Schorndorf

Fluglehrer erfüllt krankem Kind einen Herzenswunsch

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Ein Glücksgefühl: Als Co-Pilot eine Mooney steuern. © Privat
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Vor dem Start: Bernhard Stäbler mit seinen beiden Fluggästen aus Winnenden. © Privat

Schorndorf. Bei einem Rundflug als Co-Pilot in einer Mooney M20K zu sitzen und mitzusteuern, dieser Traum hat sich für einen an der Muskeldystrophie Duchenne leidenden achtjährigen Jungen aus Winnenden erfüllt. Den Traum erfüllt hat ihm der Schorndorfer Berufspilot und Fluglehrer Bernhard Stäbler.

Stäbler, der sein Leichtflugzeug in Heubach stationiert hat, ist Mitglied der europäischen Vereinigung der Mooney-Piloten. Deren Vorsitzende, die Ärztin Dr. Birgit Hutz, hat die Aktion Benni & Co. gegründet, die sich gemeinsam mit der Deutschen Duchenne-Stiftung dafür einsetzt, die Forschung zur Entwicklung von Therapien bei der Duchenne-Muskeldystrophie zu forcieren und die Lebenssituation der Betroffenen zu verbessern. Und in diesem Zusammenhang hat sie auch bei ihren Piloten-Kollegen angefragt, ob sie bereit wären, mit von der Krankheit betroffenen Kindern einen Rundflug zu machen. Was für Bernhard Stäbler keine Frage, sondern eine Selbstverständlichkeit war.

Benni fliegt mit seiner zehnjährigen Schwester

Der Erste, dem er mit einem Rundflug eine Freude machen konnte, war der achtjährige Benni (Name auf Wunsch der Mutter geändert) aus Winnenden, der gemeinsam mit seiner Mutter, die sich nicht in den viersitzigen Flieger getraut hat, und seiner in dieser Beziehung mutigeren zehnjährigen Schwester nach Heubach gekommen war und als Co-Pilot – die Mooney ist mit einer Doppelsteuerung ausgestattet - gemeinsam mit Bernhard Stäbler einen Rundflug absolvierte, auch über Winnenden, wo die beiden Kinder auch einen Blick auf das Haus, in dem sie wohnen, werfen konnten. Zuvor hatten Benni und seine Schwester mitgeholfen, den Flieger aus der Halle zu schieben, und interessiert mitverfolgt, was so alles geprüft und gecheckt werden muss, ehe es in die Luft gehen kann.

Ein Plastikflieger zur Erinnerung

Die beiden Kinder seien „voll begeistert“ gewesen, und für ihn sei es eine „tolle Sache“ gewesen, dem kranken Benni und seiner Schwester diesen Wunsch erfüllen zu können und das Leuchten in ihren Augen zu sehen, erzählt Bernhard Stäbler, der so eine Aktion jederzeit wieder machen würde, wenn eine entsprechende Anfrage von Benni & Co. beziehungsweise seiner Pilotenvereinigungsvorsitzenden Birgit Hutz käme. Und der als Fluglehrer auch kein Problem hätte, an ein Flugzeug zu kommen, in das auch ein bereits im Rollstuhl sitzendes Kind relativ bequem einsteigen könnte. Fast genauso begeistert wie beim Fliegen und Steuern des viersitzigen Fliegers waren der Achtjährige und seine Schwester laut Stäbler, als sie zur Erinnerung an diesen Tag einen Plastikflieger zusammenbauen und mit nach Hause nehmen durften.

Die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne

Die Muskeldystrophie vom Typ Duchenne ist die häufigste muskuläre Erbkrankheit im Kindesalter. Von ihr sind fast nur Jungen betroffen.

Die Krankheit beginnt im Kleinkindalter mit einer Schwäche der Becken- und Oberschenkelmuskulatur, schreitet rasch voran und endet, meist schon im jungen Erwachsenenalter, immer tödlich, sobald Herz- und Atemmuskulatur abgebaut sind.