Schorndorf

Gastronomie: Wie bekommt den Gästen in Schorndorf die 3G-Regel?

Maskenpflicht oder 3G
Das Vorzeigen des Impf- oder Testnachweises stößt bei den Schorndorfer Gastronomen selten auf Ablehnung. © Alexandra Palmizi

Servicepersonal muss sich seit Beginn der Corona-Pandemie einiges gefallen lassen. Zunächst konnten Restaurants, Bars und Hotels über Monate gar nicht öffnen. Dann wurde der Job durch die 3G-Kontrollen, die Überprüfung der Maskenpflicht und Kontaktnachverfolgungen zusätzlich erschwert. Zu allem Übel gibt es unter den Gästen oft Unverständnis gegenüber den Maßnahmen. Wie der Vorsitzende des baden-württembergischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Fritz Engelhardt, in einem SWR-Interview erklärt, wird Servicepersonal im gesamten Land sogar beschimpft und bedroht. Teilweise sei die Situation nicht mehr hinnehmbar.

Ein alarmierender Trend - gerade im Hinblick auf den Mord an einem 25-jährigen Tankstellenmitarbeiter in Idar-Oberstein, der seinen Mörder lediglich aufforderte, eine Maske zu tragen. Auch Schorndorfer Gastronomen haben immer wieder mit Gästen zu tun, die kein Verständnis für die Hygienevorgaben haben. Doch kam es deshalb schon zu Auseinandersetzungen und Anfeindungen?

Manche Gäste sind ungeduldig und kritisieren die Luca-App

„Es gibt natürlich Gäste, die die Maßnahmen nicht akzeptieren. Darunter auch Leute, die regelmäßig zu uns kommen“, sagt Ama-Deli-Betriebsleiter Cem Tosun. Dass es im Restaurant am Marktplatz jedoch zu Beleidigungen kommt oder die Akzeptanz seiner Gäste für die 3G-Kontrolle gar schrumpft, das kann er nicht bestätigen. Vielen fehle es aber an der Geduld und die Kontaktdatenübermittlung sei immer wieder ein Grund für Beschwerden. „Ich musste auch schon Diskussionen mit Gästen führen, die mir erklärt haben, dass die Luca-App schlecht ist.“ Mit dieser müssen sich die Gäste im Ama Deli nämlich anmelden, bevor sie von Tosun oder seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern platziert werden.

Das Misstrauen gegenüber der App ist wahrscheinlich auf die Kritik des unabhängigen Vereins „Chaos Computer Club“ zurückzuführen, der immer wieder vor der Nutzung von Luca warnt. „Eklatante Mängel in Spezifikation, Implementierung und korrekter Lizenzierung der Luca-App“ sind bereits im April von den IT-Experten festgestellt worden. „Die nicht abreißende Serie von Sicherheitsproblemen und die unbeholfenen Reaktionen des Herstellers zeugen von einem grundlegenden Mangel an Kompetenz und Sorgfalt“, teilt der Computer-Club auf seiner Webseite mit. Die Ablehnung der App ist also nicht unbegründet.

Cem Tosun berichtet, dass sich manche seiner Kunden lieber auf einem Zettel eintragen würden. Aufgrund der zusätzlichen Arbeit verzichtet er aber darauf. „Es war schon von Anfang an schwierig, die Maßnahmen durchzusetzen. Wir haben einfach zu wenige Mitarbeiter für die Datenerfassung und Kontrollen.“ Oft seien nur er und eine weitere Servicekraft verfügbar.

Stefan Finster, der seit diesem Sommer das Café „Steve’s“ in der Gottlieb-Daimler-Straße betreibt, berichtet vom ein oder anderen Missverständnis bei seinen Gästen. „Angefeindet wurden wir nie, aber viele verstehen zunächst nicht, dass die Maßnahmen nicht von uns, sondern der Regierung kommen. Wir können ja auch nichts dafür.“

Langsam gewöhnen sich die Leute an die 3G-Regel

Deshalb habe es ab und zu Diskussionen gegeben, die aber nie zu weit gegangen seien. Da mit dem Herbstanfang immer mehr Leute im Inneren seines Cafés sitzen, würde die 3G-Regel langsam bei jedem ankommen. Offenbar wussten einige Gäste lange Zeit gar nicht, dass ein Impf-, Test- oder Genesenennachweis in Gaststätten mittlerweile Pflicht ist. Verständnis für die Aussagen des Dehoga-Vorsitzenden hat Stefan Finster nicht unbedingt: „Ich finde es komisch, öffentlich so alle Gäste über einen Kamm zu scheren. Es gibt doch immer Leute, die aus der Reihe tanzen.“

Auch Ulrich Nuding, Inhaber der „Harmonie“ in der Moserstraße, sieht die Situation gelassen. „Wir hatten bisher keine Probleme und keine Diskussionen“, sagt er. Wer die Maske oder den 3G-Nachweis nicht dabei hat, müsse eben gehen. Seine meist älteren Gäste würden das auch einsehen. Denn beim Verstoß gegen die Auflagen erwarte schließlich nicht nur den Gastwirt, sondern auch die Gäste eine Strafe. „Wenn man das so erklärt, verstehen das die Leute schon“, merkt Ulrich Nuding an. Anfeindungen und Beleidigungen habe es im Restaurant Harmonie noch nie gegeben.

Servicepersonal muss sich seit Beginn der Corona-Pandemie einiges gefallen lassen. Zunächst konnten Restaurants, Bars und Hotels über Monate gar nicht öffnen. Dann wurde der Job durch die 3G-Kontrollen, die Überprüfung der Maskenpflicht und Kontaktnachverfolgungen zusätzlich erschwert. Zu allem Übel gibt es unter den Gästen oft Unverständnis gegenüber den Maßnahmen. Wie der Vorsitzende des baden-württembergischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Fritz Engelhardt, in einem

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