Schorndorf

Endlich eine gute Nachricht für Kino-Fans: Traumpalast öffnet Anfang Juli

Traumpalast
Jetzt ist zu hoffen, dass sich die Plätze in den Kinos bald wieder füllen – unter Corona-Auflagen, versteht sich. © ALEXANDRA PALMIZI

„Endlich, endlich leuchtet das Licht am Ende des langen Corona-Tunnels“ – Erleichterung schwingt in der Stimme von Kino-Mogul Heinz Lochmann mit, der seinen letzten Film im Kino im September 2020 gesehen hat. „Niemals hätte ich im vergangenen Jahr gedacht, dass es so weit kommt, dass es eine Zwangsanordnung geben wird, Kinos dichtzumachen. Unvorstellbar“, sagt Lochmann kopfschüttelnd. Immer noch sind die Zustände im Kopf, die Ende 2020 herrschten: Lochmann musste seine elf Häuser quer durch die Republik schließen – und geschlossen halten. „Gute acht Monate im Wellenbrecher-Lockdown – ein Wahnsinn. Und jetzt – ich würde fast behaupten, ich freue mich wie ein kleines Kind – eigentlich wir alle aus der Film-, Kino-, Theater- und Veranstaltungsbranche. Endlich haben wir eine Perspektive“, sagt der alte Hase des Filmgeschäfts, der mit seinen Traumpalästen in Schorndorf, Nürtingen, Esslingen, Waiblingen, Backnang, Schwäbisch Gmünd, Biberach und Leonberg sowie den Löwen-Lichtspielen in Rudersberg präsent ist, und er hat auch im Berliner Kant-Kino, im Astor Grand Cinema in Hannover und im Hamburger Passage-Kino das Sagen. Nur zu gut weiß er, wie sehr diese Branche gebeutelt ist.

Lochmann: „Im Moment schnuppern wir am Paradies“

„Wir werden Anfang Juli unsere Tore wieder öffnen“, bestätigt Lochmann, denn in der Region war schon seit einigen Tagen davon die Rede, Filmtheater im kommenden Monat wieder besuchen zu dürfen. Auf den 1. Juli als fixes Datum möchte sich der gelernte Bäcker noch nicht endgültig festlegen. „Die Kinobetreiber werden das einheitlich machen, denke ich.“ Der Filmauswahl sieht der Kino-Kenner ganz gelassen und erfreut entgegen. Frankreich, Italien, England und zum Teil auch Amerika – dort seien viele Filme schon auf der Leinwand zu sehen. „Wenn wir im Juli aufmachen, geht es Schlag auf Schlag“, verkündet Lochmann. Filme gebe es – „es hängen ja genug in der Pipeline“. Die Auswahl ist laut Experte Lochmann vorhanden. Welche drei ihm als Erstes einfallen? „Ganz klar der neue Otto-Walkes-Film ‘Catweazle’. Dann ‘The Fast an the Furious 9’ sowie der oscarprämierte Film ‘Nomadland’.“

Heinz Lochmann möchte aber einen wichtigen Aspekt in den Start und die Filmauswahl einfließen lassen: die Fußball-Europameisterschaft. „Das läuft ja Anfang Juli auch noch. Da müssen wir nichts übers Knie brechen.“ Mittlerweile sei alles wieder etwas besser: „Die Depressionen sind verflogen“, ein Lachen unterstreicht diese Aussage. Vor einigen Wochen sprach Lochmann noch von Schockstarre und einem Horror-Zustand im Lockdown. Jetzt sagt er Sätze wie: „Es gleicht einem Lottogewinn.“ Und: „Im Moment schnuppern wir am Paradies, bis wir dann endlich die Kinotore öffnen können.“

Hygienekonzept steht

Was die Corona-Maßnahmen, die Hygiene-Vorschriften, die Regeln und Vorgaben betrifft – Lochmann und sein Team sind gewappnet. Denn eines steht fest: „Nachweislich hat sich niemand im Kino mit dem Virus infiziert – toi,toi, toi.“ Und schon im vergangenen Jahr hatte Lochmann für seine Filmtheater ein ausgefeiltes Hygienekonzept entwickelt und für einen sicheren Kinobesuch umgesetzt, mit Regeln und mit dem Motto „Sorgenfrei ins Kino“. Das werde beibehalten, wenn nicht sogar noch verfeinert. Ein Blick zurück: Das Hygienekonzept stand, die Gäste hielten sich daran, Abstände vor dem Ticketschalter und der Snacktheke einzuhalten. Hauptsächlich wurden die Tickets online reserviert, um die Barzahlung zu vermeiden. Masken wurden getragen, bis man seinen Sitz im Kinosaal erreicht hatte. Kontaktdaten wurden erfasst, die Desinfektionsmittel in Anspruch genommen.

„Es gab nicht einen Corona-Fall bei uns. Und wenn – wir hätten die Kontaktkette ohne Probleme zurückverfolgen können.“ Die Filme starteten jeweils um mindestens eine Viertel- oder halbe Stunde versetzt, damit sich nie zu viele gleichzeitig im Foyer und auf den Zu- und Abgängen zu und von den einzelnen Kinosälen aufhalten und begegnen. Mehr kann ein umsichtiger Kinobetreiber eigentlich nicht in die Wege leiten. All das werde auch bei der Neueröffnung vermutlich wieder eingehalten werden müssen – zumindest solange die Vorgaben gelten.

Kino werde „losboomen“

Eine Frage treibt den Kinobetreiber aber jetzt schon um: Wie steht es mit den drei „Gs“? Haben nur Getestete, Geimpfte und Genesene Zutritt in den Kinosaal? Und wenn ja, wie werden die Kontrollen ablaufen? „Nun, so lange ist es ja nicht mehr hin, bis wir starten. Wie der Belegungsplan aussehen darf und wie die Vorgaben dann mit den Inzidenzen ist – das regelt das Land Baden-Württemberg.“ Da müsse er sich dann intensiv Gedanken machen, sagt Lochmann. Viele der Auflagen, die allgemein gelten, seien zunächst undurchsichtig oder oft auch unverständlich. „Das ist immer von Sparte zu Sparte unterschiedlich und deshalb schwierig.“ Was das Thema Kontakt-Nachverfolgung angeht, sieht Heinz Lochmann überhaupt gar kein Problem – mit der aus dem vergangenen Jahr hat er die besten Beweise: „Die meisten Tickets wurden online gebucht, damit hatte man schon alle Daten, die relevant sind – und somit hätte man mit einem Knopfdruck zeigen können, wer wann in welchem Film war und in welcher Reihe gesessen hat, wenn beispielsweise das Gesundheitsamt danach gefragt hätte.“ Und jetzt gebe es als Ergänzung auch noch die Luca-App.

Lochmann: „Ich sehe das ja meist durch meine rosa Kino-Brille. Aber man muss sich das mal vorstellen: In den Kinosälen sind die Aerosole deutlich geringer als beispielsweise im Umfeld eines Büroarbeitsplatzes.“ Durch das große Raumvolumen, die starken Lüftungssysteme, die mehrmals die Luft umwälzen, und durch die Tatsache, dass Menschen im Kino so gut wie nicht reden, habe man immer noch die besten Voraussetzungen, vor dem Virus geschützt zu sein.

Die Einbußen hat Lochmann im Blick. Der Umsatzverlust spiele sich im zweistelligen Millionenbereich ab. Wenn es wieder losgeht, ist sich Lochmann sicher, dass ein großer Bedarf vorhanden sein wird. Kino werde „losboomen“.

Lachend fügt er hinzu: „Die Zeit gerade ist eigentlich blöd für Kino. Das schlechte Wetter, das wir im Januar, Februar und März hatten – da wäre die Zeit gewesen. Jetzt kann es aber ein guter Kino-Sommer und -Herbst werden.“ Und aufbauend für ihn: „Überall dort, wo Besucher schon in die Kinos dürfen und Filme sehen können, läuft es phänomenal.“ Genau so hört sich Zuversicht an.

„Endlich, endlich leuchtet das Licht am Ende des langen Corona-Tunnels“ – Erleichterung schwingt in der Stimme von Kino-Mogul Heinz Lochmann mit, der seinen letzten Film im Kino im September 2020 gesehen hat. „Niemals hätte ich im vergangenen Jahr gedacht, dass es so weit kommt, dass es eine Zwangsanordnung geben wird, Kinos dichtzumachen. Unvorstellbar“, sagt Lochmann kopfschüttelnd. Immer noch sind die Zustände im Kopf, die Ende 2020 herrschten: Lochmann musste seine elf Häuser quer durch

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