Schorndorf

Ende der Isolationspflicht: Arbeiten Infizierte in Schorndorf jetzt mit Maske?

Isolationspflicht
Es gibt Kunden, die trotz sinkender Corona-Zahlen noch immer mit Maske zum Einkaufen gehen. Eine Pflicht besteht nur noch für Corona-Infizierte, die mit Maske sogar arbeiten gehen können. © Gaby Schneider

Sind jetzt alle, die mit einer Maske in Bäckereien, Metzgereien oder auch im Supermarkt hinter der Verkaufstheke stehen und im Rathaus an der Stadtinfo oder im Bürgerbüro arbeiten, coronapositiv oder handelt es sich nur um besonders vorsichtige Zeitgenossen? Eine Frage, die sich mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung geradezu aufdrängt. Schließlich gibt es seit Mittwoch, 16. November, in Baden-Württemberg nur noch die Empfehlung, mit einem positiven Corona-Test zu Hause zu bleiben. Wer eine Maske trägt, kann die eigene Wohnung verlassen – und folglich auch arbeiten. Das war zu Beginn der Pandemie noch ganz anders: Damals mussten sich Corona-Infizierte und ihre Kontaktpersonen noch 14 Tage komplett isolieren und sich zuletzt wenigstens für fünf Tage absondern.

Um sich nicht anzustecken: Auch Vorsichtige arbeiten mit Maske

Gleich zu Beginn der Pandemie gab es in der Bäckerei Hetzinger einige coronabedingte Ausfälle. Dass das schon seit einigen Monaten nicht mehr der Fall war, darüber ist Manfred Hetzinger froh. Doch grundsätzlich beschäftigt ihn im Moment die Suche nach Mitarbeiter/-innen und die Frage, wie er die Stromrechnung bezahlen kann, sowieso mehr. Ob bei ihm jetzt Corona-Infizierte – mit Maske – hinter der Verkaufstheke oder in der Backstube stehen sollen, darüber hat er sich noch keine abschließenden Gedanken gemacht. Auf Nachfrage sagt er aber, dass er Corona-Infizierten, die keine Symptome haben, durchaus empfehlen würde, mit Maske zum Arbeiten zu kommen. Seine Frau, gibt Hetzinger in diesem Zusammenhang zu bedenken, arbeitet aber, weil sie eben vorsichtig ist, immer mit Maske. Und: „Es gibt auch Kunden“, weiß Hetzinger aus der täglichen Arbeit in der Bäckerei, „die immer noch mit Maske in den Laden kommen.“

Corona-Infizierte mit Maske arbeiten lassen, davon hält Marktkauf-Betreiber Rocco Capurso (noch) nichts: „Wer positiv ist, soll lieber daheim bleiben.“ Capurso, der auch den Remstalmarkt-Mack in Endersbach und den Edeka in Welzheim betreibt und insbesondere im Frühjahr 2022 mit vielen Corona-Ausfällen unter den Beschäftigten zu kämpfen hatte, ist lieber vorsichtig. Doch er weiß auch, dass sich im Moment nur wenige Menschen überhaupt noch testen lassen. Mit der Folge: Wer keine Symptome hat, weiß womöglich gar nicht, dass er positiv ist. Doch Capurso hat auch Mitarbeiter/-innen, die sich beim Arbeiten mit Kundenkontakt mit einer Maske vor Mund und Nase immer noch sicherer fühlen. Und auch das kommt in diesen Zeiten vor: Beschäftigte, die nicht coronapositiv sind, aber Erkältungssymptome haben, tragen beim Arbeiten eine Maske, um andere vor Ansteckung zu schützen.

In der Metzgerei Kurz bleibt – nach Bekanntwerden der neuesten Corona-Verordnung – alles wie gehabt: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen keine Masken mehr. „Wer positiv, also richtig krank ist, bleibt daheim“, sagt Juniorchef Alexander Kurz. Besondere Regeln für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden darum nicht aufgestellt. Einzig in manchen Bereichen der Produktion werden noch Masken getragen – aber aus grundsätzlichen Hygienegründen. Corona-Fälle gab es zuletzt keine mehr in der Metzgerei. Doch wer weiß das schon: „Wer keine Symptome hat“, sagt Kurz, „macht ja auch keinen Test.“

Das gilt in den Rathäusern

Und bei der Stadtverwaltung? Wer coronapositiv getestet ist, sich krank fühlt und Symptome hat, „soll wie bisher zu Hause bleiben, Kontakte meiden und sich krankschreiben lassen“, teilt Pressesprecherin Claudia Lösler auf Anfrage mit. Wer coronapositiv ist, aber keine Symptome und einen mobilen Arbeitsplatz hat, arbeitet weiterhin von zu Hause aus. Wer dies nicht kann, arbeitet vor Ort in den Rathäusern. Dabei gilt: Es muss verpflichtend eine Maske getragen und berührte Flächen müssen desinfiziert werden. Der Kontakt zu Kolleginnen und Kollegen und zu Bürgerinnen und Bürgern soll, wenn möglich, vermieden oder ein Abstand von mindestens eineinhalb Metern eingehalten werden.

Sind jetzt alle, die mit einer Maske in Bäckereien, Metzgereien oder auch im Supermarkt hinter der Verkaufstheke stehen und im Rathaus an der Stadtinfo oder im Bürgerbüro arbeiten, coronapositiv oder handelt es sich nur um besonders vorsichtige Zeitgenossen? Eine Frage, die sich mit Inkrafttreten der neuen Corona-Verordnung geradezu aufdrängt. Schließlich gibt es seit Mittwoch, 16. November, in Baden-Württemberg nur noch die Empfehlung, mit einem positiven Corona-Test zu Hause zu bleiben.

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