Schorndorf

Enttäuschung beim Siechenfeldfest Schorndorf: Wenig Besucher bei Regen und Kälte

Siechenfeldfest
Trotz Regenjacken mit gutem Appetit zur Livemusik von „Heilandzack“ bei Mulfinger Automobile. © Gabriel Habermann

Wo sonst zumeist ein frühlingshaft fröhliches Geschiebe und Gedränge, belebtes Treiben und bunter Trubel herrschen, waren es diesmal überschaubar wenige Besucher, die sich geschützt unter Regenschirmen dem kühlen Dauernieseln beim Siechenfeldfest aussetzten. Heiß waren an diesem Tag nur die vielerorts brutzelnden Roten Würste.

Von Hochsommertemperaturen bis Schnee gab es schon alle Wetterlagen

Schade war das auch, weil das jährliche Event besonders ein Familientag ist, bei dem es immer viele Angebote zum Mitmachen und Spielen für die Kids gibt. „Wir haben umdisponiert und draußen keine Anlage für Kinder aufgebaut“, erklärt mit bedauerndem Blick auf den Dauerregen Annette Hinderer, Assistentin der Geschäftsleitung von Automobile Burger Schloz, wo sonst auf dem Hof immer etliche Attraktionen wie eine Spielstraße oder ein Elektroquadparcours für besonders beliebten Spaß bei den Kleinen sorgten.

„Tagelang“, so Hinderer, „war alles vorbereitet worden.“ Stattdessen ist nun die von der Metzgerei Winter bewirtete trockene Werkstatt mit etlichen Tischen gut besucht. Und augenscheinlich, wie nur ein kurzer Blick in den „Baumarkt Toom“ zeigt, ist dem schwäbischen Heimwerker das Wetter egal. Die Gelegenheit, sonntags noch geschwind ein Elektrokabel zu kaufen, sie scheint genutzt zu werden.

„Es ist echt traurig“ fasste der Vorsitzende der Werbegemeinschaft Siechenfeld, Achim Knödler, die Stimmung der Veranstalter zusammen. „Das hat uns in der Vorbereitung allen viel Kosten und Mühe gemacht. Nach zwei Jahren Abstinenz hätte das entsprechend belohnt werden sollen.“ Es kam anders. Aber er erinnert sich auch an verschiedenste Wetterlagen in den vergangenen 30 Jahren: „Wir haben schon viel erlebt von Hochsommertemperaturen bis zu Schnee und Hagel.“ Dennoch ist der Geschäftsleiter des Bürozentrums Jeutter nicht etwa schlecht gelaunt. „Wir haben Leute aus unserer Kundschaft persönlich eingeladen, und die sind dann auch trotzdem gekommen“, freut er sich.

Zum ersten Mal dabei war Günter Dzierzawa mit seiner Holzmanufaktur „Lignarius“. Er ist zwar schon seit drei Jahren am jetzigen Standort, aber die letzten beiden Male fiel das Fest Corona zum Opfer. „Es ist dieses Jahr meine Premiere und extrem schade.“ Aber auch er ist nicht deprimiert über den ausgebliebenen Massenandrang und kann sich umso intensiver dem beratenden Gespräch mit zwei interessierten Besuchern in seiner Werkstatt widmen.

Regensicher, aber eng aus dem gläsernen Eingangsbereich des Autohauses Mulfinger spielend, versucht die Band „Heilandzack“ ohne erkennbares Publikum gute Laune mit dem Song „I like it (rockin’ all over the world)“ zu verbreiten. Während auf der anderen Seite der Stuttgarter Straße die Blaskapelle „Charivari“ im ganz gut besuchten Zelt bei Hahn Automobile dann doch den Inhalt etlicher kühler Biergläser auf den Tischen sanft zum Mitschwingen bewegt.

Berühmt für ihre fantastische Kuchentheke und die Wurstknöpfle mit Kartoffelsalat sind die das Event Glashaus bewirtenden Schorndorfer Weiber. Aber auch dort, wo ein großer Ofen mit mächtigen Holzscheiten am angenehmen Heizen ist, muss man diesmal nicht anstehen. „Wir haben noch viel Kuchen, sonst ist es hier rappelvoll“, erklärt Christel Riedel am frühen Nachmittag. Aber da ist es bis zur Kaffeestunde noch eine Weile hin.

„Waffeln statt Waffen“, wirbt in den Farben der Ukraine ein Schildchen beim Stand des Kinderschutzbundes. Der Erlös geht hier an ukrainische Flüchtlinge. Während die anderen Benefizaktionen des Siechenfeldfestes dem Förderverein Kidstreff für das Projekt „Talente entdecken“ zugehen.

Wo sonst zumeist ein frühlingshaft fröhliches Geschiebe und Gedränge, belebtes Treiben und bunter Trubel herrschen, waren es diesmal überschaubar wenige Besucher, die sich geschützt unter Regenschirmen dem kühlen Dauernieseln beim Siechenfeldfest aussetzten. Heiß waren an diesem Tag nur die vielerorts brutzelnden Roten Würste.

Von Hochsommertemperaturen bis Schnee gab es schon alle Wetterlagen

Schade war das auch, weil das jährliche Event besonders ein Familientag ist, bei

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