Schorndorf

Erster Schultag im Containerbau

1/2
515eca26-52bd-490d-9187-7d49e6923d45.jpg_0
Containerschule auf dem ehemaligen Kleinspielfeld im Rainbrunnen: Dank der Farbtupfer von außen freundlich ... © ZVW / Gabriel Habermann
2/2
_1
.... und von innen (beim Besichtigungstermin) wie eine ganz normale Schule. © Gabriel Habermann

Schorndorf. Große Freude, Dankbarkeit und Erleichterung: Am Montagmorgen konnten die Grundschulklassen nach nur sechswöchiger Bauzeit in die Containerschule im Rainbrunnen einziehen. Parallel plant die Stadt bereits jetzt für das Schuljahr 2022/23 einen Neubau – und musste in die Interimslösung dennoch 2,9 Millionen Euro stecken. Im Altbau, Anfang der 1970er Jahre als Provisorium errichtet, war Unterricht wegen Schimmels nicht mehr möglich.

Der erste große Schritt in Richtung Neubau ist getan: Parallel zum Betrieb in der Containerschule hat der Fachbereich Gebäudemanagement bereits den Grundschul-Neubau im Rainbrunnenschulzentrum fest im Blick. Mit dem Lehrerkollegium hat Projektleiter Bernhard Gunesch schon Workshops zum Raumprogramm veranstaltet, die Ausschreibung folgt in absehbarer Zeit. Und dabei, daran erinnerte Bürgermeister Thorsten Englert beim Vor-Ort-Termin am Montagmorgen, hatte die Stadt im vergangenen Jahr noch geplant, den maroden Grundschulanbau bis zum Jahr 2030 fit zu machen.

Und das, obwohl bekannt war, dass es seit Jahren ein Schimmelproblem in der Grundschule gibt und Eltern von hustenden, blutspuckenden Kindern berichteten, von vermehrten Asthmafällen und Dauerinfekten auch im Kollegium die Rede war. In einer Informationsveranstaltung im Oktober 2018 berief sich die Stadt noch auf ein im Sommer erstelltes Gutachten, das von einem „geringen bis mittleren Befall“ sowie von „geringen Hinweisen auf Feuchteschäden“ sprach, die mit Sicherungsmaßnahmen in den Griff zu bekommen seien.

Lehrer und Eltern: „Total glücklich“, „dankbar und begeistert“

Doch es kam anders – und auch recht schnell: Nur fünf Monate nach der von massiven Elternprotesten begleiteten Informationsveranstaltung konnte die Stadt am Montagmorgen eine Lösung präsentieren, mit der jetzt offenbar alle zufrieden sind. „Wir sind total glücklich“, bekannte Schulleiterin Karola Gross und lobte beim Vor-Ort-Termin die terminliche Punktlandung und die konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt: „Man hat uns gehört, das war ganz hervorragend.“ Und auch Elternbeiratsvorsitzende Simona Lindacher zeigte sich „dankbar und begeistert“.

Die Interimslösung auf dem ehemaligen Kleinspielfeld besteht – mit einer Gesamtfläche von 1700 Quadratmetern – aus 120 neuen und aufbereiteten Containern. Nach einwöchiger Aufbauzeit folgte der Innenausbau. Herausgekommen ist ein Schulbau, in dem sich’s unterrichten und lernen lässt. Dank der Farbtupfer aus dem Schullogo wirken die Container von außen freundlich – und innen wie eine ganz normale Schule. Und obwohl es, wie Schulleiterin Gross einräumte, noch nach Umzug aussieht – die Leistung, die das Kollegium erbracht hat, ist enorm: Nach dem Umzug am Ende vergangener Woche hatten sie am Montagmorgen gerade mal 90 Minuten Zeit zum Einräumen – bevor die Schülerinnen und Schüler nach der großen Pause in die neuen Klassenzimmer gestürmt sind. In einem zweiten Container-Gebäude gibt es – neben den zwölf Grundschulklassen – Materialräume plus Nebenräume für den Ganztagsbetrieb. Wegen dieses zusätzlichen Platzbedarfs hatte die Stadt das zunächst angedachte Ausweichquartier im leeren Obergeschoss des Burg-Gymnasium-Altbaus letztendlich auch verworfen.

Für Oberbürgermeister Matthias Klopfer jedenfalls bedeutet die Containerlösung eine Entspannung für die Schule und für die Kommunalpolitik: „Jetzt wissen wir, dass es funktioniert.“ Auch wenn’s, wie Bürgermeister Englert einräumte, ein „doppelter Kraftakt“ war – für den Fachbereich und in finanzieller Hinsicht. Fast drei Millionen Euro muss die Stadt in die Interimslösung stecken, inklusive Auf- und Abbau der Container und der Miete. Dazu kommen Kosten in noch nicht bekannter Höhe für einen Neubau, der zum Schuljahr 2022/23 bezugsfertig sein soll. Plus das übliche Renovierungsprogramm: Die Stadt steckt jedes Jahr rund drei Millionen Euro in den Unterhalt der 150 städtischen Immobilien.