Schorndorf

Erstkommunion muss noch warten - wie die Katholische Kirche in Schorndorf das Fest plant

Priester
Priester in einer katholischen Kirche. © kisistvan77/pixabay

Viel Vorbereitung, ein großes Familienfest und ein besonderer Gottesdienst: Die Erstkommunion wird in vielen katholischen Familien als große Feier begangen. Doch unter den aktuellen Coronaregeln ist dies quasi unmöglich, die Heilig-Geist-Kirche hat daher die Erstkommunion verschoben. Der Termin ist aber nicht das Einzige, das sich für die jungen Katholikinnen und Katholiken in der Pandemie geändert hat.

Am Weißen Sonntag, der auf den Sonntag nach Ostern fällt, feiern die Katholiken traditionell die Erstkommunion. Auch in der Schorndorfer Heilig-Geist-Kirche sollten am 11. und 18. April eigentlich die Gottesdienste stattfinden. „An einem normalen Weißen Sonntag ist die Kirche brechend voll“, sagt die Pastoralreferentin Simone Dobler. Doch in Zeiten der Pandemie ist das undenkbar. Die Kirche hat die Feier daher verschoben.

Acht Gottesdienste sind geplant

Die katholische Kirche Heilig-Geist, in die vor allem Katholiken aus Schorndorf und Winterbach gehen, setzt ihre Hoffnung nun auf den Juli. An vier Samstagen sollen jeweils zwei Gottesdienste für die Erstkommunion stattfinden. Warum aber am Samstag statt am Sonntag? „Die Besucherzahlen in den einzelnen Gottesdiensten sollen gering gehalten werden“, erklärt Simone Dobler. Weil an Sonntagen auch noch andere Kirchgängerinnen und Kirchgänger kommen, sollen die Kommunionen nun samstags stattfinden. In kleinen Gruppen sollen die Mädchen und Jungen, die meist neun und zehn Jahre alt sind, nun ihre Erstkommunion erhalten. Vor allem für die Ehrenamtlichen ist das Vorhaben ein Kraftakt, schließlich wird es insgesamt acht Feiern geben. Unter anderem die Musikerinnen und Musiker sind dann besonders gefragt. An dem neuen Termin sollen die Kinder mit ihren Familien feiern können, auch Großeltern sollen mitfeiern können, so die Hoffnung von Simone Dobler.

Zur Vorbereitung der Erstkommunion finden eigentlich mehrere Vorbereitungstage und Unterrichtsstunden statt. Doch auch dafür musste in der letzten Zeit eine Alternative her. Unter anderem fand ein Stadtspiel statt, in dem es um die christlichen Spuren in Schorndorf geht, und auch christliche Geschichten wurden zum gemeinsamen Lesen verschickt. Außerdem gestaltete jedes Kind ein eigenes Filzbild, das nun als Gesamtkunstwerk im Eingangsbereich der Kirche hängt. Damit wolle man die Tradition des Hungerbildes fortführen, so Simone Dobler.

Es gehe jetzt familiärer zu

Die zuletzt notwendigen Einschränkungen seien zwar einerseits schade, sorgten andererseits aber für ein familiäreres Fest, so die Pastoralreferentin. Viele Familien betreiben in anderen Jahren einen enormen Aufwand. Oft wird bereits ein Jahr vorher ein Tisch im Restaurant reserviert, viele kaufen außerdem aufwendige Kleidung und gehen vorher nochmals zum Friseur.

In den vergangenen Jahren hat die katholische Kirche Heilig-Geist daher versucht, einen Teil des Drucks herauszunehmen. „Vor Gott sind wir alle gleich“, sagt die Pastoralreferentin. Beim Gottesdienst selbst müssen die Kinder deshalb seit etwa acht Jahren alle das gleiche weiße Gewand tragen. Aufwendige weiße Kleider, die oftmals Hochzeitskleidern ähneln, sind daher nicht mehr notwendig. Manche Mädchen tragen sie aber auch heute noch unter dem Gewand, andere entscheiden sich für ein einfaches Sommerkleid. In der Krise rücken solche Fragen aber weiter in den Hintergrund, so die Schorndorfer Pastoralreferentin.

Viel Vorbereitung, ein großes Familienfest und ein besonderer Gottesdienst: Die Erstkommunion wird in vielen katholischen Familien als große Feier begangen. Doch unter den aktuellen Coronaregeln ist dies quasi unmöglich, die Heilig-Geist-Kirche hat daher die Erstkommunion verschoben. Der Termin ist aber nicht das Einzige, das sich für die jungen Katholikinnen und Katholiken in der Pandemie geändert hat.

Am Weißen Sonntag, der auf den Sonntag nach Ostern fällt, feiern die Katholiken

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