Schorndorf

„Ich bin ganz zittrig“: Kunstwerk von Hüseyin Altin in Schorndorf schwer beschädigt

Kopie von Marmorblock "Hirnriss"
Hüseyin Altin besieht sich den Schaden an seinem Werk. © ZVW/Yvonne Weirauch

Mal eine Schmiererei, mal eine kleine Delle durch ein umfallendes Absperrgitter bei einem Radrennen. Sonst nix passiert. Seit 1988, als die Stadt nach dem 1. Bildhauersymposion das Werk „Fortschnittschritt“ des Urbacher Künstlers Hüseyin Altin erworben hat, steht die Skulptur als markantes Denk- und Mahnmal am Oberen Marktplatz. Hat viele SchoWos, Tausende Wochenmärkte, sogar die Anbindung eines vietnamesischen Standes mit Frühlingsröllchen 34 Jahre lang heil überstanden.

Arzt macht Foto vom Kennzeichen

Freitagfrüh aber, kurz vor 8 Uhr, tat es einen Knall. Beim Rückwärtsstoßen hatte ein unachtsamer Lastkraftfahrer eines Entsorgungsunternehmens die Stele gerammt und dabei ein 20 Zentimeter langes und bis zu drei Zentimeter dickes Steinstück herausgeschlagen.

Dr. Christian Grimm, der eine Praxis über der Palm’schen Apotheke führt, hat den Schlag gehört, zwar keinen Fahrer gesehen, aber das dann einfach davonfahrende Fahrzeug einschließlich Kennzeichen vom zweiten Stock aus mit seinem Smartphone fotografiert. Der zum Schadensort gerufene Hüseyin Altin besah sich schon eine Stunde später den Bruch. „Ich bin ganz zittrig“, erklärt der 78-Jährige und erzählt von der Herkunft des Steins aus dem österreichischen St. Johann. „Rauchkristall, der ist gut geeignet für unser Klima.“ Nun aber die unschöne Absplitterung. „Das ist ein ernster Schaden. Das ist nicht mehr die Arbeit, die ich abgeliefert habe.“

Ein Fall für die Versicherung

Gemeinsamer Gang ins Rathaus. Die Skulptur gehört der Stadt. Es müsste Anzeige erstattet werden. Dort nimmt sich Sonja Schnaberich-Lang der Sache an. Sie bekommt die Beweisfotos von Dr. Grimm. Telefonierte mit dem Entsorgungsunternehmen. Das, nach Rücksprache mit dem betreffenden Fahrer, der nichts bemerkt haben wollte, die Sache aber nicht abstritt und sie an ihre Versicherung weiterleiten wird. „Die waren sehr kooperativ“, freut sich Schnaberich-Lang. Eine Anzeige kann so vermieden werden. Der „Fortschnittschritt“ hat schon lange einen so liebevollen wie abschätzigen Kosenamen: „Treffen wir uns beim ,Hirnriss'". Und das sollte so bleiben.

Mal eine Schmiererei, mal eine kleine Delle durch ein umfallendes Absperrgitter bei einem Radrennen. Sonst nix passiert. Seit 1988, als die Stadt nach dem 1. Bildhauersymposion das Werk „Fortschnittschritt“ des Urbacher Künstlers Hüseyin Altin erworben hat, steht die Skulptur als markantes Denk- und Mahnmal am Oberen Marktplatz. Hat viele SchoWos, Tausende Wochenmärkte, sogar die Anbindung eines vietnamesischen Standes mit Frühlingsröllchen 34 Jahre lang heil überstanden.

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