Schorndorf

Erster Tag als neuer OB im Rathaus Schorndorf: Was Bernd Hornikel jetzt vorhat

Bernd Hornikel neuer OB in Schorndorf
Bernd Hornikel wurde im November zum OB gewählt, an diesem Dienstag tritt er sein Amt an. © Benjamin Büttner

Die Zeit der Vakanz an der Spitze der Stadt Schorndorf ist vorbei: Drei Monate nach seiner Wahl tritt Bernd Hornikel an diesem Dienstag sein Amt als Nachfolger von Matthias Klopfer und neuer Schorndorfer Oberbürgermeister an. „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht und ich die Themen anpacken kann“, sagt er. Dass er große Lust hat auf die Aufgaben und Herausforderungen in Schorndorf, ist ihm anzusehen. Umgekehrt spüre auch er in der Stadt und der Stadtverwaltung, dass sich viele seinen Start in Schorndorf wünschen. Immerhin fast ein Jahr ist es her, dass sich Ex-OB Matthias Klopfer zur Kandidatur in Esslingen entschloss und sein Herzblut dann vor allem in den Wahlkampf steckte. „Ich habe das Gefühl“, sagt Hornikel, „die Luft war raus.“

Die Amtseinführung ist am 15. März

Er selbst hat seit seiner Wahl im November engen Kontakt zum Rathaus und seinen künftigen Mitarbeitern gehalten. Mit Erstem Bürgermeister Thorsten Englert war er im Gespräch, mit seinem Büro und vielen Stadträten. Die Gemeinderatssitzungen verfolgte er noch von der Zuschauerbank aus. Das wird sich jetzt ändern. Am 10. März findet unter seiner Leitung die erste Gemeinderatssitzung statt, am 15. März wird er in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung offiziell in sein Amt eingeführt.

Debatte um Stadtbücherein steht auf der Agenda

„Die ersten beiden Wochen werde ich schöne Termine haben“, sagt Hornikel. Klar, dass das Kennenlernen von Mitarbeitern, Bürgern und Bürgermeisterkollegen anfangs noch im Vordergrund steht. Aber auch wichtige Themen und Entscheidungen stehen schon auf seiner Agenda – allem voran die Debatte um die Stadtbücherei, bei der er im Wahlkampf noch mit einem „Jein“ unterwegs war. Inzwischen bezieht er hier eine klarere Position. Es gebe eine Beschlusslage pro Bücherei, die man nicht einfach wegschieben könne, sagt er. Deshalb habe er sich vorgenommen, über das Projekt nur dann neu zu diskutieren, wenn der Kostenrahmen völlig gesprengt werden würde oder ihn das Konzept der Bibliothek absolut nicht überzeuge. „Wenn wir das Geld in die Hand nehmen, muss die Bücherei auch zukunftsfähig sein“, ist er überzeugt. Einem stimmigen Konzept werde er sich aber nicht entgegenstellen. „Das würde uns sonst um Jahre zurückwerfen.“ Auch weil die Zukunft der Volkshochschule damit verbunden sei und nicht zuletzt der längst vollzogene Umzug des technischen Rathauses ins Gebäude der Stadtwerke.

Apropos Stadtwerke. Auch die stehen weit vorne im Terminkalender des neuen Oberbürgermeisters. „Die Stadtwerke scheinen immer noch ein großes Thema zu sein“, sagt er. Nach außen habe es noch den Anschein, dass es nicht rund läuft in den Stadtwerken, hat er erkannt. Dabei seien E-Mobilität und Klimawandel wichtige Themen, bei denen die Stadtwerke aktiv werden und ihre Konzepte auch umgesetzt werden müssten. „Die Frage an sie ist: Wo stehen wir? Und was habt ihr vor?“

