Schorndorf

Johann-Philipp-Palm-Schule Schorndorf: Schüler demonstrieren für Menschenrechte

Tag der Menschenrechte
Der Tag der Menschenrechte an der Johann-Philipp-Palm-Schule. © Benjamin Büttner

Passend zum Tag der Menschenrechte, der jüngst begangen wurde, haben sich die Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule in Schorndorf mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN befasst. „Ziel ist es, die Schule auf das Thema aufmerksam zu machen“, sagt Ingrid Müller-Gatwohl, Lehrerin und Hauptinitiatorin des Projektes.

Um dies zu erreichen, standen einige Aktionen auf dem Programm: von einem Gesangsflashmob bis hin zu einer Demonstration durch das Schulgebäude und einem Vortrag über menschenwürdige Produktion in der Modeindustrie. Zudem wurden in der Aula verschiedene Stationen aufgebaut, mit denen sich die Einstiegsklassen der Berufsfachhochschule auseinandersetzen konnten.

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UN: Die Meinungen der Jugendlichen

Seit 2012 gibt es an der berufsbildenden Schule jährlich interaktive Veranstaltungen wie diese. Ins Leben gerufen wurden sie außer von Ingrid Müller-Gatwohl, die Informatik und Büromanagement unterrichtet, auch von Ina Schulz. Ingrid Müller-Gatwohl berichtet: „Uns hat auch schon ein Mönch aus Tibet besucht, Golog Jisme. Er hat über seine Folterungen im Gefängnis berichtet.“ Obwohl solche Veranstaltungen junge Erwachsene zwar zum Nachdenken anregen, ändere sich das Leben der Schüler nicht. Dennoch müsse man darauf aufmerksam machen, weil es alle betreffe.

Den Auftakt zum besonderen Schultag bildete die Gesangseinlage der Lehrer und Schüler. In der ersten Pause fanden sich die Teilnehmer in der Aula zusammen und sangen das Lied „We are the World“. Sängerin und Lehrerin Tatiana Zenker war mit von der Partie: „Musik verbindet und die Schüler konnten über sich hinauswachsen.“

Durch seinen Sologesang stach Wirtschaftsgymnasiast Kubilay Taha Özay aus der Masse hervor. Was bedeutet dem 17-Jährigen der Tag der Menschenrechte? „Egal, welche Rasse oder welchen Standpunkt man vertritt: Wir sind alle eins. Wir müssen als Gesellschaft zusammenhalten.“ Kubilay Taha Özay liegen Akzeptanz und der Zusammenhalt verschiedener Kulturen sehr am Herzen.

Ein Demo-Zug durch die Schule

Für die Einstiegsklassen der Berufsfachhochschule gab es in der Aula anschließend neben einem Kahoot-Quiz verschiedene Stationen, die sie durchlaufen konnten. Diese gestalteten die beiden Klassen „Wirtschaftsschule 1 a“ und „Wirtschaftsschule 1 b“ im Unterricht: Auf Plakaten, Powerpoints und in kurzen Videos präsentierten die Schüler ihr selbst gewähltes Nachhaltigkeitsziel der UN.

Schülerin Amelie erarbeitete zusammen mit ihrer Schulkollegin Sinja das Thema „Leben unter Wasser“. „Ich finde es sehr wichtig, dass die Welt gesünder wird.“ Was Amelie bei der Recherche vor allem überraschte, war die Tatsache, dass jährlich sechs Millionen Tonnen Plastik im Meer landen, was viel zu viel für die 15-Jährige ist. Sinja merkt an: „Die Menschen müssen sich an die Ziele halten.“

Tim aus der „Wirtschaftsschule 1 a“ wählte das Nachhaltigkeitsziel „Keine Armut“. Der 24-Jährige findet klare Worte: „Jeder hat das Recht darauf, nicht arm zu sein. Ich arbeite daran, die Leute aufzuklären. Mein Vorschlag: ein bedingungsloses Grundeinkommen.“

Joline aus der „Wirtschaftsschule 1 b“ setzte sich mit Geschlechtergleichheit auseinander: „Frauen stehen noch nicht auf dem gleichen Level wie Männer. Sie verdienen weniger für die gleiche Arbeit. In Syrien haben die Frauen keine Rechte. Ich finde es gut, dass man sich hinstellen und protestieren kann. “

Vortrag von Friederike Leitlein, Geschäftsführerin des Modelabels Eyd

Zusätzlich zu den Stationen gab es auch ein Kahoot-Quiz mit Fragen über die UN-Nachhaltigkeitsziele. Die Jugendlichen erhielten somit auch die Möglichkeit, Gutscheine für den „Eine-Welt-Laden“ zu gewinnen. Finanziert wurden diese und der Vortrag von der Palm-Stiftung.

Die Organisatorin des diesjährigen Projektes ist Lehrerin Yvonne Rothe. Sie unterstützte die Jugendlichen bei ihren Aufgaben und organisierte den Demo-Zug durch die Schule. Für diesen Lauf wurden die Nachhaltigkeitsziele auf Schildern abgebildet und durch das Schulgebäude getragen. Das Ziel: die Aufmerksamkeit der Jugendlichen erregen. Nicht nur Lehrer nahmen daran teil, sondern auch zahlreiche Schüler, die sich freiwillig meldeten.

Friederike Leitlein, Geschäftsführerin des Modelabels Eyd („Empower your Dressmaker“), hielt nach der Demonstration einen Vortrag über menschenwürdige Produktion und fairen Konsum. „Wir haben eine Partnerschaft in Mumbai, die Frauen beschäftigt, die aus der Zwangsarbeit befreit wurden.“ Ihnen wird nicht nur eine Anstellung geboten, sondern die Frauen erhalten auch Hilfestellung von Eyd. Leitleins Anliegen: „Mir geht es darum, mit unserem Handel Auswirkung auf globaler Ebene zu haben.“ So bekamen auch die Schüler einen praxisnahen Eindruck in das UN-Ziel „Nachhaltiger Konsum und Produktion“.

Passend zum Tag der Menschenrechte, der jüngst begangen wurde, haben sich die Schülerinnen und Schüler der Johann-Philipp-Palm-Schule in Schorndorf mit den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN befasst. „Ziel ist es, die Schule auf das Thema aufmerksam zu machen“, sagt Ingrid Müller-Gatwohl, Lehrerin und Hauptinitiatorin des Projektes.

Um dies zu erreichen, standen einige Aktionen auf dem Programm: von einem Gesangsflashmob bis hin zu einer Demonstration durch das Schulgebäude und einem

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