Schorndorf

Hohe Impfquote, kaum Impfdurchbrüche: Corona-Lage in Schorndorfer Pflegeheimen

Pflegeheim
Auch die Impfpflicht für Pflegeberufe stellt die Heime vor große Herausforderungen. © ZVW/Gaby Schneider

Die Omikron-Variante lässt deutschlandweit die Fallzahlen in die Höhe schnellen - so auch in den Alten- und Pflegeheimen. In Rastatt infizierten sich Anfang Januar bei einem Corona-Ausbruch 52 Bewohner mit Covid-19, elf von ihnen verstarben an den Folgen der Infektion. Wie ist die Corona-Lage in den Schorndorfer Heimen? Wie viel Prozent der Bewohner sind inzwischen geboostert? Und was sagen die Einrichtungen zur Impfpflicht in Pflegeberufen? Ein Überblick.

Corona-Lage: Heimleitungen vorsichtig optimistisch

In Schorndorf scheint die Lage noch lange nicht so angespannt zu sein wie in Rastatt oder anderen Teilen des Rems-Murr-Kreises. In Schwaikheim etwa wurde erst am Donnerstag ein großer Corona-Ausbruch im Haus Elim vermeldet, elf Bewohner und vier Mitarbeiter wurden positiv getestet. „Sowohl im Karlsstift als auch im Marienstift ist die Lage relativ ruhig“, erklärt Stefan Wieland, Pressesprecher der Zieglerschen. Vereinzelt gebe es unter den Bewohnern und Mitarbeitern Infektionsfälle, aber kein größeres Ausbruchsgeschehen.

„Im Karlsstift gibt es aktuell einen Fall in der Bewohnerschaft, nachdem es lange keine Fälle gegeben hat“, so Wieland. Die Bewohner des betroffenen Bereichs müssen sich deshalb überwiegend in ihren Zimmern aufhalten und dürfen keinen Besuch empfangen. „Das sind leider notwendige Maßnahmen, die in Absprache mit dem Gesundheitsamt durchgeführt werden müssen.“

Auch Claudia Oberländer, Leiterin des Spittler-Stifts, zeichnet ein positives Bild: „Wir haben aktuell keine Corona-Infektion im Haus, was uns sehr freut. Ein Mitarbeiter wurde zwar positiv getestet, befindet sich aber in Quarantäne.“ Trotz der relativ entspannten Lage sei eine angespannte Stimmung zu spüren, denn: „Wir haben in der Pandemie gelernt, dass sich die Inzidenz im Landkreis immer mit etwa zwei Wochen Verzögerung auch in den Pflegeheimen widerspiegelt.“ Daher würden alle erforderlichen Maßnahmen eingehalten, um keine weiteren positiven Fälle zu haben.

Impfquote und Geboosterte: Erfreuliche Nachrichten aus den Heimen

Bereits im November 2021 hatten wir die drei Pflegeheime gefragt, wie hoch die Impfquoten innerhalb der Einrichtungen sind. Knapp zwei Monate später gibt es erfreuliche Neuigkeiten: Sie sind deutlich angestiegen.

Sowohl im Karlsstift als auch im Marienstift liege die Impfquote der Bewohner, die zweifach geimpft wurden, bei über 95 Prozent. Bei der Belegschaft seien „über 90 Prozent doppelt geimpft“, wie Pressesprecher Stefan Wieland mitteilt. Genauere Zahlen zur Booster-Impfung wolle das diakonische Unternehmen aber nicht herausrücken – um die Privatsphäre der Mitarbeiter und Bewohner zu schützen. Nur so viel war auf Nachfrage herauszufinden: Die Booster-Quote der Bewohner liegt leicht unter der Impfquote für die doppelte Impfung.

Vor allem im Marienstift bedeuten die neuen Zahlen eine deutliche Steigerung. Im November 2021 lag die Booster-Quote noch bei rund 50 Prozent. Zum Vergleich: Im Karlsstift waren zum selben Zeitpunkt rund 79 Prozent aller Bewohner geboostert. Das Marienstift hat also deutlich aufgeholt.

