Schorndorf

Freundschaftsdienst: 4700 Masken aus China

Maskenspendecorona
Über einen chinesischen Hersteller günstig organisiert und der Stadt geschenkt: Achim Klagge und Klaus Autenrieth vom Förderverein Deutsch-chinesische Freundschaft bei der Maskenübergabe im Künkelin-Rathaus mit Erstem Bürgermeister Edgar Emmerich (von rechts). © Gaby Schneider

Um Mangelware handelt es sich zwar nicht mehr, gebraucht werden die 4700 Einwegmasken, die der Förderverein für Deutsch-chinesische Freundschaft in China zu einem günstigen Preis organisiert und der Stadt Schorndorf gespendet hat, aber immer noch. Schließlich ist, wie Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich bei der Übergabe der beiden Maskenpakete im Künkelin-Rathaus formulierte, „Corona noch lange nicht erledigt“. Und einfach auf Knopfdruck zu bestellen sind die Einwegmasken in China ja auch nicht: Schon vor zwei Monaten haben die Förderer der deutsch-chinesischen Freundschaft sich über Kontakte, die ihr Vereinsmitglied Yigin He zu einem chinesischen Hersteller in Yushan geknüpft hat, um eine Maskenlieferung bemüht. Doch als das beauftragte Logistikunternehmen endlich einen der wenigen Transportflüge ergattern konnte, die Masken über Hongkong und Budapest nach Deutschland kommen sollten, geriet das Unternehmen erst mal ins Stocken.

Vom ungarischen Zoll wieder nach China zurückgeschickt

Weil die Zollnummer fehlte und die ungarischen Zollbeamten nicht überzeugt waren, dass es sich bei dieser Lieferung tatsächlich um eine Spende handelt, wurden die Masken wieder nach China zurückgeschickt – gefolgt von einem langen E-Mail-Schriftverkehr mit den Zollbehörden. Hätte das Stuttgarter Logistikunternehmen nicht noch 12 000 Masken aus einer nicht abgeholten Lieferung auf Lager gehabt, der Deutsch-chinesische Freundschaftsverein hätte sein Versprechen gegenüber der Stadt nicht halten können.

Doch jetzt konnte Vereinsvorsitzender Achim Klagge, den die Maskenlieferung zwei Monate lang in Atem gehalten hat, gemeinsam mit dem Ehrenvorsitzenden Klaus Autenrieth, Organisatorin Yigin He und den Vereinsmitgliedern Marina Körber und Horst Mess zwei prall gefüllte Kartons überreichen. Die Verteilung wird Daniel Sofka, Hemmerichs persönlicher Referent, übernehmen. Und so wird ein Großteil der Einwegmasken an den Tafelladen gehen, im Fachbereich Familien und Soziales, sagt Fachbereichsleiter Christian Bergmann, werden sie für die Kunden gebraucht und an Bedürftige verteilt, Obdachlosen- und Flüchtlingsunterkünfte werden bedacht, außerdem das Familienzentrum und das Zentrum für internationale Begegnungen (ZiB). Sollten tatsächlich noch mehr Schutzmasken benötigt werden, Achim Klagge könnte sogar den Kontakt zum Logistikunternehmen herstellen.

Beitrag für das gegenseitige Verständnis zwischen Deutschen und Chinesen

Ansonsten wird sich der Förderverein für Deutsch-chinesische Freundschaft aber weiter darauf konzentrieren, einen Beitrag zum gegenseitigen Verständnis zwischen dem deutschen und dem chinesischen Volk zu leisten: 1999 mit 23 Mitgliedern gegründet, hat der Verein mittlerweile 70 Unterstützer. Den Vorsitz hat Achim Klagge aus Stuttgart 2014 von Autenrieth übernommen, der zu Beginn der Coronakrise auch schon einmal mehr als 1000 Schutzmasken für die evangelische Paulusgemeinde und die Diakoniestation in China organisiert hat. In den vergangenen Jahren, erinnert er, hat der Freundeskreis insgesamt sechs Frühlingsfeste gefeiert, die ersten in der Künkelinhalle, später in der Volkshochschule, zweimal sogar mit dem chinesischen Vizekonsul aus Frankfurt. Und für Freitag, 20. November, ist wieder eine Veranstaltung geplant: Marina Körber hält in der VHS einen Vortrag über „Tsingtau/Qingdao - Kolonie des Deutschen Reiches von 1898 bis 1919“.

Um Mangelware handelt es sich zwar nicht mehr, gebraucht werden die 4700 Einwegmasken, die der Förderverein für Deutsch-chinesische Freundschaft in China zu einem günstigen Preis organisiert und der Stadt Schorndorf gespendet hat, aber immer noch. Schließlich ist, wie Erster Bürgermeister Edgar Hemmerich bei der Übergabe der beiden Maskenpakete im Künkelin-Rathaus formulierte, „Corona noch lange nicht erledigt“. Und einfach auf Knopfdruck zu bestellen sind die Einwegmasken in China ja auch

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