Schorndorf

Endlich wieder Gitarrentage in Schorndorf: Die Vielfalt der Welt von allen Saiten

Gitarrentage
Crossover-Night am Samstag mit Wolfgang Schmid am Bass, Peter Wölpl an der E-Gitarre und Oli Rubow (Drums) sowie Mark Gerwien (Percussion). © Gaby Schneider

Da konnte man sie schon frühmorgens durchs Städtchen schlurfen sehen. Alle pilgerten sie auf ein Ziel zu, gen Osten, zur Manufaktur. In den Händen hatten sie schwarze, kofferartig schlanke Behältnisse. Mitnichten beladen mit schweren Waffen.

Nein. Gitarren waren drin. Und ihre Besitzerinnen und Besitzer versammelten sich fünf Tage lang friedlichst im Zusammenspiel, um bei den Schorndorfer Gitarrentagen die Schönheit und Vielfalt der musikalischen Welt von allen Saiten erklingen zu lassen.

Angeregt erschöpft

Nach vier Tagen sieht man am Samstagabend eine angeregt erschöpfte Sandra Wackenhut vom Kulturforum in fröhlicher Runde mit den beiden Musikern und Workshopleitern Jule Malischke und Karim Baggili an einem Tisch in der Manu-Kneipe sitzen. „Es war eine unglaublich begeisternd schöne Woche“, strahlt Jule Malischke, Akustik-Gitarristin und Sängerin, bei der zu lernen war, wie man Songs schreibt und originell arrangiert begleitet.

Sowohl von der Organisation, den Teilnehmern und Umgang der Künstler untereinander ist sie begeistert. „Die Musik ist der Eisbrecher, und dann passieren ganz wunderbare Dinge, wenn man so zusammenwächst wie im Feriencamp!“

Teilnehmer teils von weit her

Zu den insgesamt acht Workshops waren nach zwei Jahren coronabedingter Pause diesmal 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer von so weit her wie aus der Schweiz, Österreich, den Niederlanden, aus Hanau, Hamburg und Berlin angereist. Täglich wurde von 10 Uhr morgens bis nach fünf am Nachmittag intensivst geprobt.

Die Fertigkeiten der Schüler bewegen sich dabei, so die Erfahrung von Karim Baggili, auf „sehr unterschiedlichen Levels“, dabei versuche er, „jedem Einzelnen gerecht zu werden“.

Konzerte zum Abend

Abends gab es dann auf der Manu-Bühne Konzerte der Lehrer, teils solo, teils mit ihren Bands. Daneben fanden zweimal zeitgleich offene Sessions im Jazzclub nebenan statt. Alle Veranstaltungen waren überaus gut besucht, von einem so erfreuten wie kundigen Publikum, für das sowohl die Manufaktur wie die Gitarrentage bekannt sind. Etwas, was die Musiker, wie viele immer wieder beteuern, an Schorndorf sehr zu schätzen wissen.

Ohne Ehrenamtliche und zwei FSJler der VHS wäre der reibungslose Ablauf und vor allem die einladende Offenheit auch mit einem Festival-Café nicht zu schaffen gewesen, betont Sandra Wackenhut, die Organisatorin der Gitarrentage, die zudem mit dem gesamten und sichtlich hoch motivierten Team der Geschäftsstelle bis - na sagen wir: sehr - spät im Einsatz war.

Lebendiges Festival-Areal

Trotzdem oder genau deshalb ist da ein Strahlen im Gesicht von Geschäftsführerin Stefanie Grünes: „Ich denke, es ist fantastisch für Schorndorf, dass die Gitarrentage wieder stattgefunden haben.“ Und mit einem Blick auf das lebendige Festival-Areal zwischen Manu und Jazzclub: „Gut besucht. Super Atmosphäre!“

Und die zeichnete sich eben vor allem auch in der Musik durch ihre stilistisch alle Genres und Grenzen mischende oder überschreitende Welt-Offenheit aus. Etwa beim Auftritt des virtuosen Gitarren-Duos mit Ulf Wakenius und Paulo Morello, die mit federnder Freude sowohl Blues, Gypsy oder Brazil zum intensiven Leuchten brachten. Oder danach Karim Baggili, Belgier mit jordanisch-jugoslawischen Wurzeln, der vor allem, wenn er zur Oud griff, den orientalen Nahen Osten übers levantinische Mittelmeer direkt nach Schorndorf herüberwehen ließ. Im Konzert leider etwas zu gezähmt, hingegen furios entfesselt danach bei der Jamsession im Jazzclub.

Bis spät wurde nach dem Konzert noch im Café weiter gejammt

Zunächst groovend der Beginn der Crossover-Night beim Auftritt von Wolfgang Schmid und Luminos W mit einem bestechend präsenten Peter Wölpl an der E-Gitarre. Und danach soll es zu bei „The Prize“ zu später Stunde noch zu wogenden Tänzen vor der Bühne gekommen sein. Bis spät wurde danach, wie zu erfahren war, noch im Café weiter gejammt.

Am letzten Tag dann das traditionelle Abschluss-Konzert aller Beteiligten. Das Wetter weinte aus Trennungsschmerz dann ausdauernd dazu. Doch alle freuen sich schon jetzt auf die nächsten Gitarrentage. Auf das hohe Lied der friedlichen Vielfalt der Welt von allen Saiten.

Da konnte man sie schon frühmorgens durchs Städtchen schlurfen sehen. Alle pilgerten sie auf ein Ziel zu, gen Osten, zur Manufaktur. In den Händen hatten sie schwarze, kofferartig schlanke Behältnisse. Mitnichten beladen mit schweren Waffen.

Nein. Gitarren waren drin. Und ihre Besitzerinnen und Besitzer versammelten sich fünf Tage lang friedlichst im Zusammenspiel, um bei den Schorndorfer Gitarrentagen die Schönheit und Vielfalt der musikalischen Welt von allen Saiten erklingen zu

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