Schorndorf

Familienpaten gesucht: Warum das Projekt ein Mehrwert für Schorndorf ist

Familienpaten Projekt
Magdalena Hecker-Rost (links) und Beate Härer freuen sich über das Familienpaten-Projekt in Schorndorf. © Gabriel Habermann

„Das Familienpaten-Konzept passt sehr gut nach Schorndorf. Es ist ein Mehrwert, schließt direkt an das Wellcome-Projekt des Kinderschutzbundes an und kann Familien eine große Hilfestellung in der coronabedingten und nicht-coronabedingten Zeit geben“, sagt Magdalena Hecker-Rost, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Schorndorf/Waiblingen, Deutscher Kinderschutzbund. Warum die Familienpatenschaft in Schorndorf ein wichtiges Projekt ist, haben Koordinatorinnen und Verantwortliche der Stadt Schorndorf, des Familienzentrums und des Kinderschutzbundes bei einem Pressegespräch erläutert.

Das „Netzwerk Familienpatinnen und Familienpaten Baden-Württemberg“ wurde im Jahr 2013 als begleitende Maßnahme vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren Baden-Württemberg zur Bundesinitiative Frühe Hilfen ins Leben gerufen. Auch in Schorndorf sei dieses Projekt immer ein Thema gewesen. Nun wolle man dank finanzieller Fördermittel so schnell als möglich an den Start gehen. Die Bewältigung des Alltags und die Kindererziehung sind für viele Familien eine große Herausforderung. „Hilfen und Unterstützung für Familien sind immer gefragt – in der Corona-Zeit dringender denn je“, so Magdalena Hecker-Rost.

Tätigkeit wird geschult und fachlich begleitet

Es stünden vor allem Familien im Vordergrund mit Kindern im Alter von ein bis drei Jahren. „So haben wir einen direkten Übergang vom Wellcome-Projekt“, erklärt Sabine Daunderer vom Fachbereich Familie und Soziales (Sozialplanung und Bürgerschaftliches Engagement). Im Rahmen des Armutspräventionsprojektes wolle man vor allem da hingucken, wo die Unterstützung am nötigsten ist: beispielsweise bei Behördengängen, in kinderreichen Familien, wo die Eltern vielleicht nicht arbeiten gehen können, oder für Alleinerziehende. „Wir gelten als Koordinatorinnen zwischen den Paten und den Familien, sind stetige Begleiter und bieten eine hochwertige Ausbildung“, ergänzt Tanja Louw vom Integrationsmanagement der Stadt Schorndorf. „Uns ist es zudem wichtig, dass das Netzwerk funktioniert und es keine einmalige Aktion ist, sondern längerfristig existiert“, ergänzt Simone Halle-Bosch vom Familienzentrum. Nun gilt es, Interessierte zu finden, die sich für das Ehrenamt eines Familienpaten beziehungsweise einer -patin begeistern können. „Das Alter, das Geschlecht, die soziale Herkunft oder der Beruf spielen dabei keine Rolle. Was zählt, ist die Erfahrung, die Motivation und die Bereitschaft, einer Familie zu helfen und sich mit den Kindern zu beschäftigen“, zeigt Sabine Daunderer die Erwartung auf.

Die Tätigkeit als Familienpate werde geschult und kontinuierlich fachlich begleitet. Die Paten sollen laut Tanja Louw die Familien stärken: „Es ersetzt keine professionelle Hilfe, es soll vielmehr Hilfe zur Selbsthilfe sein.“

Koordinatorinnen stehen zur Seite

Bei der Ausbildung zum Familienpaten stehen die Koordinatorinnen zur Seite. Sie dauere etwas ein Jahr und bestehe aus verschiedenen Modulen sowie virtuellen und persönlichen Treffen. Was von Familienpaten erwartet wird, beantwortet Sabine Daunderer: „Sie sollen Familien ein- bis zweimal pro Woche für eine Dauer von sechs bis zwölf Monaten unterstützen. Die Möglichkeiten der Unterstützung sind dabei vielfältig und werden individuell auf die Situation zugeschnitten. Sie leisten zum Beispiel eine ganz praktische Unterstützung bei Aufgaben im Alltag oder der Kinderbetreuung. Familienpaten bieten aber auch emotionale Unterstützung durch Zuhören und Dasein. „Wir suchen keine perfekten Personen“, fügt Verena Sing vom Kinderschutzbund an, und weiter: „Wichtig ist uns, dass man wirklich Interesse hat, dieses Ehrenamt auszufüllen.“

Man wolle so schnell wie möglich ein „Starterpaket“ schnüren, um dann im Juli beginnen zu können. Nun gelte es zunächst, viele Interessenten zu gewinnen. Deshalb werde über die unterschiedlichsten Kanäle die „Werbetrommel gerührt“. Sabine Daunderer: „Zuerst werden die Familienpaten ausgebildet, dann werden Familien akquiriert und dann geht es in den sogenannten Matching-Prozess.“ Will heißen: Der Pate muss zur Familie passen und umgekehrt. Individuelle Bedürfnisse seien da ausschlaggebend.

Gespannt ist neben Magdalena Hecker-Rost auch Beate Härer, die die Abteilungsleitung Soziales und Senioren der Stadtverwaltung innehat: „Wir freuen uns, wenn das Projekt endlich startet und sich viele Interessenten für eine Familienpatenschaft melden.“

Wer sich mit den Koordinatorinnen in Verbindung setzt, dürfe auf jeden Fall damit rechnen, die bestmögliche Information über diese Aufgabe zu erhalten: „Wer Interesse hat, ein Familienpate oder eine Familienpatin zu werden, darf sich gerne an uns wenden. Vor allem dann, wenn man sich unsicher ist, ob das das richtige Ehrenamt für einen ist. Im persönlichen Gespräch lässt es sich am besten herausfinden“, so Sabine Daunderer.

„Das Familienpaten-Konzept passt sehr gut nach Schorndorf. Es ist ein Mehrwert, schließt direkt an das Wellcome-Projekt des Kinderschutzbundes an und kann Familien eine große Hilfestellung in der coronabedingten und nicht-coronabedingten Zeit geben“, sagt Magdalena Hecker-Rost, Geschäftsführerin des Kreisverbandes Schorndorf/Waiblingen, Deutscher Kinderschutzbund. Warum die Familienpatenschaft in Schorndorf ein wichtiges Projekt ist, haben Koordinatorinnen und Verantwortliche der Stadt

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