Schorndorf

Grafenbergschule Schorndorf: Azubis renovieren die Burg Lohra

Grafenbegschule Azubis
Die Azubis beim Pflastern. © privat

Ups, die Fensterscheibe ging zu Bruch! – 16 junge Männer, allesamt Straßenbauer im zweiten Ausbildungsjahr der Schorndorfer Grafenbergschule, waren auf Klassenfahrt und abends wurde gekickt, da kann das schon mal passieren. Aber dass Schüler ihren Schaden selbst reparieren, geschieht wohl eher selten. Für die handwerklich begabten Jungs kein Thema: Bei einem örtlichen Händler im beschaulichen thüringischen Bleicherode besorgten sie sich eine Scheibe und Fensterkitt und nach gekonnten Handgriffen saß das Fenster wieder. Aber was machen Straßenbauer auf einer Klassenfahrt in der thüringischen Einöde?

Arbeit am Projekt seit elf Jahren

Sie arbeiten an einem seit elf Jahren – mit zwei Corona-Pausen – bestehenden Projekt der Straßenbauklassen der Grafenbergschule Schorndorf: die Renovierung der mittelalterlichen Burg Lohra. „Alles per Hand und Schubkarren, mit der Spitzhacke und Schaufel, das war ganz schön anstrengend, und man konnte sich vorstellen, wie das früher so war“, resümiert Sven auf die Frage, was ihn bei der sehr schweißtreibenden Arbeit beeindruckt habe. Max fügt hinzu, dass die Burg grundsätzlich in sehr schlechtem Zustand sei. Also heißt es: Stein um Stein wird renoviert, und das sehr wörtlich. „Die Herausforderung“, so Lehrer Hermann Idarous, „besteht genau darin, dass die Jungs mit vorhandenem Material, was sozusagen rumliegt, einen originalgetreuen Weg anlegen.“

Know-how der Fachleute

Bei der Denkmalpflege arbeiteten sie mit einer Gruppe Studierender aus Spanien, Frankreich und Mexiko zusammen, wobei sich schnell herausstellte, dass die Fachleute vom Bau das bessere Know-how hatten. Die Azubis wohnten in einem ehemaligen Ausbildungshaus für Schäfer in Selbstversorgung, tatsächlich gab es nicht nur Spaghetti und Kässpätzle, wichtige Kohlenhydrate für die körperliche Schufterei, sondern „auch einmal Salat“, wie Sven hinzufügt. Und etwas stiller äußern sich die Schüler zum Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald. „Man spürt das Schreckliche dort vor Ort richtig“, so einer der Azubis.

Im Labor für digitale Bauwirtschaft (BIM) und im Bitumenlabor der Fachhochschule Erfurt konnten sie fachsimpeln und sich über die neuesten Forschungen zu Straßenbelägen informieren. Was nehmen die Jugendlichen mit, also innerlich? „Respekt vor dem Werkzeug, dass für uns Bagger und Planierraupen selbstverständlich sind“, und, das Wichtigste: „Gegenseitig im abendlichen Stuhlkreis einander zuhören, das Handy lag woanders, das war toll.“ Die organisierenden und begleitenden Lehrer Hermann Idarous, Ulrich Hainz und Raoul Schölch sind begeistert: „Bei jeder Klassenfahrt und bei diesem Projekt lernen wir die Schüler als Menschen persönlich kennen.“ Der Arbeitseinsatz ist zwar unentgeltlich, dennoch kosten die Fahrt und die Versorgung eine Stange Geld. Durch Spenden mehrerer Firmen und eine großzügige Unterstützung durch die Johann-Philipp-Palm-Stiftung wurde das Projekt ermöglicht.

Ups, die Fensterscheibe ging zu Bruch! – 16 junge Männer, allesamt Straßenbauer im zweiten Ausbildungsjahr der Schorndorfer Grafenbergschule, waren auf Klassenfahrt und abends wurde gekickt, da kann das schon mal passieren. Aber dass Schüler ihren Schaden selbst reparieren, geschieht wohl eher selten. Für die handwerklich begabten Jungs kein Thema: Bei einem örtlichen Händler im beschaulichen thüringischen Bleicherode besorgten sie sich eine Scheibe und Fensterkitt und nach gekonnten

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