Schorndorf

Grillplatz übel verwüstet

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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw
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Der Grillplatz am Zusammenfluss von Urbach und Rems gleicht einer Müllkippe. © zvw

Urbach.
Am Wochenende haben Unbekannte den Urbacher Grillplatz an der Rems in eine Müllhalde mit Scherben verwandelt. Die Fotos können das schiere Ausmaß dieser ausgearteten Partynacht nur schwer widerspiegeln. Es sieht real viel schlimmer aus. Scherben, Abfälle, Erbrochenes, Zerstörungen und tonnenweise Müll haben Unbekannte am Grillplatz an der Rems hinterlassen. Die Gemeinde will Anzeige erstatten und droht Konsequenzen an. Ein paar Namen hat die Verwaltung bereits. Die Tische sind bekritzelt – das waren sie in Teilen schon vorher – und an manchen Stellen wurde gekokelt. Überall liegen Scherben und Kronkorken auf dem Boden verteilt. Der ganze Bereich bis zum Ufer ist eine Müllhalde. Wer barfuß an die Rems gehen möchte, muss aufpassen. Bei derart vielen zerstörten Flaschen muss man schon Mutwilligkeit unterstellen. Die Wut auf die Verursacher wächst. Die Ratlosigkeit auch. Bürgermeister Jörg Hetzinger klingt richtig wütend. Wahrscheinlich handelt es sich um Jugendliche, vermutet er. Der Bauhof werde das Chaos am Montag beseitigen. Er spricht von Vandalen, die er am liebsten hart bestrafen würde, wenn man sie denn ermitteln kann. Man will dem Bürgermeister beipflichten. Wer das Chaos angerichtet hat, der müsse bestraft werden – und diese Strafe sollte auch spürbar sein, unterstützt ihn ein Passant, der ungläubig die Müllberge beobachtet. Er öffnet ein Nutella-Glas; „fast noch voll“, ruft er und schüttelt den Kopf. „Das waren keine Armutskinder“, sagt ein weiterer Fußgänger. Da wurden ein paar Hundert Euro „versoffen und verfressen“, das zeigen die Markenprodukte. Auch getrichtert haben die augenscheinlich jugendlichen Täter. Thomas Grünewald-Hasert platzt fast der Kragen. „Das ist eine Frechheit“, sagt er. Er wollte mit Freunden und Familien seinen Geburtstag an der Rems feiern. Daraus wird nichts. Er zischt wutentbrannt ab und ärgert sich maßlos über die Vandalen. Ein Fahrradfahrer hält an und schaut ungläubig. „Das ist schockierend. So habe ich die Anlage noch nie gesehen. Das muss ich meiner Frau zeigen“, sagt Paul Bischof und macht Fotos. Schlechte Erziehung sei das. Ein zweiter Radfahrer kommt hinzu. Er spricht von einer Unverschämtheit. Doch so schön diese Anlage auch ist, so könnte man hier doch „unkontrolliert trinken“. Er schildert eine Zwickmühle: Es ist toll, wenn eine Gemeinde solche Möglichkeiten frei zugänglich anbietet. Doch ist das nicht auch naiv? Am Ende sei es wieder so, dass das Kollektiv für die Dummheit einzelner bestraft wird, beispielsweise, wenn der Platz eingezäunt wird. Die Täter müsse man irgendwie nachvollziehen können, setzt er auf Polizei und Gemeindeverwaltung. Bürgermeister Hetzinger kündigt an, den Vorfall zu untersuchen. Er ahnt im Hinblick auf die Angebote und Attraktionen rund um die Remstal-Gartenschau 2019 nichts Gutes. Er vermisst den Respekt vor Werten und Gegenständen, zeigt sich resigniert: „Man kann es schwer ändern“. Er will versuchen durchzusetzen, dass die Polizei in Zukunft den Grillplatz abends und auch nachts bestreift. Fotograf und Redakteur haben sich die Mühe gemacht und die Becher untersucht, auf einigen stehen Namen. Am Freitag- oder Samstagabend haben unter anderem Paula, Lisa, Rebbe und Trine gefeiert. Wer sich ertappt fühlt: Bitte schleunigst zum Grillplatz gehen, aufräumen und schämen. Denn das, was dort angerichtet wurde, das geht gar nicht. Ein kompletter Grillplatz zugemüllt, demoliert und in Teilen verwüstet. Obwohl, nicht alles. Die Mülleimer sahen unberührt aus.