Schorndorf

Fernsehköchin Qin Xie veranstaltet Event mit Freiluftküche in Schorndorf

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Qin Xie freut sich auf das Kochevent im Stadtpark – und auch darauf, was die Gäste zu dem Acht-Gänge-Menü sagen werden. © privat

Welche Gaumenfreuden es bereiten kann, wenn die europäische Küche auf die asiatische trifft, wenn man Spätzle mal auf Chinesisch anbietet oder norwegisches Braunkäse-Eis mit Grüntee-Plätzchen serviert, weiß keine besser als Fernsehköchin, Fooddesignerin und Kochbuchautorin Qin Xie. Die 44-Jährige kommt ursprünglich aus China und liebt die Küche ihres Heimatlandes. Aber ein Leben ohne Sauerkraut und Haxe könne sie sich nicht mehr vorstellen, sagte sie einmal. Eigentlich ist sie als Unternehmensberaterin selbstständig.

Im Jahr 1999 kam sie aus der Hauptstadt Chengdu der für ihre Küche berühmten Provinz Sichuan nach Deutschland. Nach ihrem Diplom zur Wirtschaftsingenieurin und Jobs bei Bosch und Heidelberger Druckmaschinen setzte sie einen Master-Abschluss oben drauf. Sinologie und ostasiatische Kunstgeschichte studierte sie dann, um ihr Heimatland „aus anderer Perspektive zu betrachten“. Hauptberuflich bereitet sie Mitarbeiter großer Konzerne auf ihre Einsätze in China vor.

Groß ist die Leidenschaft für den Genuss

Aber das meiste Herzblut steckt im Kochen und in der Kreativität. Groß ist die Leidenschaft für den Genuss. Wohl auch deshalb hat sie in einer Galerie im Stuttgarter Westen eine Kochschule eröffnet. Und jetzt wird Qin Xie das ganz besondere Kocherlebnis „Food & Art“ in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule kreieren, und zwar am 25. Juni. Wie der Kontakt zur VHS zustande kam? Sie sei von Carmen Wirth, die bei der VHS für die Fachbereiche Kunst, Gesundheit und Kulinarisches zuständig ist, kontaktiert worden. „Sie hat über mich einiges gelesen. Und so hat sie mich gefragt, ob ich nicht Interesse an einer Kooperation hätte“, erzählt die schlanke Frau, die als kleines Mädchen bei ihrem Vater in Chengdu kochen gelernt hat.

Qin Xie ist nach Schorndorf gekommen, hat sich die Freiluftküche angeschaut und: „Ich war sofort von der Location angetan. Ich wusste sofort, dass ich unbedingt an diesem wunderschönen, außergewöhnlichen Ort ein Kochevent veranstalten will. Denn das Motto von "ChinChin Kitchen" ist ja ‚Asiatisch, authentisch und außergewöhnlich’.“

Live kochen im SWR-Fernsehen bei „Kaffee oder Tee“

Bei dem geplanten Kochevent werden die Gäste eher die Gaumenfreude genießen, als mit am Herd zu stehen und zu kochen. „Es wird eine interaktive Kochveranstaltung am Abend werden – mit der Künstlerin Irina Runkel aus Baden-Baden“, beschreibt Qin Xie. Künstlerin Irina Runkel hat ein neues Bild explizit für das Event gestaltet, anhand dieses Bildes wird Qin Xie ein essbares Kunstwerk erstellen. „Der gesamte Verkaufsbetrag dieses Bildes wird für einen guten Zweck an eine Organisation gespendet.“ Acht Gänge werde es geben – asiatische und außergewöhnliche Gerichte. Sie freue sich sehr darauf, sagt die Fernsehköchin, die unter anderem öfter mal im SWR-Fernsehen bei „Kaffee oder Tee“ live am Herd steht.

