Schorndorf

Gartenschau 2019: Start mit Schlosspark und Baurenwasen

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Die Remsrenaturierung im Baurenwasen ist eine der Gartenschau-Maßnahmen, die von der kommenden Woche an in Angriff genommen werden. Für die bereits erfolgten Rodungen soll an gleicher oder an anderer Stelle wieder ein Ausgleich geschaffen werden. © Gaby Schneider / ZVW
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2019 soll die Stadt an vielen Stellen so oder anders blühen. © Alexandra Palmizi

Schorndorf. Nachdem Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert in letzter Zeit schon bei verschiedenen Spatenstichen in anderen Kommunen war, freut er sich nun – auch in seiner Eigenschaft als Bürgermeister –, dass es auch in Schorndorf endlich losgeht mit konkreten Gartenschau-Baumaßnahmen. Die ersten Projekte, die in Angriff genommen werden, sind der Schlosspark und die Remsrenaturierung Baurenwasen.

Dass die Rodungen, die im Vorfeld der Remsrenaturierung vorgenommen worden sind, bei manchen nicht gut angekommen sind, ist Englert und der Projektleiterin für Daueranlagen, Franciska Glavas, klar. „Aber wir roden nicht nur, sondern wir schaffen auch neue Lebensräume“, sagt der Bürgermeister und wird vom städtischen Fachbereichsleiter Infrastruktur, Herbert Schuck, unterstützt, der deutlich macht, dass ein naturnaher Ausbau der Rems mit ihrem in diesem Bereich sehr schmalen und tiefen Profil nicht möglich ist, ohne dass im ufernahen Umfeld Platz geschaffen wird. Ziel sei die nachhaltige Entwicklung dieses Lebensraums, betont Franciska Glavas, die außerdem darauf hinweist, dass teilweise umgehend für einen Ausgleich für die Rodungen gesorgt wird - schwerpunktmäßig hinter dem Sportvereinszentrum im Sportpark Rems, wo – teilweise unter Verwendung der im Baurenwasen ausgegrabenen Büsche – neue Lebensräume für die Tierwelt geschaffen werden.

Bei den Kosten wird der seitherige Rahmen gesprengt

Auch dafür, dass sich bei den ersten beiden großen Ausschreibungen für den Schlosspark und den Baurenwasen der vom Juli vergangenen Jahres datierende Kostenrahmen nicht halten lassen hat, gibt es aus Sicht der Verantwortlichen nachvollziehbare Gründe. Zum einen, so Thorsten Englert, seien die Auftragsbücher der in Frage kommenden Firmen voll, weshalb er sehr froh sei, dass die Stadt für diese beiden Maßnahmen mit den Gartenbaufirmen Benignus (Schlosspark) und Link (Baurenwasen) überhaupt zwei leistungsfähige Firmen gefunden habe. Zum andern hätten die Planungen im Vergleich zum Zeitpunkt des Baubeschlusses im einen oder anderen Fall noch einmal verändert oder angepasst und, was vor allem für den Schlosspark mit dem beitragspflichtigen Bereich zutrifft, auf die im Zusammenhang mit dem Veranstaltungsprogramm auf die Organisatoren zukommenden Anforderungen abgestimmt werden müssen. Englert nennt in diesem Zusammenhang die Stichworte Gastrobereiche, Toiletten, Bushaltestellen und Bühne. Das alles, ergänzt Herbert Schuck, erfordere bei den Planungen eine gewisse Flexibilität, was sich natürlich auch bei den Kosten auswirke, bei deren Entwicklung vor allem auch die Baunebenkosten eine nicht zu unterschätzende Rolle spielten. Lange Rede, kurzer Sinn: Beim Baurenwasen liegt das Ausschreibungsergebnis (bei insgesamt nur zwei Bietern) um mehr als 300 000 Euro über der Kostenberechnung von 2,4 Millionen Euro, wobei diese Maßnahme vom Land so stark bezuschusst wird, dass der Finanzierungsanteil der Stadt nicht mehr als eine Million Euro betragen dürfte. Und auch beim Schlosspark, wo auf die Ausschreibung sogar nur ein Angebot einging, ist der angenommene Kostenrahmen von 1,34 Millionen Euro deutlich überschritten worden.

Schlosspark: Einschränkungen für Autofahrer und Fußgänger

Die in der kommenden Woche im Schlosspark beginnenden Arbeiten, in dem unter anderem der eintrittspflichtige Veranstaltungsbereich angelegt und der Spielplatz völlig neu angelegt wird, bringen für Autofahrer und Fußgänger vom kommenden Montag, 9. April, Einschränkungen. Für die Autofahrer in der Form, dass der an den Schlosspark angrenzende Parkplatz – ausgenommen sind Inhaber eines vom Land ausgestellten Parktickets – und die öffentlichen Parkplätze in der Friedensstraße gesperrt werden. Für die Fußgänger insofern, als der Fußweg von der Burgstraße durch den Park zum Ochsenberg gesperrt wird und auch ansonsten provisorische Fußwege durch den Schlosspark angelegt werden.

Die nächste große Ausschreibung, sagt Franciska Glavas, ist dann der Stadtpark, bei dem zusätzliche Anforderungen etwa im Hinblick auf die geplante Küche ebenfalls eine Steigerung der zuletzt mit 1,1 Millionen Euro veranschlagten Kosten erwarten ließen. Und dann folgen der Finanzamtshof – veranschlagt mit 450 000 Euro, wovon 300 000 Euro auf die Stadt entfallen würden, und der VHS-Vorplatz, dessen Umgestaltung rund 700 000 Euro kosten soll. Mitte des Jahres soll dann auch mit der Umgestaltung und Aufwertung des Feuersees begonnen werden, für den mit Kosten in Höhe von rund 650 000 Euro gerechnet wird. Derzeit, so Franciska Glavas, werde gerade an einem Beleuchtungskonzept gearbeitet. Als letzte Innenstadtmaßnahme in Angriff genommen werden soll dann im Herbst der Alte Friedhof, bei dem mit einem vergleichsweise geringen baulichen Aufwand in die Wegeführung und Bepflanzung investiert werden soll. Bliebe noch der Grafenberg (siehe Infokasten), der bislang mit Kosten in Höhe von knapp einer Million Euro veranschlagt war und bei dem als Baubeginn der Juli angedacht ist.

Englert: „Schorndorf holt in den nächsten Wochen gewaltig auf“

Dazu kommen, aufs Jahr verteilt, verschiedene begleitende Maßnahmen, bei denen es sich im Wesentlichen um Sanierungs- und Straßenbaumaßnahmen handelt. Herbert Schuck nennt in diesem Zusammenhang die Aufwertung der Unterführung Burgstraße in Kombination mit einer neuen Asphaltdecke für die Straße Hinter der Burg (beides im Hinblick auf die Fertigstellung und Einweihung des neuen Burg-Gymnasiums, die Sanierung der beiden Kinderhäuser zwischen Burgstraße und Altem Friedhof, die Fertigstellung der Höllgasse und radlerfreundlichen Umbau der Burgstraße im Übergang zur Feuerseestraße, deren Umbau gerade läuft. Und natürlich engagiere sich auch die Stadtbau an verschiedenen Stellen, damit sich die Stadt spätestens zur Remstal-Gartenschau von ihrer besten und schönsten Seite zeige, sagt Bürgermeister und Gartenschau-Geschäftsführer Thorsten Englert, für den feststeht: „Andere sind derzeit schon ein bisschen weiter, aber Schorndorf holt in den nächsten Wochen gewaltig auf.“