Schorndorf

Haftstrafe für Brandstifter

Brand in Asylunterkunft #2 - Bild 08_9
Und wieder ein Großbrand im Rems-Murr-Kreis, diesmal in der Asylbewerberunterkunft Urbach. © Ellwanger / ZVW

Stuttgart/Urbach.
Acht Jahre Haft lautet das Urteil im Prozess gegen den afghanisch-stämmigen Asylbewerber, der am späten Abend des 16. März 2018 seinen Container in der Asylbewerberunterkunft in Urbach in Brand legte, wobei das Feuer gefährlich auf die Wohnanlage übergriff und damit das Leben der weiteren Mitbewohner gefährdete. Fast 70 Feuerwehrleute aus vier Orten waren damals im Einsatz, um Menschen zu retten und das Feuer unter Kontrolle zu bekommen.



Zum Glück gab es außer einer kleineren Rauchvergiftung keine Verletzten oder gar Opfer zu beklagen. Dennoch: versuchter Mord in 24 Fällen in Tateinheit mit schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung lautete die Anklage gegen den 23-Jährigen - als so alt gilt er vor Gericht. Nach eigenen Angaben wurde er allerdings 1993 geboren.

Volle Schuldfähigkeit

Das Urteil der Vorsitzenden Richterin der 1. Schwurgerichtskammer am Landesgericht Stuttgart, Ute Baisch, blieb mit ihrem Strafmass etwas unter der Forderung des Staatsanwaltes, der auch „Heimtücke“ geltend gemacht hatte und für zehn Jahre Haft plädierte. Die Vorsitzende ging trotz der Flasche Weins, die der abgelehnte Asylbewrber vor seiner Tat getrunken hatte, bei ihrem Urteil von der „vollen Schuldfähigkeit“ des Angeklagten aus. Er habe „mit Absicht die Zerstörung der Unterkunft herbeigeführt und dabei billigend in Kauf genommen, dass dabei Menschen zu Tode kommen“.

Mitbewohner „komplett egal!“

Zugunsten des Angeklagten machte sie sein junges Alter, sein Teilgeständnis noch am Tatort, den nicht lange im Voraus sondern spontan gefassten Tatentschluss und seine „nicht leichten Lebensumstände“ geltend. Erschwerend beurteilte sie dagegen, dass der Brand 24 Menschen betroffen habe, die sich in einer „ähnlich schwierigen Situation“ wie der Angeklagte befanden, „was ihm“, so die Richterin mit Nachdruck, „komplett egal war.“ Erschwerend auch sein Verhalten nach der Tat, als er emotionslos das Feuer mit seinem Handy filmte. Besonders das, so Baisch, habe „zu der nicht unerheblichen Höhe der haft von acht Jahren“ bewogen.

Derzeit läuft ein Abschiebungsverfahren gegen den jungen Afghanen, so dass selbst sein Anwalt mit einer „zügigen Abschiebung“ rechnet.