Schorndorf

Großer Ansturm auf die Schorndorfer Forscherfabrik seit der Wiedereröffnung

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Forscherfabrik
Lisa Kenkel (links) und Dr. Andrea Bergler sind froh, endlich wieder wissbegierige Kinder zu empfangen. © ALEXANDRA PALMIZI
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Forscherfabrik
Im Labor müssen die Schulklassen als Team arbeiten. © ALEXANDRA PALMIZI

Optische Täuschungen verstehen, durch Muskelkraft ein Licht zum Leuchten bringen oder im Labor experimentieren. Sieben Monate lang war das für Kinder, abgesehen von einer kleinen Unterbrechung im März, in der Forscherfabrik nicht möglich. Doch seitdem die Corona-Verordnungen etwas gelockert sind, gibt es einen regelrechten Ansturm auf die Bildungseinrichtung in der Arnoldstraße.

Viel Trubel trotz des eingeschränkten Betriebs

Das Projekt hat seit der Gründung „schon sehr gut Fahrt aufgenommen“, erklärt die Leiterin Dr. Andrea Bergler. Schon vor der Pandemie fanden rund 36 000 Besucher jährlich den Weg in die Forscherfabrik. Geplant wurde ursprünglich mit 20 000 Wissbegierigen. Schulklassen aus dem Umkreis von rund 100 Kilometern buchen Experimentierkurse und haben vormittags Spaß entlang des Forscherparcours. Denn die Kurse, die in einen theoretischen und einen praktischen Teil gegliedert werden, stellen eine perfekte Ergänzung zum Schulalltag dar. Auf den guten Zuspruch aus der Region haben die Verantwortlichen der Forscherfabrik immer gehofft. Trotzdem „hat es uns ein bisschen gewundert“, sagt die wissenschaftliche Mitarbeiterin Lisa Kenkel.

Als dann nach monatelanger Schließung die Schulausflüge wieder erlaubt waren, setzte ein großer Run auf die Forscherfabrik ein. Für das restliche Schuljahr, erzählt Dr. Andrea Bergler, ist bereits alles ausgebucht. Auch in den ersten Schulwochen nach den Ferien im September seien so gut wie alle Termine vergeben. Der Betrieb findet selbstverständlich unter gewissen Hygieneauflagen statt. Über ein Online-Buchungssystem müssen sich die Besucher eine Woche im Voraus anmelden. In den Sommerferien soll dieser sogar auf zwei Wochen verlängert werden. Lisa Kenkel erklärt außerdem, dass es an den Nachmittagen, die für öffentliches Publikum frei sind, zwei Timeslots gibt: den ersten zwischen 13 und 15 Uhr und den zweiten zwischen 15 und 17 Uhr. Maximal 50 Personen dürfen sich gleichzeitig im Gebäude der Forscherfabrik aufhalten. Nur eine Gruppe, statt wie zuvor vier bis fünf, darf in den Forscherparcours. Die Mitarbeiter sind derweil stündlich mit Putzen beschäftigt, da alle Stationen regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden müssen.

Die digitale Welt soll spielerisch entdeckt werden

Doch auch während des harten Lockdowns gab es für Dr. Andrea Bergler und ihr Team alle Hände voll zu tun. Sie konzipierten neue Bereiche und arbeiteten an neuen Projekten. Mit der Unterstützung der Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg haben die Mitarbeiter vor Ort eine App erarbeitet, die künftig in Grundschulklassenzimmern Einzug halten wird. Sie soll Lehrern dabei helfen, die digitalen Medien pädagogisch sinnvoll in den Unterricht mit einzubinden.

Ein weiteres Projekt ist die Umgestaltung eines gesamten Bereichs. „Es ist gedacht, dass alle fünf Jahre etwas erneuert wird“, gibt Lisa Kenkel zu Protokoll. Die Zukunftswerkstatt, deren Ausstellung sich bislang um Mobilität drehte und von der Daimler-Bildungsinitiative Genius gesponsert war, wird bis zum Winter umgestaltet. Unter dem Motto „Rettet die Freizeit“, das sich auf die Zeitersparnis durch die Digitalisierung im Alltag bezieht, soll den Jüngsten ab Winter spielerisch die digitale Welt näher gebracht werden. „Die Kinder sollen verstehen, dass die digitale Welt menschengemacht und nicht einfach so da ist“, erklärt Dr. Andrea Bergler. Denn auch wenn viele ältere Semester sich das gar nicht vorstellen können: Heutige Grundschüler kennen die Welt ohne Smartphones und das Internet gar nicht. Umso wichtiger ist es, für sie zu verstehen, wie die Welt rund um maschinelles Lernen und Big Data funktioniert.

Beim sogenannten Kinderzimmer-Aufräumer zum Beispiel sollen die jungen Forscher einem Computer beibringen, für Ordnung zu sorgen. Dabei soll den Kindern klar werden, dass das smarte Gerät ohne menschliches Zutun gar nicht so viel kann. Die neuen Stationen sollen auch zum Nachdenken anregen, wie Lisa Kenkel erklärt: „Die Kinder können darüber nachdenken, ob zum Beispiel eine Alexa zu Hause wirklich sinnvoll ist. Immerhin hört sie rund um die Uhr zu.“

Optische Täuschungen verstehen, durch Muskelkraft ein Licht zum Leuchten bringen oder im Labor experimentieren. Sieben Monate lang war das für Kinder, abgesehen von einer kleinen Unterbrechung im März, in der Forscherfabrik nicht möglich. Doch seitdem die Corona-Verordnungen etwas gelockert sind, gibt es einen regelrechten Ansturm auf die Bildungseinrichtung in der Arnoldstraße.

Viel Trubel trotz des eingeschränkten Betriebs

Das Projekt hat seit der Gründung „schon sehr gut

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