Schorndorf

Frostnächte sind eine Gefahr für Obdachlose: Wie ist die Lage in Schorndorf?

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Niemand muss bei diesen Temperaturen auf einer Parkbank nächtigen. © ZVW-Archiv

Mit bis zu minus 10 Grad Celsius am Dienstag und Schnee zur Wochenmitte erlebt Schorndorf gerade die frostigsten Tage des Dezembers. Was Wintersportfreunde freuen dürfte, ist für Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben, aber eine Gefahr, zumal wenn sie unter freiem Himmel leben.

In den größeren Städten im Südwesten sind deshalb momentan Wärmestuben und Nachtquartiere eingerichtet, in denen Wohnungslose unterkommen können. Unlängst hat Manfred Lucha, Sozial- und Gesundheitsminister von Baden-Württemberg, dazu appelliert, wachsam zu sein und Menschen zu helfen, die in Not sind. Denn „für Obdachlose können kalte Nächte lebensgefährlich sein“.

Wie ist die Lage der Wohnungslosen in Schorndorf?

Beate Härer, stellvertretende Fachbereichsleitung Familie und Soziales bei der Stadt Schorndorf, sagt, dass in Schorndorf keine Wohnungslosen bekannt seien, die momentan auf der Straße leben. Alle Wohnungslosen, von denen die Stadt weiß, sind in Unterkünften untergebracht. Dazu sind die Gemeinden auch gesetzlich verpflichtet.

Vier Unterkünfte gibt es in der Stadt. Das bekannteste und größte Heim ist im Hammerschlag. Dort leben 30 Menschen. Aber nicht mehr lange, denn das Gebäude ist marode. Im Sommer hat der Stadtrat sein Aus beschlossen.

Entstehen sollen auf dem Gebiet zwischen der Wieslauf, dem Jugendhaus Altlache und dem Baugebiet Wiesenstraße stattdessen bis zu drei Gebäude mit jeweils zwei Etagen in Modulbauweise. Dafür hat der Technische Ausschuss im Oktober grünes Licht gegeben. Eine Entscheidung des Gemeinderats steht indes noch aus.

Wie viele Menschen sind obdachlos gemeldet?

Insgesamt sind laut Daniel Sofka, Sachgebietsleiter beim Ordnungsamt, aktuell 42 obdachlose Personen in Schorndorf untergebracht, davon zehn Frauen. Das sind insgesamt 21 Menschen weniger als noch vor einem Jahr.

Was tun, wenn man Menschen in Not sieht?

Wer wohnungslose Menschen sieht, die hilflos oder in einer Notsituation sind, sollte unbedingt die nächste Polizeidienststelle unter dem Notruf 110 darüber informieren. Die Polizei ist übrigens auch dann zum Einschreiten verpflichtet, wenn ein akut vom Kältetod bedrohter Mensch diese Hilfe ablehnt.

Liegt eine akute gesundheitliche Gefährdung vor, sollte direkt der Rettungsdienst gerufen werden. Das empfiehlt auch Sozialminister Lucha: „Wer sich nicht sicher ist, ob eine Notsituation vorliegt, sollte nicht davor zurückschrecken, die 112 zu wählen. Ein Notruf kann Leben retten.“

Wo finden wohnungslose Menschen in Not Hilfe?

Personen, die unfreiwillig obdachlos werden, können sich an die Stadt Schorndorf oder außerhalb der Dienstzeit der Stadtverwaltung an das Polizeirevier Schorndorf wenden, sagt Daniel Sofka.

Grundsätzlich finden Wohnungslose auch Hilfe bei der Erlacher Höhe (EH), die im Rems-Murr-Kreis vielen ein neues Leben ermöglicht.

Wie kann ich mich engagieren?

Das diakonische Sozialunternehmen ist auch immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern - zum Beispiel für das EH-Mobil, eine mobile Tagesstätte mit einer warmen Mahlzeit sowie einer Sozialberatung. Dieses Angebot gibt es in mehreren Kommunen in der Region. Im Rems-Murr-Kreis etwa in Backnang, Waiblingen, Rommelshausen, Murrhardt sowie in Schorndorf. Dort ist das EH-Mobil immer am Montag im Martin-Luther-Haus vor Ort.

Interessierte können sich an Michael Belz, 0 71 91 / 9 03 38 15 oder per E-Mail an die Adresse michael.belz@erlacher-hoehe.de wenden.

Mit bis zu minus 10 Grad Celsius am Dienstag und Schnee zur Wochenmitte erlebt Schorndorf gerade die frostigsten Tage des Dezembers. Was Wintersportfreunde freuen dürfte, ist für Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben, aber eine Gefahr, zumal wenn sie unter freiem Himmel leben.

In den größeren Städten im Südwesten sind deshalb momentan Wärmestuben und Nachtquartiere eingerichtet, in denen Wohnungslose unterkommen können. Unlängst hat Manfred Lucha, Sozial- und Gesundheitsminister

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