Ein neuer Stadtplaner muss her 

In seinem Wahlkampf hatte sich Bernd Hornikel für mehr Aufenthaltsqualität in der Stadt eingesetzt und damit auch eine attraktive Umgestaltung des Unteren Marktplatzes, etwa als Fläche für Aktionen und Veranstaltungen, ins Spiel gebracht. Mehr Grün müsse in die Stadt gebracht werden, meinte er, Bäume, Wasserspiele und entsiegelte Flächen, um einer immer stärker zunehmenden Aufheizung der Innenstadt entgegenzuwirken. Autos, Fahrräder und Fußgänger müssten sicher und bequem in die Innenstadt gelangen. Eine große Aufgabe für die Stadtplanung – doch nun hat sich bereits vor Hornikels Amtsantritt Stadtplanungsamtschef Thorsten Donn verabschiedet. Wie berichtet, wechselt der Schorndorfer Chefplaner nach Stuttgart und wird dort Leiter des Stuttgarter Amts für Stadtplanung und Wohnen. „Dass der Fachbereichsleiter geht, ist ein Brocken“, konstatiert der neue Oberbürgermeister. Thorsten Donn habe er schon vor seinem Wahlkampf in Schorndorf gekannt und ihn als fachlich super erlebt. „Stadtplanungsamtsleiter in Stuttgart ist eine andere Liga“, meint Hornikel. Allein für die Stuttgart-21-Themen brauche Donn eine Menge Standing und ein glückliches Händchen. Für Schorndorf wiederum, findet Hornikel, könne der Wechsel aber auch eine Chance sein: „Ich kann jemanden suchen, der so tickt wie ich.“

Ein Oberbürgermeister zum Anfassen

Ende November – die Wahl war seit gerade ein paar Stunden Geschichte – ist Bernd Hornikel mit seiner Lebensgefährtin nach Schorndorf gezogen. Schon von 2016 bis 2019 hatte er in Schorndorf gewohnt, damals von den Menschen in der Stadt aber wenig mitbekommen. Das hat sich in seinem Wahlkampf gründlich geändert. „Für den Weg vom Archivplatz zum Rathaus brauche ich 15 bis 20 Minuten“, erzählt er vergnügt. Dass ihn die Leute kennen und ihn ansprechen, gefällt ihm: „Es ist wichtig, dass sich die Leute das trauen“, findet er. Ein Oberbürgermeister zum Anfassen möchte er sein, einer, der mit den Leuten ins Gespräch kommt und ihnen zuhört. Kein Wunder, dass Termine mit Gruppen und Vereine für ihn zu den leichten Übungen gehören und er sich drauf freut. „Viele Termine sind schön“, sagt er, „auch der Sonntagstermin.“ Ein bisschen ernüchtert sei er angesichts der Fülle seines Terminkalenders schon, räumt er ein, schiebt aber sofort hinterher, dass ihm ja trotzdem noch viele Freiräume bleiben.

Sein Sonntagstermin am 6. März steht schon fest: Anbaden im Ziegeleiseebad ist anberaumt. „Oh je, oh je“, sagt er lachend: „Vier bis fünf Grad Wassertemperatur sind zu erwarten, das ist sportlich.“ Dass er kneift, kommt für ihn indes nicht infrage, und das ist schon aus Übungszwecken gut so. Denn den Sprung ins kalte Wasser, den hat Bernd Hornikel in den kommenden Wochen noch öfter vor sich.

Die Zeit der Vakanz an der Spitze der Stadt Schorndorf ist vorbei: Drei Monate nach seiner Wahl tritt Bernd Hornikel an diesem Dienstag sein Amt als Nachfolger von Matthias Klopfer und neuer Schorndorfer Oberbürgermeister an. „Ich freue mich, dass es jetzt losgeht und ich die Themen anpacken kann“, sagt er. Dass er große Lust hat auf die Aufgaben und Herausforderungen in Schorndorf, ist ihm anzusehen. Umgekehrt spüre auch er in der Stadt und der Stadtverwaltung, dass sich viele seinen Start

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