Schorndorf

Gaspreis, Notfallplan und Alarmstufe: Wie die Stadtwerke Schorndorf planen

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Der Gaspreis steigt. © Habermann

Wegen der Verringerung von Gaslieferungen aus Russland gibt es einen dreistufigen Notfallplan. Aktuell befindet sich Deutschland in Phase 1 dieses Planes. Laut Medienberichten verdichten sich die Anzeichen, dass die zweite Stufe, die Alarmstufe, ausgerufen werden könnte. Wir haben angesichts dieser Nachrichtenlage bei Daniel Beutel, dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Stadtwerke Schorndorf, nachgefragt (Stand Mittwoch, 22. 06., 20 Uhr).

Anmerkung der Redaktion: Stand Donnerstag, (23. 06.),10.14 Uhr, hat die Bundesregierung nach aktuellen Informationen die Alarmstufe, die zweite Eskalationsstufe im Notfallplan Gas, ausgerufen.

Wie gehen die Stadtwerke mit der aktuellen Lage um? 

„Wir beobachten die Lage sehr genau und stehen in ständigem Austausch mit der Energiewirtschaft. Laut der Bundesnetzagentur ist die Gasversorgung in Deutschland im Moment weiterhin stabil und die Versorgungssicherheit weiter gewährleistet. Der Chef der Netzagentur Klaus Müller möchte laut einem Bericht der Zeitung für kommunale Wirtschaft vom 21.06. die höchste Gas-Notfallstufe noch nicht ausrufen, denn das könnte zu unerfreulichen Auswirkungen auf Arbeitsplätze, Wertschöpfungsketten und Industrieanlagen führen. In der letzten Stufe wäre dann die Abschaltung von Industriekunden möglich.“

Wie sieht die Vorratslage der Stadtwerke aus?

„Wir sind im Bereich Gas kein Grundversorger und haben daher auch keine physischen Speicher. Aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass unsere Beschaffungsverträge mit Vorlieferanten nicht in vollem Umfang eingehalten werden könnten. Uns stehen nach wie vor die Erdgasmengen zur Verfügung, die für eine störungsfreie Versorgung aller Kunden benötigt werden. Es kann aber nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, dass es zukünftig doch zu Engpässen in der Gasversorgung kommt.“

Gibt es Maßnahmen zur Vorratssicherung?

„Die aktuellen Füllstände der Speicher in Deutschland liegen bei 58,10 Prozent. Sie sind mittlerweile zum Teil deutlich höher als im Jahr 2015, 2017, 2018 und 2021. (Quelle: Bundesnetzagentur - Aktuelle Lage Gasversorgung, Stand 21.06.2022; 12 Uhr).“

Welche Maßnahmen sind perspektivisch schon ausgearbeitet?

„Die Bundesregierung hat bereits mit einem neuen Gasspeichergesetz reagiert. Das ist ein wichtiger Schritt für unsere Versorgungssicherheit.“

Wie sieht die Gaspreisentwicklung für Ihre Kunden aktuell aus?

„Der Gaspreis ist abhängig von der weiteren Entwicklung der Beschaffungspreise. Dauerhaft höhere Bezugspreise werden einen Einfluss auf die künftige Preisgestaltung nehmen. Durch die CO2-Bepreisung, höhere Netzentgelte, Großhandelspreise auf sehr hohem Niveau sowie die leeren Speicher mussten auch wir zum 1. Januar 2022 unsere Preise anpassen. 0 bis 10.000 kWh: von 7,069 auf 8,619 brutto, 10.001 bis 30.000 kWh: von 6,831 auf 8,381 brutto, 30.0001 bis 100.000 kWh: von 6,581 auf 8,131 brutto. Bei andauernd hohen Energiepreisen sind weitere Preiserhöhungen auch bei uns nicht ausgeschlossen. Eine seriöse Prognose können wir heute nicht abgeben.“

Wo kommt das Gas her, das die Stadtwerke verkaufen?

„Wir beschaffen das Gas über die Südwestdeutsche Stromhandels GmbH, diese wiederum bezieht das Gas über den Großhandelsmarkt und die Börse. Kennzeichnung wie beim Strom gibt es beim Gas nicht. Man kann sich auf den Monitoringbericht 2021 der Bundesnetzagentur stützen. In diesem sind die allgemein importierten Gasmengen erfasst.“

Wegen der Verringerung von Gaslieferungen aus Russland gibt es einen dreistufigen Notfallplan. Aktuell befindet sich Deutschland in Phase 1 dieses Planes. Laut Medienberichten verdichten sich die Anzeichen, dass die zweite Stufe, die Alarmstufe, ausgerufen werden könnte. Wir haben angesichts dieser Nachrichtenlage bei Daniel Beutel, dem Kaufmännischen Geschäftsführer der Stadtwerke Schorndorf, nachgefragt (Stand Mittwoch, 22. 06., 20 Uhr).

Anmerkung der Redaktion: Stand

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