Schorndorf

Fassade der Atriumhalle muss saniert werden

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Alles andere als ansehnlich ist die Südfassade der Urbacher Atriumhalle. Sie wird jetzt einer Trockeneisabstrahlung unterzogen und soll dann einfach vergrauen. Das hat der Technische Ausschuss des Gemeinderats entschieden. © Schneider/ZVW

Urbach. Als vor rund 15 Jahren die Atriumhalle bei der gleichnamigen Schule gebaut wurde, galt sie fast als einzigartig. Zumindest die Konstruktion der Fassade. Einen Preis gab’s dafür sogar. Jetzt freilich bereitet just diese Fassade Kopfzerbrechen. Sie muss saniert werden, vor allem an der Südseite. Das Holz sieht nicht mehr schön aus, die Räte mussten entscheiden: Was tun?

Sie beschlossen letztlich in der Sitzung des Technischen Ausschusses die kostengünstigste Lösung, nicht aber, ohne vorher mehrere Varianten besprochen zu haben. Am wenigsten in die Tasche greifen muss die Gemeinde, wenn die Fassade mit Trockeneis abgestrahlt (die Farbe also entfernt) wird. Anschließend soll das Holz einfach vergrauen. Die Arbeiten sollen im Frühjahr 2019 ausgeschrieben und im Sommer dann durchgeführt werden.

Bauamtsleiter Markus Baumeister erinnerte in seiner letzten Sitzung in Urbach (er wechselt ja Ende des Monats nach Weinstadt) daran, dass bereits im Mai letzten Jahres „leidenschaftlich über die Holzverschalung diskutiert“ worden sei. Im Gespräch seien „lassen, wie es ist, aber dann sieht es unschön aus“, eine Trockeneisabstrahlung mit der Option, die Fassade dann entweder wieder zu streichen oder vergrauen zu lassen sowie ein Abstrahlen und Neuanstrich mit der gleichen oder einer helleren Farbe gewesen. Es gebe bereits schon „Probeflächen“ an der Halle. Dass es mehr als ein Jahr gedauert habe, bis das Thema wieder im Ausschuss behandelt werde, liege daran, dass andere Maßnahmen dringlicher gewesen seien. Heute nun schlage die Verwaltung vor, die Fassade abzuschleifen und mit einer helleren Farbe zu streichen. Das habe allerdings zur Folge, dass in ein paar Jahren wieder gestrichen werden müsse.

Planungsbüro D’Inka Scheible beteiligt sich mit 10 000 Euro

Genau das war der Punkt, der den Mitgliedern des Ausschusses nicht so recht gefallen wollte. FW-Fraktionsvorsitzende Ursula Jud, die sich bei der Abstimmung als Einzige enthielt, brachte deshalb den Vorschlag ins Spiel, die Fassade vielleicht ganz anders zu gestalten, und wollte wissen, was das kosten würde. Baumeister hielt dagegen, dass seinerzeit beim Bau „bewusst die Holzfassade“ gewählt worden sei. Das Abstrahlen der Fassade koste rund 10 000 Euro, das Streichen der Holzfenster (diese Arbeiten fallen auf jeden Fall auch noch an) etwa 13 000 Euro. Baumeister wies zudem darauf hin, dass sich das Planungsbüro von damals – es handelt sich um D’Inka Scheible – bereiterklärt habe, sich mit 10 000 Euro an den jetzt anfallenden Kosten zu beteiligen. Bleiben also an der Gemeinde nur 13 000 Euro hängen.

Ursula Jud ließ nicht locker. „Es gibt da noch mehrere Schwachpunkte“, hat sie ausgemacht. Zum Beispiel mindestens eine Türe, zudem ziehe die Feuchtigkeit an der Fassade hoch. Baumeister beruhigte: Das sei bereits gemacht worden.

CDU-Gemeinderätin Patricia Bäuchle wollte wissen, ob beim Abstrahlen Lackreste übrig bleiben. Sie plädierte wie Jud für eine Lösung, „bei der man nicht alle fünf bis acht Jahre streichen muss“. Baumeister meinte, bei der Trockeneisabstrahlung „gehen nicht alle Farbreste weg“. Anderer Ansicht war FW-Gemeinderat Jörg Heckenlaible: „Es geht alles weg, Voraussetzung ist allerdings, dass das Holz noch gut ist.“

SPD-Frau Anke Schön sagte: „Die Fassade sieht seit drei bis vier Jahren fürchterlich aus.“ Gegebenenfalls müsse man eben mit Farbresten leben. Burkhard Nagel (Grüne) dagegen meinte, die Fassade sehe vielleicht nicht schön aus, das Holz sei aber nicht kaputt, deshalb „kann man das alles so lassen, wie es ist“. Außerdem sollte man seiner Meinung nach nur die Fenster streichen, „die es nötig haben“. Das allerdings sind so gut wie alle, musste sich Nagel sagen lassen. Deshalb bekommen auch alle einen neuen Anstrich verpasst.

Patricia Bäuchle schlug schließlich vor, entweder die Fassade vergrauen zu lassen „oder eine ganz andere Lösung zu suchen“. Ersteres wird jetzt gemacht, wobei Bürgermeisterin Martina Fehrlen darauf hinwies, dass es eine „Übergangsfrist gibt, wo es nicht so schön aussieht“. Außerdem, auch das kam noch zur Sprache, vergraut die Fassade nicht auf allen Seiten der Atriumhalle gleich.

Rolf Koch für Markus Baumeister

Fast elf Jahre war Markus Baumeister als Nachfolger von Karl Hinderer Leiter des Urbacher Bauamts. Er wechselt wie berichtet zum 1. November nach Weinstadt und wird dort Leiter des Tiefbauamts. Von Anfang an im Gespräch als sein Nachfolger war Rolf Koch, sowohl unter Hinderer als auch Baumeister stellvertretender Bauamtsleiter. Er hat die Stelle inzwischen auch offiziell bekommen. Der Gemeinderat hat ihn gewählt.

Koch ist Beamter des gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdiensts und unter anderem für die Bauverwaltungsaufgaben zuständig. Und er verfügt, nachdem er bereits seit 1996 bei der Gemeinde als stellvertretender Bauamtsleiter tätig ist, über jede Menge Erfahrung, einhergehend mit einer ausgeprägten Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten und vor allem auch der Urbacher.

Die vakant werdende Ingenieurstelle mit Fachrichtung Tiefbau wurde erneut ausgeschrieben, nachdem eine erste Runde nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.