Nur vereinzelte Impfdurchbrüche in den Heimen

Auch im Spittler-Stift schoss die Impfquote in den vergangenen zwei Monaten in die Höhe. „Die Bewohner sind bis auf ganz wenige Ausnahmen vollständig geimpft, 90 Prozent haben sogar schon die Boosterimpfung“, erklärt Claudia Oberländer. Auch hier eine deutliche Steigerung im Vergleich zum November 2021, dort lag die Booster-Quote noch bei rund 25 Prozent.

Von Impfdurchbrüchen blieben alle drei Heime in letzter Zeit verschont. Im Spittler-Stift gab es im Oktober 2021 einen Impfdurchbruch, drei Wochen nach der Booster-Impfung. Im Karls- und Marienstift gab es „nur sehr vereinzelte Impfdurchbrüche.“

Impfpflicht in Pflegeberufen: „Wir sind höchst alarmiert“

Ab dem 16. März gilt in der Pflege eine berufsbezogene Impfpflicht. Das heißt: Wer im Altenheim arbeitet, muss sich impfen lassen. Bereits jetzt ist die Impfpflicht in Pflegeberufen ein heiß diskutiertes Thema - vor allem in den Einrichtungen. „Wir sind höchst alarmiert“, sagt Stefan Wieland. Der Pressesprecher der Zieglerschen warnt zudem: „Angesichts eines ohnehin hohen Fachkräftemangels haben wir die Sorge, dass sich die angespannte Personalsituation weiter zuspitzt.“

Die Folgen: Die Mitarbeiter würden noch mehr belastet werden, außerdem drohe eine Verschlechterung der Pflegestandards. „Dies gilt es unbedingt im Interesse von uns allen zu verhindern.“ Daher sei die Zieglersche gegen eine berufsbezogene Impfpflicht. „Die Bekämpfung der Pandemie geht uns alle an und kann uns als Gesellschaft nur gemeinsam gelingen. Deshalb würden wir eine allgemeine Impfpflicht begrüßen.“

So sieht es auch Claudia Oberländer. „Wir hätten uns eine allgemeine Impfpflicht gewünscht.“ Es helfe wenig, wenn zwar die Mitarbeiter geimpft sind, die Bewohner und Gäste aber nicht, so die Leiterin des Spittlerstifts. „So kann das Virus trotzdem in unsere Einrichtung kommen.“ Bis auf drei Mitarbeiter seien alle geimpft. Trotzdem wolle die Heimleitung die berufsbezogene Impfpflicht konsequent durchsetzen: „Nicht immunisierte Mitarbeitende stellen wir ab 15. März frei und melden sie dem Gesundheitsamt.“ Das sei schade, so Oberländer. „Aber der Schutz unserer Bewohner hat oberste Priorität.“

Welche Besuchsregeln gelten?

Hier halten sich die drei Heime an die neue Corona-Verordnung für Pflegeeinrichtungen (Stand 17. Januar). Alle Besucher, ob geimpft oder ungeimpft, müssen einen aktuellen Schnelltest vorweisen. Bei nicht-immunisierten Personen darf das Ergebnis des Schnelltests nicht älter als sechs Stunden sein, bei einem PCR-Test nicht älter als 24 Stunden.

Im Karls- und Marienstift wird „zu festen Zeiten die Möglichkeit zu Testungen“ angeboten, so Stefan Wieland. Laut Claudia Oberländer kann man sich im Spittler-Stift täglich zwischen 14 und 16.15 Uhr testen lassen. „Außerhalb dieser Zeiten müssen die Besucher ein aktuelles, negatives Testergebnis mitbringen.“

Zudem gilt in allen Pflegeeinrichtungen die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske, für Besucher und Mitarbeiter. „Solange die Inzidenzen in der Gesamtbevölkerung so hoch sind, ist das auch eine sinnvolle Maßnahme – wir brauchen jedes Schutzschild“, meint Claudia Oberländer.

Die Omikron-Variante lässt deutschlandweit die Fallzahlen in die Höhe schnellen - so auch in den Alten- und Pflegeheimen. In Rastatt infizierten sich Anfang Januar bei einem Corona-Ausbruch 52 Bewohner mit Covid-19, elf von ihnen verstarben an den Folgen der Infektion. Wie ist die Corona-Lage in den Schorndorfer Heimen? Wie viel Prozent der Bewohner sind inzwischen geboostert? Und was sagen die Einrichtungen zur Impfpflicht in Pflegeberufen? Ein Überblick.

Corona-Lage:

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 5,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper