Schorndorf

Hohe Spritpreise: Welche Auswirkungen hat das auf den Schorndorfer Busverkehr?

Bus in Schorndorf
Unter anderem ist das Busunternehmen Fischle in Schorndorf unterwegs. © Büttner

Es ist zum Haareraufen – erst sorgte Corona für Fahrteinbrüche, jetzt die stetig hohen Benzinpreise. „Die Spritpreisentwicklung belastet uns derzeit enorm“, sagt Ralf Steinmetz, Geschäftsführer Regionalverkehr bei Fischle. „Auf den Linien in und um Schorndorf verbrauchten wir seither für rund 40.000 Euro Diesel im Monat. Aktuelle sind es 70.000 Euro. Monatlich also 30.000 Euro mehr als bislang und derzeit vom Aufgabenträger, dem Landkreis Rems-Murr, an uns vergütet.“ Es gebe für diese Verkehre zwar eine Dynamisierungsregelung, diese wirke aber erst ab dem nächsten Jahr und dann auch nur für die Zukunft. „Die aktuellen Preissteigerungen legen wir also aus eigener Tasche drauf.“

Zurückhaltung bei Investitionen

Einiges vorfinanzieren muss auch das Busunternehmen Dannenmann. „Wir benötigen etwa 80.000 Liter/Monat. In unseren langlaufenden festgeschriebenen Verkehrsbedienungsverträgen wird uns der Dieselpreis jetzt auf eine Basis von 1,08 Euro pro Liter angepasst. Bei einem aktuellen Einkaufspreis von um die 2 Euro müssen wir folglich enorm viel vorfinanzieren“, sagt Geschäftsführer Markus Dannenmann. Dies führe zu einem hohen Liquiditätsabfluss und letztlich zusammen mit den ebenfalls erheblichen Preissteigerungen bei AdBlue, Reifen, Ersatzteilen und so weiter zu einer Zurückhaltung bei nötigen Investitionen in Fuhrpark und Technik.

Laut ADAC kostete am 7. März ein Liter Super E10 im Bundesmittel 2,008 Euro, das waren 18,1 Cent mehr als noch am 1. März. Noch stärker stieg der Dieselpreis. Diesel ist nun teurer als Superbenzin. Ein Liter kostete nach Angaben des ADAC am 7. März durchschnittlich 2,032 Euro, was einen Preissprung von 27,6 Cent innerhalb von sechs Tagen bedeutet. Beide Kraftstoffsorten übersteigen damit erstmals die 2-Euro-Marke. Die meisten Busse im Rems-Murr-Kreis fahren mit Diesel. Preissteigerungen, die wehtun. Der Dieselpreis liege derzeit 80 Prozent über dem Vorjahresniveau. Wer sorgt für Abhilfe?

Steinmetz: „Wir haben den Landkreis Rems Murr angeschrieben und um dringende Unterstützung gebeten. Von dort wurde uns mitgeteilt, dass man sich intensive Gedanken macht und prüft, ob beziehungsweise in welcher Form eine Unterstützung für die Busverkehrsunternehmen möglich sein könnte. Es sind ja alle Busunternehmen davon betroffen.“ Im Kreistag war dies eines der Hauptthemen. Die Landratsämter befürchten, dass die Busunternehmer aufgeben und ihre Verträge kündigen wollen – oder dass sie pleitegehen könnten. „Um dies zu vermeiden, erarbeiten die Verbundlandkreise gerade ein Konzept, wie die Busunternehmen finanziell gestützt werden können“, hieß es in der Vorlage für die Kreisräte (wir berichteten).

„Wir fahren das volle Programm“

„Bislang gibt es für uns nichts Greifbares und mit jeder Betankung nach den Schichten legen wir Geld drauf“, sagt der Fischle-Regionalverkehr-Geschäftsführer. Einschränkungen im Busverkehr wird es nicht geben – jedenfalls vorerst nicht: „Leistungsreduzierungen im Fahrplanangebot sind aktuell noch kein Thema. Schließlich haben wir ja eine Betriebspflicht. Das wird aber bald Thema werden, wenn es keine Unterstützung gibt. Wir fahren das volle Programm“, sagt Steinmetz. Man sei auf die Aufgabenträger und Besteller der Verkehre angewiesen. „Ich hoffe, dass kurzfristig die Mehrkosten ausgeglichen werden, ansonsten müssen wir Leistungen reduzieren.“ Ebenso bei Dannenmann: „Der Fahrplan bleibt bis auf weiteres unverändert, unsere internen Umlaufpläne sind bereits optimiert, hier gibt es kein weiteres Potenzial. Es fahren alle Busse wie geplant“, so Markus Dannenmann. Wie geht er mit dieser Lage um? „Kurzfristig ‘Augen zu und durch’. Wir sind aber in stetigem Austausch mit unserem Aufgabenträger und weisen auf die Probleme der Busbranche hin. Mittelfristig – ein bis zwei Monate – gehen wir daher davon aus, dass sich unsere Aufgabenträger im VVS schnell einigen, wie sie ihren ÖPNV-Unternehmen helfen können“, lautet die Antwort.

Tarifgestaltung wird eine Rolle spielen

Dass die hohen Spritkosten auf die Fahrgäste umgewälzt werden, glauben die Geschäftsführer nicht.

Markus Dannenmann: „Ticketpreise werden vom VVS bestimmt. Da die gestiegenen Spritpreise auch zu einem Umstieg vom Auto zum ÖPNV führen und damit eine Chance für den ÖPNV sein können, gehen wir davon aus, dass die Ticketpreise nicht erhöht werden.“ Und Ralf Steinmetz ergänzt: „Kurzfristig wird es voraussichtlich keine weiteren über die für dieses Jahr bereits beschlossenen Tarifanpassungen geben. Aber spätestens im nächsten Jahr werden die aktuellen Entwicklungen bei der Tarifgestaltung durch den Verbund eine Rolle spielen (müssen).“

Es ist zum Haareraufen – erst sorgte Corona für Fahrteinbrüche, jetzt die stetig hohen Benzinpreise. „Die Spritpreisentwicklung belastet uns derzeit enorm“, sagt Ralf Steinmetz, Geschäftsführer Regionalverkehr bei Fischle. „Auf den Linien in und um Schorndorf verbrauchten wir seither für rund 40.000 Euro Diesel im Monat. Aktuelle sind es 70.000 Euro. Monatlich also 30.000 Euro mehr als bislang und derzeit vom Aufgabenträger, dem Landkreis Rems-Murr, an uns vergütet.“ Es gebe für diese

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