Schorndorf

Eltern wehren sich mit einer Petition  gegen Einsparpläne bei Kitas

Kind Kita Kindergarten Kindertagesstätte
Symbolbild. © Pixabay/FeeLona

Gegen aus der Haushaltsstrukturkommission laut gewordene Vorschläge, gegebenenfalls auch Kitas zusammenzulegen und in Zukunft stärker auf größere Einheiten zu setzen, was die Rücknahme des Gemeinderatsbeschlusses zur möglichst wohnortnahen Betreuung zur Folge hätte, machen jetzt die Eltern mobil. Derzeit ist eine vom Gesamtelternbeirat initiierte Online-Petition im Umlauf, die mit „Nein zur Zusammenlegung von Kitas und zur Reduzierung von Betreuungsangeboten in Schorndorf“ überschrieben ist und mit der im Hinblick auf die Gemeinderatssitzung am 21. Juli, in der endgültig über die Empfehlungen der Haushaltsstrukturkommission entschieden wird, „der gesamte Bereich Kindertagesstätten von der Einsparungsliste gestrichen wird“.

Lieber bei städtischen Prestigeobjekten mit dem Sparen anfangen

Es sei schon schlimm genug, dass die Kinder irgendwann für die ganzen Schulden aus dem Konjunkturpaket aufkommen müssten, aber dass sie jetzt auch noch auf vorhandene Angebote verzichten sollten, das sei, „einfach ausgedrückt, beschämend und unanständig“, heißt es in der Petition wohl mit Bezug darauf, dass die Verwaltung die „Überprüfung einzelner Angebote in den Kitas wie beispielsweise die Betreuungszeitvarianten“ angekündigt hat. Dass gespart werden müsse, stehe außer Frage, aber dabei sollte zunächst bei den städtischen Prestigeobjekten angefangen werden und nicht bei den Schwächsten und Wehrlosesten in der Gesellschaft, meinen die Initiatoren der Petition.

Den gewünschten Betreuungsplatz zu bekommen, gleicht einem Lottogewinn

In Schorndorf gebe es schon jetzt eine Mangelverwaltung bei den Kinderbetreuungsplätzen, und durch eine Zusammenlegung von Einrichtungen würde das Problem noch verstärkt, stellt der Gesamtelternbeirat fest und weist darauf hin, dass derzeit nur in wenigen Teilorten die Möglichkeit hätten, aus verschiedenen Betreuungsformen auszuwählen, weil es schlichtweg zu wenig Plätze gebe beziehungsweise weil Alternativen schon jetzt nicht angeboten würden. „Einen Betreuungsplatz im benötigten Umfang, in einer der gewünschten Kitas und auch noch gewünschten Zeitpunkt zu bekommen, ist in Schorndorf mit einem Lottogewinn gleichzusetzen – da können doch Kitas nicht auch noch zusammengelegt werden“, heißt es in der Petition – verbunden mit dem Hinweis, dass der tägliche Kita-Tourismus schon derzeit für viele Eltern und Kinder ein Problem sei, von der Belastung der Umwelt einmal ganz abgesehen.

Elternmeinungen: "Zukunft sieht anders aus"

Die ersten zustimmenden Online-Kommentare haben nicht lange auf sicht warten lassen. „Kinder sollen kurze Wege zur Kita haben. Umweltbelastung durch unnötigen Autoverkehr der Zubringer. Wichtig sind die sozialen Bindungen am Ort. Keine Einsparungen bei unseren Kindern, sie sind unsere Zukunft“, schreibt ein Vater. Und eine Mutter, deren Kinder im Kinderhaus am Schloss betreut werden, moniert: „Die Betreuung und das Personal werden immer schlechter. Durch die geplanten Maßnahmen würde es zu einer weiteren Verschlechterung kommen. Das geht einfach nicht mehr! Künftig soll es wohl gar keinen Kindergarten mehr geben. Zukunft sieht für mich anders aus!“ Schließlich noch die Stimme eines Großvaters: „Ich in Opa eines Kindes, das in einer Schorndorfer Kita ist. Beide Elternteile arbeiten, und die Möglichkeiten für uns als Großeltern, unsere Enkel zu betreuen, ist auch eingeschränkt. Gerade in Corona-Zeiten ist eher mehr als weniger Betreuung nötig.“

Gegen aus der Haushaltsstrukturkommission laut gewordene Vorschläge, gegebenenfalls auch Kitas zusammenzulegen und in Zukunft stärker auf größere Einheiten zu setzen, was die Rücknahme des Gemeinderatsbeschlusses zur möglichst wohnortnahen Betreuung zur Folge hätte, machen jetzt die Eltern mobil. Derzeit ist eine vom Gesamtelternbeirat initiierte Online-Petition im Umlauf, die mit „Nein zur Zusammenlegung von Kitas und zur Reduzierung von Betreuungsangeboten in Schorndorf“ überschrieben ist

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