Schorndorf

"Galloping Guitars" begeistern auf dem Schorndorfer Wochenmarkt

Straßenmusiker
Rocken lustvoll die Innenstadt: Jonny Harscher und Simon Holwein als „Galloping Guitars“. © ALEXANDRA PALMIZI

Straßenmusik belebt die Innenstadt. Schon schön. Kann aber auch ziemlich nerven. Etwa dann, wenn die Sänger zum gefühlt millionsten Mal Bob Dylans „Blowin’ in the Wind“ intonieren und dabei locker mit drei Akkorden auskommen - und eigentlich auch sonst, eher etwas selbstversunken, die Straße kaum als Bühne der Begegnung, Kommunikation, ja Inspiration zu nutzen wissen.

Das nun ist bei den „Galloping Guitars“ anders. Seit ein paar Wochen begeistern die beiden Lehramtsstudenten Jonny Harscher (30) und Simon Holwein (27) samstags ihr Publikum auf dem Wochenmarkt. Und zwar indem sie sicht- und hörbar dazu entschlossen sind, selbst Spaß zu haben und vor allem großzügig Spaß weiterzugeben.

Gute-Laune-Hits

Man kann eigentlich nicht anders, wenn man sie sieht. Viele Passanten bleiben stehen - „was ist das denn?“- , und sie bekommen im Nu heiter gelöste Gesichter, applaudieren, werfen reichlich Geld ins Hütchen und freuen sich an der mitreißenden Performance dieser beiden ihre Instrumente schreddernden „Galoppierenden Gitarren“.

Denn die beiden beherzigen vor allem die wichtigste aller Entertainer-Regeln: Es ist der Sänger, nicht der Song! Die Songs? Nun, das sind meist schnelle, in die Beine und ins Herz gehende „Gute-Laune-Lieder“ wie „Hit the Road Jack“ oder „Take me home, Country Roads“.

Warum man aber stehen bleibt, das sind die besonderen Zutaten von Harscher und Holwein, mit denen sie ihre Auftritte würzen. Sie hoppeln wie AC/DC in der Hocke, Simon in kurzen Hosen, Jonny mit offenem Hemd, beide mit Hipsterbärten, Basecap und Surfer-Sonnenbrillen. Na ja, und was ist da mit den Gitarren? Ihr Enthusiasmus hat sichtbare Löcher ins Holz der Klangkörper geschlagen. Das Material und ihre Stimmen: Sie werden nicht geschont.

Morgens Uni, nachmittags Musik

Dazu machen die „Galoppierenden Gitarren“ wilde Ausfallschritte, ungebändigte Mustangs im Gehege, wie um zu vermeiden, einen Sattel aufgelegt zu bekommen: Schritte irgendwo zwischen Halbkniehöhe eines Kasatschoks und verknackstem Tango oder der etwas außerirdischen Choreografie des berühmten „Mississippi-Halbschritt-Vorort-Toodaloos“, den bisher noch gar keiner gesehen hat! Aber „Galloping Guitars“, die trauen sich das. Und die Schorndorfer freuen sich.

„Die Leute brauchen das“, sagt Jonny Harscher. „Galloping Guitars“ waren in verschiedenen Städten der Region gerade die ganze Woche unterwegs. „Wir machen morgens Uni online und nachmittags Musik.“ Applaus gab es von den Verkäuferinnen des Blumenstandes, als die beiden ihren Standort wechselten: Sie spielten je eine halbe Stunde gegenüber Hoagies und Crêpe-Stand. „Wir kommen wieder“, sagen sie. „Hoffentlich!“, sagen die Verkäuferinnen.

Straßenmusik belebt die Innenstadt. Schon schön. Kann aber auch ziemlich nerven. Etwa dann, wenn die Sänger zum gefühlt millionsten Mal Bob Dylans „Blowin’ in the Wind“ intonieren und dabei locker mit drei Akkorden auskommen - und eigentlich auch sonst, eher etwas selbstversunken, die Straße kaum als Bühne der Begegnung, Kommunikation, ja Inspiration zu nutzen wissen.

Das nun ist bei den „Galloping Guitars“ anders. Seit ein paar Wochen begeistern die beiden Lehramtsstudenten Jonny

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