen Leinwand auch alles richtig machen. Wie ihre Schauspielkunst später auf der DVD erscheint, ist auf dem kleinen Bildschirm links zu sehen. © Palmizi / ZVW

Schorndorf. Auf der dunklen Seite der Macht stehen – oder sie bekämpfen: Das konnten zwölf Kinder am Freitag bei einem Filmworkshop in der Volkshochschule. Mit echten Star-Wars-Utensilien ließen sie sich dort vor der grünen Leinwand filmen – und konnten am Schluss eine DVD mit ihren Aufnahmen nach Hause nehmen.

Video: Kinder lernen in einem Volkshochschulkurs, wie ein Star Wars-Film entsteht.

Hier liegen sie alle ganz friedlich beieinander: der ehrenwerte Obi Wan Kenobi, die Rebellin Prinzessin Leia und der Kopfgeldjäger Boba Fett. Dutzende Utensilien des Star-Wars-Universums sind im Großen Saal der Volkshochschule aufgetischt. Sogar einen Stimmverzerrer hat die Kursleiterin Daniela Baum mitgebracht – damit die Stimme so klingt, wie jene von Darth Vader. Und klar, den dazu passenden Helm hat sie auch dabei. So realistisch wie möglich sollen die Aufnahmen ja auch werden, für die elf Jungen und ein Mädchen am Freitag in Schorndorf zusammengekommen sind.

Die grüne Leinwand zaubert Kinder in den Weltraum

Dazu hat Baum verschiedene Filmszenen auf ihrem Rechner und eine sogenannte Greenbox mitgebracht. Wenn die Kinder sich vor die grüne Leinwand stellen, werden sie dann auf wundersame Weise mitten in die Szenerie verpflanzt. Eine Technik, mit der in Film und Fernsehen oft gearbeitet wird – zumal wenn so fantastische Welten erschaffen werden wie jenes moderne Märchen vom „Krieg der Sterne“.

Teilnehmer sind "ein lebendes Star-Wars-Lexikon"

Die Teilnehmer sind zwischen acht und zwölf Jahre alt und allesamt große Star-Wars-Fans. Sie wissen nicht selten besser über die Filme, Darsteller und einzelne Szenen Bescheid als die ohnehin schon gut informierte Dozentin. Darum nennt Baum sie auch „ein lebendes Star-Wars-Lexikon“. Einige der kleinen Teilnehmer haben sogar ihr eigenes Kostüm mitgebracht. Am liebsten würden sie sich sofort verkleiden und losspielen. Doch bevor filmisch in die Welt von Luke Skywalker, Yoda und Han Solo eingetaucht wird, müssen sie Gruppen bilden, Charaktere und Hintergrundszenen auswählen und sich Dialoge überlegen. Dabei dürfen die Kinder kreativ werden. Rollen können, ja sollen von ihnen neu interpretiert werden. „Nur nachzuspielen, das wäre doch langweilig“, findet Baum.

Zwei gefallene Jedi-Ritter und ein gefürchteter Jedi-Jäger

Als Erstes dürfen Yves, Stefan und Andi ran. Die drei Jungs sind sich schnell einig, wer sie sein wollen. Stefan, der eine Star-Wars-Jogginghose trägt, schnappt sich Umhang und Maske von Kylo Ren. Auch Yves entscheidet sich für den gefallenen Jedi. Und dass Andi niemand anderen darstellen möchte als den gefürchteten Jedi-Jäger General Grievous, das war von Anfang an klar. Er hat das Kostüm schließlich selbst von zu Hause mitgebracht.

Jeder darf mal vor die Kamera

Derweil kümmert sich eine andere Gruppe zunächst um die Technik: Maxi ist der Meister des Tons und weiß: „Laut und deutlich muss er sein“; Bryan kontrolliert die Filmmusik – die Gruppe entscheidet sich für die Titelmelodie; Adrian pegelt die Lautstärke ein; und Julius zählt von zehn herunter und sagt dann „Action“, denn er ist zuständig für die Filmklappe. Auch sie dürfen natürlich später noch vor die Kamera – und ihre eigene Szenerie erschaffen.

Schwertkampf um den echten Kylo Ren

Die erste Gruppe ist sich über den Ablauf schnell einig: Dass Kylo Ren gleich zweimal auftaucht, muss szenisch gelöst werden. Die drei Jungs entscheiden sich für einen Kampf mit den Laserschwertern, bei dem am Ende nur einer der beiden als „echter“ Kylo Ren hervorgehen kann.

Die Rückkehr der Macht - Episode LXXX

Doch vor der grünen Leinwand zu spielen, das ist gar nicht so einfach. Die drei Jungs dürfen während der gesamten Aufnahme einen mit Klebeband markierten Bereich nicht verlassen – sonst fallen sie aus dem Bild. Während des Dreikampfes darf auch keiner mit dem Rücken zur Kamera stehen. Unter der Kostümierung müssen sie ganz schön laut sprechen, damit der Ton stimmt. Und bei all dem sollen die Darsteller in kürzester Zeit auch noch textsicher werden. Yves, Stefan und Andi machen das, trotz anfänglicher Holprigkeiten, wahrlich nicht schlecht. Spätestens als die erste Aufnahme ansteht, sieht das sogar ziemlich professionell aus. Ihren ersten Kurzfilm nennen sie dann „Die Rückkehr der Macht – Episode LXXX“. Daniela Baum schreibt den Titel am Computer in den Vorspann.

Star-Wars-Spielen zum Beruf machen

„Hab ich gut gespielt?“, möchte Andi mit glänzenden Augen wissen, als er sein Kostüm wieder in den Rucksack packt. Er sei nämlich so ein großer Fan, verrät der Junge, dass er sich überlege, Star-Wars-Spielen später einmal zum Beruf zu machen.

Die Dozentin

Die gelernte Sozialarbeiterin Daniela Baum hat sich den Film- und Audioprojekten mit Kindern verschrieben – und ist selbst ein Star-Wars-Fan. „Das Imperium schlägt zurück“ war damals ihr erster Kinofilm.

Mehr zu ihrer Arbeit im Internet auf www.mediencamp.net