Schorndorf

Erster Bürgerempfang: Das bewegt die Menschen in Schornbach

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Die Schornbacher Ortsvorsteherin Sandra Sachse informierte die Bürgerinnen und Bürger beim ersten Bürgerempfang im evangelischen Gemeindehaus. © Ralph Steinemann Pressefoto

Eine bessere Busverbindung wünschen sich die Schornbacher: mit einer engeren Taktung und einer Haltstelle nahe der Brühlhalle. Einen kleinen Discounter hätten sie gerne im Flecken, einen neuen Boden im Ofen im Backhaus und eine Neuauflage des früheren Infoblättles Simplizius. Eine Person stört sich am Rasen beim Schachspiel und fordert häufigeres Mähen ein: All das waren Punkte, die die Menschen beim ersten Schornbacher Bürgerempfang unter den Stichworten Kritik und Anregungen an den Pinnwänden festgehalten hatten. Zuvor hatte Claudia Siegle für die Kirche ein Grußwort gesprochen und Ortsvorsteherin Sandra Sachse über die Projekte des Ortschaftsrats informiert, dann war Zeit für Gespräche: Der Empfang im evangelischen Gemeindehaus war eine Premiere, und sie ist gelungen.

Entstanden war die Idee des Bürgerempfangs, weil sich die Bürger mehr Transparenz im Ortschaftsrat gewünscht hatten, so die Ortsvorsteherin. Erfahrungen habe es keine gegeben, weshalb die Planung nicht einfach gewesen sei. Am Ende waren rund 60 Personen gekommen, um miteinander und mit dem Ortschaftsrat ins Gespräch zu kommen und sich über Projekte wie Baustellen und Glasfaserausbau informieren zu lassen.

Im Schulbus aus Mannshaupten sind jetzt auch Erwachsene erlaubt

Mit dem Glasfaserausbau soll im kommenden Jahr begonnen werden – eine Forderung aus Mannshaupten hat sich bereits erfüllt: Wenn noch Platz im Schulbus ist, dürfen auch Erwachsene mitfahren. Noch habe allerdings keiner das Angebot genutzt, sagte Sandra Sachse. Zur Freizeitgestaltung wurden das Outdoor-Schach und die Boule-Bahn angelegt, für die Jugendlichen das Streetball-Feld mit neuem Korb und neuer Markierung aktiviert. Schwieriger gestaltet sich indes der langgehegte Wunsch, in der maroden unter Denkmalschutz stehenden Kelter einen Bürgertreff einzurichten. Bei der Untersuchung des Gebäudes habe sich gezeigt, dass die Statik neu berechnet werden muss. „Jegliche Investition in die Kelter wäre ohne dies verschwendete Zeit und Geld“, erklärte die Ortsvorsteherin. Der Ortschaftsrat werde einen Haushaltsantrag stellen, um das Aufmaß der Kelter erstellen zu lassen. Erst dann könnten die Kosten geschätzt werden. Eine kurzfristige Lösung könnte das Angebot der katholischen Kirchengemeinde sein: Pfarrer Kessler habe das katholische Gemeindehaus, das außerhalb der Gottesdienste am Sonntag weitgehend leersteht, als Bürgertreff angeboten. „Es wäre zumindest eine schnelle Möglichkeit, bürgerliches Engagement zu bündeln, und um weitere Themen im Ort anzugehen“, sagte Sachse unter dem Beifall der Zuhörer.

Gestartet hat in dieser Woche der Bau der Seniorenwohnungen, Mitte Juli soll das Exposé fertig sein. „Damit wird es dann spruchreif, planbar und es geht in die Bewerbung“, sagte sie. Die Voraussetzung: Über 60 oder gehbehindert müssen die Bewerber sein und sie sollten aus Schornbach kommen. Gebaut wird auch in der Schule und im Kindergarten: Mit Beginn der Sommerferien wird die Heizung in der Sommerrainschule erneuert und im Untergeschoss der Brandschutz ertüchtigt. Im Oktober ist der erste Spatenstich für den Anbau der Schule geplant - alles in allem Kosten von mehr als zwei Millionen Euro. Für 835.000 Euro wird die Kita Ellenberg erweitert. Die größte Baustelle indes ist das Neubaugebiet Beunden, wo derzeit 14 Bauplätze entstehen. Für die zwölf städtischen Bauplätze gingen laut Sandra Sachse bisher 41 Bewerbungen ein. Das Bewerbungsverfahren läuft noch bis zum 30. Juni.

Nach den Sommerferien beginnt in der Brühlhalle der Sport wieder

Ihre Halle werden die Schornbacher bald zurückbekommen. Dort hatten in den vergangenen Monaten Flüchtlinge gewohnt, zuletzt haben 48 Männer, Frauen und Kinder in der Brühlhalle gelebt. Ganz unproblematisch ist die Unterbringung nicht verlaufen: „Nicht nur Frauen und Kinder kamen in die Brühlhalle, gebettelt wurde, es gab Streitigkeiten auf dem Spielplatz und vieles mehr“, berichtete die Ortsvorsteherin. Viele Treffen der Organisatoren hätten stattgefunden, Sanktionen wurden ausgesprochen: „Eine Familie musste sogar die Unterkunft verlassen.“ Gleichzeitig erinnerte Sachse daran, dass vieles auch gut funktioniert: Eine Vielzahl von Freiwilligen habe Fahrdienste zum Arzt, zur Kleiderkammer, zu Terminen übernommen. „Es gibt Sprachunterricht, Freiwillige die sich kümmern, die Flüchtlinge an die Hand nehmen, ihnen einiges zeigen.“ Die Integration, auch die der Kinder in der Schule, verlaufe gut. Inzwischen ist das Ende der Flüchtlingsunterbringung in Sicht: Nach den Sommerferien soll die Halle wieder für den Sport nutzbar sein.

Ortschaftsrat soll sich vorstellen

Nach dem offiziellen Teil, den Sigurd Väth am Klavier musikalisch umrahmt hatte, gab es bei Fingerfood, Sekt und anderen Getränken die Gelegenheit für die Schornbacher, miteinander und mit dem Ortschaftsrat ins Gespräch zu kommen. Wobei für Letzteres ein konstruktiver Vorschlag an die Pinnwand gepinnt war: Eine Neubürgerin schlug vor, dass sich die Ortschaftsräte vorstellen sollten, weil sie keineswegs bei allen bekannt seien. Ortsvorsteherin Sandra Sachse versprach, den Vorschlag beim Bürgerempfang im kommenden Jahr zu beherzigen.

Eine bessere Busverbindung wünschen sich die Schornbacher: mit einer engeren Taktung und einer Haltstelle nahe der Brühlhalle. Einen kleinen Discounter hätten sie gerne im Flecken, einen neuen Boden im Ofen im Backhaus und eine Neuauflage des früheren Infoblättles Simplizius. Eine Person stört sich am Rasen beim Schachspiel und fordert häufigeres Mähen ein: All das waren Punkte, die die Menschen beim ersten Schornbacher Bürgerempfang unter den Stichworten Kritik und Anregungen an den

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