Schorndorf

Freilufthalle in Schorndorf darf nicht öffnen - Sportverein übt Kritik

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Die AOK-Arena in Schorndorf. © Gaby Schneider

Die Stadt Schorndorf hat den Antrag der Sportgemeinschaft Schorndorf (SG) auf Öffnung der AOK-Arena abgelehnt. Der Sportverein fordert, sie zumindest an Familien und Einzelpersonen vermieten zu dürfen, und kritisiert die Enscheidung. Er verweist darauf, dass der Betrieb solcher Freilufthallen in anderen Gemeinden möglich ist. Wie kann das sein?

Golfen ist derzeit trotz Lockdown erlaubt, für Sport im Freien gelten Sonderregelungen. Doch die Ausnahmeregelung darf aus Sicht der Stadt Schorndorf nicht auf die AOK-Arena angewendet werden. Im Januar hatte die SG die Freilufthalle an Familien und Einzelpersonen vermietet. 45 Minuten kosteten jeweils fünf Euro. Doch der Betrieb wurde nach wenigen Tagen untersagt. Die SG kann diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Gerade derzeit sei es für Kinder schließlich wichtig, aus dem Haus zu kommen und sich zu bewegen. Die Vorsicht der Politik könne man nachvollziehen, aber an dieser Stelle werde es absurd, erklärt der Vorstand. Eine Kontaktnachverfolgung sei problemlos möglich, außerdem gebe es Kameras zur Überwachung. Mittelwege müssten gefunden werden, so der Vorstand.

Kritik des SG-Vorstands

Benjamin Wahl, der geschäftsführende Vorstand, spricht deshalb von einer „gewissen Ironie“. Während so mancher Sportplatz gerammelt voll sei, dürfe man ausgerechnet dort, wo man die Anzahl der Personen kontrollieren könne, keinen Sport machen. Laut der Corona-Verordnung darf sich derzeit ein Haushalt und eine weitere Person treffen. Warum sich Sportlerinnen und Sportler nicht in dieser Konstellation in der Freilufthalle treffen dürfen, erscheint dem SG-Vorstand nicht logisch.

Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich erklärt, warum der Antrag auf Öffnung bei der Ortspolizeibehörde abgelehnt wurde. Ausnahmen für Freizeitsportler gebe es in der Verordnung für „weitläufige Außenanlagen“. Doch bei der Freiluftarena handle es sich aus Sicht der Stadt nicht um eine solche. Zu Beginn sei dies strittig gewesen. Doch inzwischen steht für Hemmerich fest, das dies nicht der Fall sei. Er zitiert in einem Schreiben an die SG das Sozialministerium und das Regierungspräsidium. „Dach und seitliche Begrenzung weisen eindeutig auf eine abgetrennte Anlage hin“, heißt es dort.

Andernorts ist ein Betrieb möglich

Doch einzelne Freilufthallen in Baden-Württemberg werden derzeit weiterhin vermietet. Darunter etwa die Arenen in Aalen, Magstadt und Gerstetten. Online können die Hallen gebucht werden. Doch warum geht das in Schorndorf nicht?

„Die haben die Verordnung offenbar nicht richtig gelesen“, sagt Edgar Hemmerich am Telefon energisch. Abweichend von der Corona-Verordnung sei wohl eine Einzelfallentscheidung getroffen worden. Aus wichtigen Gründen könnten im Einzelfall von Seiten der Behörden Ausnahmen ermöglicht werden, wenn dies aus besonderen Gründen erforderlich ist. Doch ein solcher Härtefall liege bei der Schorndorfer Freilufthalle aus Sicht der Ortspolizeibehörde nicht vor, so Hemmerich. Der Erste Bürgermeister erklärt, dass er in dem Fall eine „rechtssichere“ Lösung wolle. Deshalb könne die Verwaltung eine Öffnung schlichtweg nicht genehmigen, erklärt er das Vorgehen.

Edgar Hemmerich teilt schriftlich außerdem mit: „Würden wir der Argumentation der SG Schorndorf folgen, dann könnte beispielsweise auch jedes Fitnessstudio ein Zelt für ein Einzeltraining aufbauen und in Betrieb nehmen.“ Hemmerich verweist hier außerdem auf einen Fall in Weinstadt, wo ein Fitnessstudiobetreiber ein Zelt errichtet hat. Doch auch dort wird dies nicht als zulässig betrachtet.

Hemmerich verweist darauf, dass die aktuelle Corona-Verordnung wohl ohnehin nicht mehr lange gilt. Ab dem 8. März tritt die alte Regelung wieder in Kraft, dann wäre eine Nutzung für den Freizeit- und Amateurindividualsport allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Haushalts wieder möglich.

Besonders bitter für die SG: Erst seit November ist der Verein Pächter der Freilufthalle. Vorher war sie von der Firma Mc Arena aus Backnang betrieben worden, die die Halle auch gebaut hatte. Die jährliche Pacht an die Stadt Schorndorf beläuft sich auf 18 000 Euro. Allerdings soll die SG nach Ablauf des Vertrages von 15 Jahren die Möglichkeit bekommen, die Arena unter Anrechnung der Mietzahlungen vollends zu kaufen.

Trotz der Erklärung seitens der Stadt will die SG die Sache offenbar nicht auf sich beruhen lassen. Der Verein hat inzwischen Kontakt zu Landtagsabgeordneten und anderen Verantwortlichen aufgenommen.

Die Stadt Schorndorf hat den Antrag der Sportgemeinschaft Schorndorf (SG) auf Öffnung der AOK-Arena abgelehnt. Der Sportverein fordert, sie zumindest an Familien und Einzelpersonen vermieten zu dürfen, und kritisiert die Enscheidung. Er verweist darauf, dass der Betrieb solcher Freilufthallen in anderen Gemeinden möglich ist. Wie kann das sein?

Golfen ist derzeit trotz Lockdown erlaubt, für Sport im Freien gelten Sonderregelungen. Doch die Ausnahmeregelung darf aus Sicht der Stadt

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