Schorndorf

In Weiler soll eine Brache bebaut werden: Was der Gestaltungsbeirat am Neubauprojekt kritisiert

pfleiderer
Die geplanten Mehrfamilienhäuser an der Schorndorfer Straße. Foto: Ansicht Pfleiderer Projektbau

Es ist ein verhältnismäßig kleines Grundstück an der Ortsdurchfahrt in Weiler, doch die Planung hat es in sich. Auf einer Brache, auf der rund um ein bestehendes Haus gebaut werden muss, sollen Mehrfamilienhäuser und ein Doppelhaus entstehen. Der Grundstückskauf hatte sich laut Klaus-Martin Pfleiderer, Geschäftsführer der Pfleiderer Projektbau aus Winnenden, lange hingezogen. Die Dienstbarkeit habe die Lage der Häuser vorgegeben. Nach etlichen Abstimmungsgesprächen mit der Stadt hat Pfleiderer die Planung für den Bau der Häuser an der Schorndorfer Straße immer wieder angepasst und weiterentwickelt, um die geforderten Abstandsflächen einhalten zu können. Nun hat der Bauträger seine Pläne für die Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohnungen im Gestaltungsbeirat vorgelegt. Dort stieß die Planung allerdings auf Kritik: Moniert wurden von der Architektengruppe im Beirat die aus ihrer Sicht zu kleinen Gärten, die drei kleinen Spielplätze und die geplante Reihung dreier gleichartiger Häuser. Die Gebäude drehen und neu setzen, war eine der Empfehlungen.

Ein wenig frustriert war Klaus-Martin Pfleiderer am Ende der Sitzung schon. Er nehme mit, dass die Planung insgesamt geändert werden solle, sagte der Geschäftsführer. Das aber hatte ihn ganz offensichtlich überrascht, nachdem sein Unternehmen, wie er sagte, nicht unerfahren sei und dem Termin unzählige Gespräche mit der Stadt vorausgegangen seien. Sein Wunsch: Damit sein Bauprojekt das Gefallen des Gestaltungsbeirats wenigstens bei der nächsten Sitzung im September findet, möge man ihm doch „etwas Konkretes mit auf den Weg geben“. Das ist mittlerweile geschehen, das Protokoll ist fertig. Die Änderungswünsche liegen auf dem Tisch. Dass die Mitglieder des Beirats nicht immer einer Meinung seien, hatte Gestaltungsbeiratsvorsitzender Professor Franz Pesch in der Sitzung aber eingeräumt. „Wir sind ein Kollegium von vier Menschen und lernen in den Diskussionen“, sagte er da. Ziel sei es, beratend zu wirken.

Wohnungen zwischen 55 und 136 Quadratmetern Größe

Um Wohnraumverdichtung und die Bebauung einer Brache am Ortsrand geht es beim Bauprojekt an der Schorndorfer Straße, das auch schon im Ortschaftsrat vorgestellt worden ist. Rund um das bestehende Haus mit großem Garten sollen fünf Gebäude entstehen, vier Mehrfamilienhäuser und ein Doppelhaus. Die Wohnungen sollen zwischen 55 und 136 Quadratmeter groß werden, erschlossen werden sie über eine verkehrsberuhigte Straße, geparkt wird in einer Tiefgarage. Auch drei kleine Spielbereiche sind geplant. „Eine sehr glückliche Situation mit Potenzial für eine tolle Nachbarschaft“, lobte Landschaftsarchitekt Stefan Helleckes. Allerdings könnten auf der Tiefgarage keine Bäume gepflanzt werden und zwischen den Häusern fehle eine größere Fläche. Letzteres monierte auch Franz Pesch, der einen großen Spielplatz vermisste. „Luft aus der Baumasse“ nehmen, um damit den Abstand zwischen Häusern zu vergrößern, forderte Hellekes. „Man braucht eine soziale Distanz, auch wenn man gemeinschaftlich wohnt.“ Durch eine leichte Verschiebung der Gebäude könne man aber Verbesserung schaffen.“

Großzügige Dachterrassen stießen auf Kritik

Auf Kritik stießen die in einer Reihe konzipierten gleich großen Mehrfamilienhäuser, die sich nur durch ihre Farben und unterschiedlich tiefen Einschnitte in den Dächern unterscheiden. Statt der Reihung regte Architekt Peter Schmidt an, aus den fünf Gebäuden ein Ensemble zu bilden. Darin sehe er mehr Potenzial und die Chance, statt zwei kleinen Spielflächen einen richtigen Spielplatz zu schaffen. Ähnlich sah es seine Kollegin Bettina Klinge: „Das Haus in der Mitte drehen und das erste Haus nach vorne verschieben“, regte sie an. „Dann würde das Ganze eine gemeinsame Mitte bekommen.“ Moniert wurden aber auch die großzügigen Dachterrassen, die nach Ansicht des Gestaltungsbeirats die Kompaktheit der Häuser empfindlich stören. „Natürlich wollen die Leute draußen sitzen“, meinte Franz Pesch. „Aber man sollte nicht das aufgeben, was ein Haus ausmacht.“ Unterm Strich begrüßte der Gestaltungsbeirat die Bebauung der Brache aber ausdrücklich – und freut sich dem Protokoll zufolge schon jetzt auf die Wiedervorlage des Wohnbauprojekts.

„Die Planung war fast fertig, aber wir stellen uns dem Thema“

Kann gut sein, dass Pfleiderer Projektbau weniger glücklich darüber ist. Bereits im Februar seien sie überrascht gewesen, dass das Bauprojekt nach diversen Vorbesprechungen überhaupt noch im Gestaltungsbeirat vorgestellt werden sollte. Noch weniger hätten sie erwartet, dass die Planung nochmals überarbeitet werden muss. „Die Planung war fast fertig, aber wir stellen uns dem Thema“, sagt Klaus-Martin Pfleiderer. Mittlerweile hätten sie eine neue Version, bei der das mittlere Gebäude gedreht wurde. „Wir finden nicht, dass es unbedingt besser ist“, sagt der Geschäftsführer, „aber wir müssen uns fügen.“ Gespannt sei er nun, ob sie im September den Geschmack des Beirats treffen. Der zweite Wunsch der Architekten, einen zusammenhängenden Spielbereich zu schaffen, sei kein Problem. „Das kriegen wir hin“, sagt Pfleiderer. „Aber auch das ist Geschmackssache.“

Es ist ein verhältnismäßig kleines Grundstück an der Ortsdurchfahrt in Weiler, doch die Planung hat es in sich. Auf einer Brache, auf der rund um ein bestehendes Haus gebaut werden muss, sollen Mehrfamilienhäuser und ein Doppelhaus entstehen. Der Grundstückskauf hatte sich laut Klaus-Martin Pfleiderer, Geschäftsführer der Pfleiderer Projektbau aus Winnenden, lange hingezogen. Die Dienstbarkeit habe die Lage der Häuser vorgegeben. Nach etlichen Abstimmungsgesprächen mit der Stadt hat

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