Schorndorf

Gartenschau-Idee begeistert österreichischen Nationalratspräsidenten

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Wolfgang Sobotka, Präsident des österreichischen Nationalrats, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Landesministerium für Ernährung und Ländlichen Raum und Dr. Peter Huber, österreichischer Botschafter in Berlin, der sich, wie Sobotka, ins Goldene Buch der Stadt eingetragen hat, mit Gastgeber Oberbürgermeister Matthias Klopfer und Martin Eichtinger, niederösterreichischer Landesrat (von links). © Alexandra Palmizi

Dass die Remstal-Gartenschau aus touristischer Sicht ein großer Erfolg war, das können mittlerweile selbst Skeptiker nicht mehr leugnen: Die Gartenschau-GmbH ist mit einem Gewinn von einer halben Million Euro, insgesamt zwei Millionen Besuchern und 72 000 verkauften Dauerkarten aus der interkommunalen Großveranstaltung herausgegangen, von den zertifizierten Rad- und Wanderwegen, der Kanuroute auf der Rems, den Spielplätzen und den auf Vordermann gebrachten Parkanlagen profitieren alle. Von dieser Erfolgsstory zeigte sich auch eine hochrangige österreichische Delegation beeindruckt, die am Donnerstag zu Besuch in Schorndorf war, um Ideen zu sammeln, wie ein solches Großereignis in interkommunaler Zusammenarbeit gelingen kann. Bei dieser Gelegenheit haben sich Wolfgang Sobotka, Präsident des österreichischen Nationalrates, und Dr. Peter Huber, Botschafter in Berlin, auch ins Goldene Buch der Stadt eingetragen.

Biodiversität: Bürger für naturnahe Gärten gewinnen

Doch sie sind – in Begleitung von Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Landesministerium für Ernährung und ländlichen Raum – nicht nur zum Ideensammeln in die Daimlerstadt gekommen, sie haben auch eine Idee mitgebracht: Vor einem Jahr hat die CDU-Politikerin bei einem Besuch in Niederösterreich die europäische Bewegung „Natur im Garten“ kennengelernt, die sich für eine ökologische Gestaltung und Pflege von Privatgärten, öffentlichen Grünflächen und Schul- beziehungsweise Kindergartengärten einsetzt – und war so begeistert, dass sie Vertreter der Bewegung zu einem Gegenbesuch nach Baden-Württemberg eingeladen hat. Passt das „Natur im Garten“-Anliegen – mit dem Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide und Dünger – doch perfekt zum baden-württembergischen Gesetzesvorhaben zur Stärkung der Biodiversität und der Idee, die Bürger fürs Anlegen naturnaher Gärten zu begeistern.

In Schorndorf ging’s bei einem kleinen Rundgang durch die Stadt – den im vergangenen Jahr auch viele Gartenschau-Besucher gegangen sind – vom Rathaus über die Höllgasse mit dem Daimler-Geburtshaus und nach einem Abstecher in der Forscherfabrik über den Stadtpark und den Schlosspark wieder zurück. Wolfgang Sobotka, der nicht nur österreichischer Nationalratspräsident ist, sondern auch Präsident von „Natur im Garten International“, und diese Bewegung vor 21 Jahren auch gegründet hat, zeigte sich beeindruckt – vor allem von der interkommunalen Zusammenarbeit, mit der die Remstal-Gartenschau realisiert werden konnte. Dass 16 Kommunen aus drei Landkreisen gemeinsam eine solche Großveranstaltung auf den Weg und zum Erfolg bringen, darin sieht er eine Blaupause für die Zukunft: Da Wettbewerb aus seiner Sicht nicht nur gut, sondern auch ruinös sein kann, ist für ihn „die regionale Abgleichung“ der bessere Weg. Eindruck hinterlassen hat bei ihm, dass das Landesgeld für die Remstal-Gartenschau nicht nach der Einwohnerzahl verteilt, sondern durch 16 geteilt wurde: „Das zeigt, dass die großen Gemeinden auch für kleinere Verantwortung übernehmen.“

Insel Mainau, Wilhelma und Mannheimer Buga

Für die Delegation, der auch der niederösterreichische Landesrat Martin Eichtinger und „Natur im Garten“-Geschäftsführerin Christa Lackner angehören, war Schorndorf aber nur eine von vielen Stationen im Ländle: Ideen haben sie auch auf der Insel Mainau gesammelt, im Hermann-Hesse-Garten in Gaienhofen am Bodensee, in der Wilhelma als zoologischen Garten, im Blühenden Barock in Ludwigsburg, im Ökogarten der Pädadgogischen Hochschule Heidelberg und in Mannheim, wo im Jahr 2023 die Bundesgartenschau eröffnet werden soll.