Von den Reisen in verschiedene Länder hat sie unvergessliche Genüsse und Geschmacksrichtungen mitgenommen. Ihren Fokus legt sie dabei auf die lokale Küche, besucht Restaurants. Was reizt sie an der europäischen Küche? „Ich schätze die Vielfalt der europäischen Küche sehr. Von Nord- bis Südeuropa über norwegischem Braunkäse, Skrei bis zu allen mediterranen Kräutern, Oliven, Meeresfrüchten. Dann die deutsche Laugenbrezel, das französische Baguette, die Croissants, oder eine Tart“, zählt sie auf und schwärmt weiter: „Spätzle, Maultäschle bis zu italienischen Pasta – so eine wahnsinnig große Auswahl an so unterschiedlichen Zutaten und Produkten, alles auf einer relativ kleinen geografischen Fläche! Echt genial!“

Viele kulinarische Eindrücke gesammelt

Wenn sie all diese Produkte kombiniert, Neues erfindet und mit asiatischen Eindrücken verbindet – welche Kochtricks wendet sie an? „Ich habe keine besonderen Tricks“, winkt Qin Xie ab und lächelt. „Ich verlasse mich auf meinen Instinkt, mein gutes Geschmacksgedächtnis und meine Neugierde. Ich möchte bei Reisen viel lernen und viel ausprobieren, mich inspirieren lassen, egal ob es sich um eine Sterneküche oder Garküche handelt.“

Auf ihren zahlreichen Touren habe sie viele kulinarische Eindrücke sammeln können. „Ich plaudere überall mit den Küchenchefs über ihre Lieblingsspeise, lasse mich bekochen oder in ihre Lieblingslokale führen.“ Zu Hause angekommen koche sie oft ihre Lieblingsspeise von der Reise nach, „dann variiere ich ein bisschen hier und dort, füge eine oder mehrere andere Zutaten dazu, um dann ein neues Rezept daraus zu kreieren.“ So ist auch ihr Kochbuch „Sichuan-Pfeffer meets Sauerkraut“ entstanden, das 2016 erschienen ist. Meistens koche sie zuerst in ihrem Kopf, beschreibt Qin Xie den Vorgang. Dann kombiniere sie Geschmack und Zutaten aus den beiden von ihr sehr geliebten kulinarischen Kontinenten in ihren Gedanken.

„Wenn ich schon beim Kopfkino eine Aufregung spüre, dass etwas Tolles daraus wird, stelle ich mich sofort in die Küche und experimentiere und verfeinere die Rezepte aus meinem Kopfkino.“ Meist ist sich die Köchin sicher, dass der Geschmack einen „Wow“-Effekt erzeugt.

Dann richte sie das gekochte Essen schön auf einem Teller an und mache ein Foto davon – denn Fotografin ist sie auch noch. „Dann ist der Genuss für mich komplett.“

Aber wie wird ein Genuss perfekt, wenn man schwäbische Gerichte mit asiatischen verbindet? Kein Problem für die Fernsehköchin, die vor nicht allzu langer Zeit im SWR-Fernsehen Spätzle mit Erdnusssoße und Saisongemüse zubereitet hat. „Ich habe in der Vergangenheit ganz viele ‚East meets West’-Rezepte entwickelt. Ich liebe die Herausforderung, den beliebtesten europäischen Klassikern einen asiatischen Touch zu geben. Spätzle ist ja das Leibgericht der Schwaben, aber dass man ihnen mit Erdnusssoße einen Kick verleihen kann, hat kaum jemand gekannt, ganz abgesehen davon, mal gegessen.“

Ihr Rezept wurde nach der TV-Sendung mehr als 30.000-mal runtergeladen. „Ich habe mich tierisch gefreut, dass ich die Einheimischen überzeugen konnte, dass ihr heiliger Klassiker auch mal anders zubereitet werden und genauso gut schmecken kann wie Käsespätzle oder Spätzle mit Rahmsoße. So was macht mir sehr großen Spaß!“ Ob die schwäbischen Klassiker mit asiatischem Touch auch beim Kochevent am 25. Juni eine Rolle spielen werden? Die Gäste dürfen sich überraschen lassen.

Welche Gaumenfreuden es bereiten kann, wenn die europäische Küche auf die asiatische trifft, wenn man Spätzle mal auf Chinesisch anbietet oder norwegisches Braunkäse-Eis mit Grüntee-Plätzchen serviert, weiß keine besser als Fernsehköchin, Fooddesignerin und Kochbuchautorin Qin Xie. Die 44-Jährige kommt ursprünglich aus China und liebt die Küche ihres Heimatlandes. Aber ein Leben ohne Sauerkraut und Haxe könne sie sich nicht mehr vorstellen, sagte sie einmal. Eigentlich ist sie als

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