Schorndorf

Friedhof Schorndorf: Stadt lässt obere Parkplätze sperren - Besucher sind sauer

FriedhofSchorndorf
Durchfahrt verboten. © Gaby Schneider

Die Sperrung der oberen Parkplätze beim Friedhof stößt bei Bürgern auf großen Ärger. Thema war die neue Regelung auch in der Bürgerfragestunde im Gemeinderat, in der sich eine Bürgerin darüber beschwert hat. Nun hat sich auch der FDP-Ortsverein zu Wort gemeldet: Die Sperrung der Zufahrt und das Parkverbot für die Öffentlichkeit an dieser Stelle seien für Senioren kaum und für gehbehinderte Personen gar nicht akzeptabel. Doch ein Kompromiss ist in Sicht.

Störende Autos mussten umgeparkt werden 

Hintergrund des Ärgers: Seit kurzem darf die Zufahrt nur noch von Gewerbetreibenden wie Gärtnern und Steinmetzen mit einer speziellen Befahrerlaubnis und einem Beschäftigtenausweis auf ihrem Weg aufs Friedhofsgelände genutzt werden. Für normale Friedhofsbesucher ist die Zufahrt damit tabu. Mit der Sperrung soll der Arbeitsalltag der städtischen Mitarbeiter erleichtert werden. Einen besseren Überblick über die Betriebe, die gerade auf dem Friedhof arbeiten, sollen sie bekommen und bei Schäden sofort reagieren können. Vor allem aber sollen die Firmen Erde, Grabsteine und anderes Material einfacher anliefern können, ohne dass erst störende Besucherautos umgeparkt werden müssten.

Parken am Gebäude war schon zuvor tabu

Schon vor der Sperrung waren die Parkplätze beim Verwaltungsgebäude nur für Mitarbeitende bestimmt, die die Lieferungen koordinieren sollten, das Parken für Besucher war also verboten. Trotzdem hätten immer wieder Besucherinnen und Besucher ihr Auto vor dem Verwaltungsgebäude abgestellt, sagt Herbert Schuck, Fachbereichsleiter Infrastruktur. Mit der Folge, dass die Fahrer dieser Autos bei Anlieferungen immer wieder mal auf dem gesamten Friedhofsgelände gesucht werden mussten. Dies habe zu Verzögerungen im Lieferbetrieb der Lieferanten geführt. Und natürlich nervte es auch.

Was viele Besucher besonders ärgert: Auch das Parken unter den Kastanien parallel zur Friedhofsmauer wurde untersagt. Grund für den Wegfall der acht bis zehn Stellplätze war nach Angaben der Stadt der schlechte Zustand des Untergrunds, der sich durch das Parken und Befahren immer weiter verschlechtern würde. Eine Teilsanierung sei aufgrund der umstehenden Bäume aber nur schwer möglich. Erst langfristig soll der Bereich grundsaniert und umgestaltet werden.

Die Graberde ins Wägelchen und dann das Auto umparken?

Gleichzeitig wurden die Parkplätze generell neu geordnet: Auf dem obersten Parkplatz gibt es jetzt zwei Behindertenstellplätze und einen barrierefreien Weg. Nach wie vor stehen den Besuchern für den Transport von Graberde, für Pflanzen und Gartengeräte kleine Karren zur Verfügung. Ist auf dem obersten Parkplatz kein Stellplatz frei, sollten Besucher diese Wägelchen in Ausnahmefällen an gekennzeichneten Stellen nahe den ehemaligen Mitarbeiterparkplätzen beladen können und ihr Auto anschließend umparken.

Auch die FDP meldet sich zu Wort

So weit die Idee. Angesichts der Tatsache, dass zu vielen Zeiten der Woche auf den Parkplätzen aber gähnende Leere herrscht, gibt es bei Teilen der Betroffenen wenig Verständnis für die Neuregelung. Auch die FDP lehnt die Entscheidung ab. Dass die Zufahrt für Besucher gesperrt ist und diese nur noch auf den unteren Parkplätzen parken dürfen, sei für Senioren kaum und für gehbehinderte Personen gar nicht akzeptabel, schreibt der Ortsverband in einer Pressemitteilung. Nur zwei Parkplätze seien im unteren Bereich für Personen mit Behinderung ausgewiesen, gibt die FDP zu bedenken, der Friedhof sei weiterhin nicht von allen Parkplätzen über eine Treppe oder Rampe direkt erreichbar. Personen mit Gehhilfen wie einem Rollator müssten deshalb den Umweg über den vorderen Parkplatz oder die Autoauffahrt nehmen. Nicht nachvollziehbar sei die Begründung wegen Rangierarbeiten bei Warenanlieferungen für die Friedhofsgärtnerei, schreibt die FDP. Und fordert deshalb, wenigstens die Parkplätze vor der Friedhofsverwaltung umgehend – zumindest aber abends, am Wochenende und an Feiertagen – Gehbehinderten und Senioren zur Verfügung zu stellen. „Ferner sollte die Parkplatzfläche im oberen hinteren Bereich umgehend saniert werden, so dass auch diese bis zum Beginn der Einpflanzzeit wieder für Besucher nutzbar ist, um dort problemlos ihre Pflanzen und Erden in die Transportwägelchen des Friedhofes umzuladen.“

Angesichts des anhaltenden Protests ist nun ein Kompromiss in Sicht. „Wir werden ein beschränktes Halteverbot einrichten“, so Herbert Schuck. Die Schilder sollen in Kürze aufgestellt werden. Kurz anhalten zum Be- und Entladen der Wägelchen, die hinter der Friedhofsmauer zu finden sind, wird damit also möglich. Innerhalb der kommenden beiden Wochen soll die Neuregelung in Kraft treten.

Die Sperrung der oberen Parkplätze beim Friedhof stößt bei Bürgern auf großen Ärger. Thema war die neue Regelung auch in der Bürgerfragestunde im Gemeinderat, in der sich eine Bürgerin darüber beschwert hat. Nun hat sich auch der FDP-Ortsverein zu Wort gemeldet: Die Sperrung der Zufahrt und das Parkverbot für die Öffentlichkeit an dieser Stelle seien für Senioren kaum und für gehbehinderte Personen gar nicht akzeptabel. Doch ein Kompromiss ist in Sicht.

Störende Autos mussten

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