Schorndorf

In Schorndorf protestieren Aktivistinnen und Aktivisten anlässlich des globalen Klimastreiks - Was fordern sie?

Plakat-Aktion zum Klimastreik in Schorndorf
Eine Forderung der Aktivistinnen und Aktivisten: Die Einhaltung des 1,5-Grad-Ziels. © Alexandra Palmizi

In vielen deutschen Städten haben Aktivistinnen und Aktivisten am Freitagmittag für mehr Klimaschutz demonstriert. In Schorndorf beteiligte sich die Gruppe Klimaentscheid Schorndorf mit einer Plakataktion auf dem Marktplatz. Schon in wenigen Tagen soll über manche ihrer Forderungen im Schorndorfer Gemeinderat abgestimmt werden.

An einem Metallgitter hängen Plakate, Bilder und Aufrufe der Schorndorfer Klima-Aktivisten. Unter anderem heißt es an der Wand: „Für meine Kinder lebe ich klimafreundlich“, „Ich will mehr Fahrradwege“ oder „Ich will mehr Grün in meinem Stadtrat“. Aus Ludwigsburg, Aalen, Remshalden, Backnang und Weinstadt sind auch andere Vertreterinnen und Vertreter von German Zero gekommen. Die bundesweite Organisation setzt sich in dezentralen Gruppen für einen Klimaentscheid vor Ort ein. Wenn es nach den Aktivistinnen und Aktivisten geht, dann sollen die Städte sich jeweils einen konsequenten Plan zur Reduktion von CO2 machen. In der Daimlerstadt hat sich die Gruppe auf die Forderung nach einem klimaneutralen Schorndorf bis 2035 geeinigt.

Rund 30 Personen stehen auf dem Marktplatz

Große Reden und Ähnliches gibt es an diesem Mittag nicht, man trifft sich hier an den Plakaten, die meisten sind mit FFP2-Maske gekommen. Als der Startschuss der Aktion um 14 Uhr fällt, sind nur einzelne Vertreterinnen und Vertreter vor Ort, doch nach und nach werden es mehr. Gegen 15 Uhr haben sich dann bereits 30 Personen eingefunden. Viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kennen sich bislang nur aus Video-Konferenzen. Über das vergangene Jahr fanden immer wieder digitale Treffen übers Internet statt. Ursprünglich sei alles ein bisschen größer geplant gewesen, sagt Bettina Penzkofer aus Schorndorf, die die Aktion mit organisiert hat. Doch wegen des regenrischen Wetters hätte sie einige der großen aufwendig gemachten Plakate lieber zu Hause gelassen. Es ist kühl, viele der Beteiligten tragen ihr gelbes Shirt deshalb über dicken Winterjacken.

Den Klimaentscheid-Aktivisten haben sich auch einige Vertreterinnen und Vertreter des Schorndorfer Weltladens und einzelne Grüne angeschlossen. Eberhard Bolay aus dem Vorstand des Weltladens erklärt, dass Handel, Ökologie und Klimaschutz zusammengehören. Die Klimagerechtigkeit gehöre längst zu den Zielen der Organisation, die sich für fairen Handel einsetzt. Deshalb engagiere man sich nun gemeinsam mit der Gruppe hier vor Ort. Er zeigt am auf dem Marktplatz aufgestellten Gitter Bilder aus abgelegenen Regionen Südamerikas. Auf ihnen lernen Kinder an einfachen Laptops, die an Solarpaneele angeschlossen wurden. Was bei den Indigenen im Amazonas-Gebiet möglich ist, das muss auch bei uns möglich sein, so Bolay.

Aber auch Jakob Härer vom Schorndorfer Concept Store „Jakob“ und Ina Bühler vom Upcycling-Atelier „Inubu“ unterstützen das Team. „Es ist wichtig, etwas zu tun“, findet Bühler. Sie schätze die gemeinsamen Aktionen und helfe gerne bei der Gestaltung von Plakaten. Im Laden stehe sie immer alleine, hier könne sie versuchen, mit anderen etwas zu bewegen. Für den Streik auf dem Marktplatz hat sie extra für rund eine Stunde ihren Laden geschlossen.

Um die Schorndorfer „Fridays for Future“-Gruppe ist es hingegen ruhiger geworden, bei einzelnen Demonstrationen konnten Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren viele junge Menschen mobilisieren. Inzwischen ist es um sie ruhiger geworden. Bettina Penzkofer, die sich auch bei Parents for Future organisiert, erzählt, dass viele der besonders Engagierten in den vergangenen Monaten zum Studieren weggezogen sind.

Die Gruppe hat Anträge im Gemeinderat eingereicht

In einer Sitzung des Gemeinderates am 25. März soll über einige Anträge der Gruppe abgestimmt werden. Einige der Aktivisten sind guter Dinge, dass ihnen die Mehrheit der Lokalpolitiker inzwischen beipflichtet. Dörte Schnitzer, eine der Hauptakteurinnen der lokalen Klima-Gruppe, hofft vor allem auf einige hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Verwaltung in Zukunft für das Thema verantwortlich sind. Unter anderem brauche es einen Klimamanager. Die verschiedenesten Stabstellen müssten sich aus ihrer Sicht stärker mit der Reduktion von CO2 beschäftigen.

Neben dieser Forderung geht es der Gruppe außerdem um die Stärkung der Radinfrastruktur, die Förderung des ÖPNV und den Ausbau erneuerbarer Energien. Unter anderem müsse die Stadt als Vorbild in Sachen Fotovoltaik vorangehen, so die Organisation.

In vielen deutschen Städten haben Aktivistinnen und Aktivisten am Freitagmittag für mehr Klimaschutz demonstriert. In Schorndorf beteiligte sich die Gruppe Klimaentscheid Schorndorf mit einer Plakataktion auf dem Marktplatz. Schon in wenigen Tagen soll über manche ihrer Forderungen im Schorndorfer Gemeinderat abgestimmt werden.

An einem Metallgitter hängen Plakate, Bilder und Aufrufe der Schorndorfer Klima-Aktivisten. Unter anderem heißt es an der Wand: „Für meine Kinder lebe ich

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