Schorndorf

Gemeindediakonin Petra Bilfinger ist  gern mit Menschen unterwegs

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Pfarrer Haß zeigt’s an: Auf drei Kirchengemeinden – Haubersbronn, Miedelsbach, Schornbach/Buhlbronn – erstreckt sich der Aufgabenbereich von Diakonin Petra Bilfinger. Foto: Steinemann © Ralph Steinemann Pressefoto

Das 50-Prozent-Stellen-Vakuum, das im Verbund der drei evangelischen Kirchengemeinden Haubersbronn, Miedelsbach und Schornbach/Buhlbronn mit dem Weggang von Diakonin Katja Müller entstanden ist, wird nach und nach wieder geschlossen. Offiziell bereits am 1. Mai hat Diakonin Petra Bilfinger eine 25-Prozent-Stelle angetreten, und die anderen 25 Prozent werden von Oktober an durch den Alfdorfer Diakon Albrecht Zoller abgedeckt, der die zusätzlichen 50 Prozent seiner Diakonatsstelle im Kirchenbezirk ableistet – wie überhaupt alle Diakoninnen und Diakone beim Kirchenbezirk angestellt und der Dekanin direkt unterstellt sind und von dort entsendet werden. So wie Petra Bilfinger, die mit ihrer Familie – Mann und zwei Söhne im Alter von sechs und neun Jahren – in Haubersbronn lebt und am Sonntag, 4. Juli, im 10-Uhr-Gottesdienst in der Buhlbronner Friedenskirche, der möglichst im Freien stattfinden soll und vom Schornbacher Posaunenchor musikalisch umrahmt wird, offiziell als Diakonin begrüßt und vorgestellt wird. Die Friedenskirche ist für diesen Anlass ausgewählt worden, weil sie in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiert – zumindest, wenn man nicht ganz genau hinschaut, wie der Haubersbronner Pfarrer Christof Haß in Abwesenheit seines (auch am Sonntag) privat verhinderten Miedelsbacher Kollegen Raphael Fauth augenzwinkernd einräumt. Denn das für dieses Kirchenjubiläum herangezogene Einweihungsjahr 1970 ist streng genommen das Jahr der Grundsteinlegung.

Schwerpunkt soll die Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter sein

Die Gemeinde- und Jugendarbeit im Ort zu fördern, sei vor 50 Jahren das mit dem Kirchenneubau verbundene Ansinnen gewesen, sagt Christof Haß und stellt damit den Bezug zur Gegenwart her. Denn um die Förderung der Gemeindearbeit auf einer etwas weiter gefassten Ebene gehe es auch heute, sagt der Haubersbronner Pfarrer, der froh ist, dass sich das für den Kirchenbezirk modellhafte Projekt mit dem Verbund aus drei bis vor ein paar Jahren völlig voneinander unabhängigen Kirchengemeinden und zwei Pfarrern inzwischen so weit entwickelt hat, „dass die drei Gemeinden immer zusammengedacht werden“. „Solche Kooperationen gelingen, wenn die Menschen anfangen, sich gegenseitig zu vertrauen“, weiß der Pfarrer, der sich von der neuen Diakonin eine Qualitätssteigerung vor allem bei der Begleitung der ehrenamtlichen Mitarbeiter verspricht, bei der zunächst einmal der Arbeitsschwerpunkt von Petra Bilfinger liegen soll.

Ausbildungen zur Bankkauffrau und zum Personalcoach

Die bringt dafür als ausgebildeter Personalcoach nicht die schlechtesten Voraussetzungen mit. Ihre kirchlichen Wurzeln hat sie in der ehrenamtlichen Jugendarbeit, beruflich aber hat Petra Bilfinger zunächst einen ganz anderen Weg eingeschlagen mit einer Ausbildung als Bankkauffrau. Von 1993 bis 1996 hat sie dann eine theologische Ausbildung auf dem Basler Hausberg St. Chrischona absolviert und anschließend als Jugendreferentin im Kirchenbezirk Hohenlohe gearbeitet. In dieser Zeit hat sie auch fünf Jahre lang in einem Komitat im Odenwald gelebt, in dem sich Menschen zusammengefunden hatten, die ihr ganzes Leben in weitgehender Weltabgeschiedenheit Gott widmen wollten. Julia Bilfinger hat aber gemerkt, dass ihr diese lebenslängliche Perspektive nicht zusagt, und hat sich dann in der Nähe von Augsburg zunächst im Bereich Officemanagement selbstständig gemacht und anschließend besagte Ausbildung zum Personalcoach gemacht und dann auch als solcher gearbeitet. Orientiert vor allem an der Fragestellung „Wie finde ich meinen Beruf und meine Lebensberufung“.

Petra Bilfinger begleitet gerne Prozesse

Durch ihren Mann, der Lehrer in Plüderhausen ist, hat die in Neidlingen bei Kirchheim/Teck geborene Petra Bilfinger 2009 den Sprung zurück ins Ländle geschafft und sich jetzt, nachdem ein erster Teil der Familienphase bewältigt ist, die Frage gestellt, wie sie allmählich wieder ins Berufsleben einsteigen könnte. „Ich mag’s einfach, mit Menschen unterwegs zu sein – am liebsten vor einem kirchlichen Hintergrund“, begründet Petra Bilfinger, warum sie sich entschlossen hat, an ihre frühere theologische Ausbildung und Arbeit anzuknüpfen und sich nach einem mehrtägigen Kurs mit anschließender Einsegnung von der Landeskirche zur Diakonin berufen zu lassen. Dann hat sie eine Blindbewerbung an den Kirchenbezirk Schorndorf geschickt, die nicht zuletzt auch deshalb Erfolg gehabt hat, weil just zu dieser Zeit Stellen wie etwa die von Katja Müller oder auch von Walter Krohmer freigeworden sind, was von Dekanin Dr. Baur in Abstimmung mit der Bezirkssynode dazu genutzt worden ist, den Einsatz der Diakoninnen und Diakone, die insgesamt einen Stellenumfang von 400 Prozent abdecken, flexibler zu gestalten. Petra Bilfinger jedenfalls ist froh, in und mit den drei Kirchengemeinden Haubersbronn, Miedelsbach und Schornbach/Buhlbronn einen spannenden Entwicklungsprozess begleiten zu dürfen. „Ich bin jemand, der gerne Prozesse begleitet – individuell, aber auch in größeren Zusammenhängen“, sagt die Gemeindediakonin, die teils im Home-Office arbeiten, teils aber natürlich auch vor Ort sein will und muss. „Wir sind froh, dass wir sie gefunden haben“, sagt Pfarrer Haß.

Das 50-Prozent-Stellen-Vakuum, das im Verbund der drei evangelischen Kirchengemeinden Haubersbronn, Miedelsbach und Schornbach/Buhlbronn mit dem Weggang von Diakonin Katja Müller entstanden ist, wird nach und nach wieder geschlossen. Offiziell bereits am 1. Mai hat Diakonin Petra Bilfinger eine 25-Prozent-Stelle angetreten, und die anderen 25 Prozent werden von Oktober an durch den Alfdorfer Diakon Albrecht Zoller abgedeckt, der die zusätzlichen 50 Prozent seiner Diakonatsstelle im

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