Schorndorf

Jugendliche gestalten Treffpunkt neu

Skaterplatz Remshalden_0
So sieht der Remshaldener Skaterplatz bisher aus. Und er ist oft auch genauso menschenleer – das soll sich ändern. © Habermann / ZVW

Remshalden. Bis jetzt ist der Remshaldener Skaterplatz bei der Mittelquerspange großteils vor allem eine leere Asphaltfläche. Das soll sich jetzt ändern und der Platz eine neue Gestaltung bekommen. Die Maßnahme ist ein Ergebnis von Sozialraumanalyse und Jugendbeteiligung. Die Ideen für die Gestaltung kommen von einer Gruppe von Jugendlichen, die selbst mit anpacken wollen.

Den Jugendlichen fehlt in Remshalden ein richtiger Treffpunkt, das war eines der Ergebnisse der Sozialraumanalyse, für die die Gemeinde Remshalden vor zwei Jahren insgesamt 681 Kinder und Jugendliche befragt hat. Über die folgenden Treffen unter dem Stichwort „Jugendbeteiligung“ zwischen Gemeindeverwaltung, Jugendarbeitern und der Zielgruppe hat sich das konkretisiert: Es fehlt ein Ort, an dem die jungen Leute mal etwas lauter sein können und an dem es auch ein Dach gibt, unter dem sie bei Regen unterstehen können. Daraus hat sich nun ein Plan für die Umgestaltung und Aufwertung des Skaterplatzes entwickelt.

Drei Geräte können genutzt werden

Dieser liegt im Bereich der Mittelquerspange westlich des Remshaldener Rathauses. Es gibt dort auch einen Bolzplatz und ein Basketballfeld. Auf der Asphaltfläche des Skaterplatzes stehen vor allem drei Geräte, die mit Skateboard, Rollerskates oder BMX-Rad für Tricks genutzt werden können: eine „Quarterpipe“ (wörtlich aus dem Englischen: ein Viertel-Rohr), ein „Table“ (zu deutsch: Tisch) und eine Olliebox (ein „Ollie“ ist ein Sprung mit dem Skateboard ohne Zuhilfenahme der Hände).

Etwas abseits, aber trotzdem gut erreichbar

Den Skaterplatz hatte die Gemeinde schon im Visier, als es Überlegungen gab, ein Gartenschau-Projekt für ältere Kinder und Jugendliche zu machen. Man habe da auf eine Initiative von Jugendlichen gesetzt, so der Technische Beigeordnete Dieter Schienmann. Diese Initiative kam dann allerdings aus anderer Richtung: Aus der Jugendbeteiligung in Folge der Sozialraumanalyse hat sich eine Gruppe Jugendlicher gefunden, die mit Manuel Ilg aus der Jugendarbeit des CVJM Grunbach Ideen entwickelt hat, wie man den Skaterplatz zu einem attraktiveren Treffpunkt für junge Remshaldener machen kann. Dieser habe den Vorteil, dass er etwas abseits der Wohnbebauung liege, aber trotzdem gut erreichbar sei, so Dieter Schienmann.

Neue Elemente sollen installiert werden

Der Plan sieht jetzt vor, die vorhandenen Skater-Geräte neu anzuordnen und neue Elemente zu installieren: Vom Schulhof der alten Realschule in Grunbach sollen ein Pavillon als Überdachung und eine Tischtennisplatte kommen (für eine zweite Platte gibt es möglicherweise einen Spender). Bei der Umsetzung des Pavillons wollen die Jugendlichen der Projektgruppe selbst mit Hand anlegen. Genauso beim Bau der geplanten Grillstelle. Laut Dieter Schienmann ist einer der Jugendlichen Garten- und Landschaftsbauer, also vom Fach. Dazu sollen drei Sitzbänke kommen.

Verein "Aufbruch" übernimmt die Kosten

Die Gemeinde wird für das Ganze wohl kein Geld aufbringen müssen, weil der Remshaldener Verein „Aufbruch“ in Aussicht gestellt hat, dass er die Kosten übernimmt. Die Fundamente der Tischtennisplatten sollen Auszubildende aus dem Ausbildungszentrum Bau in Geradstetten zu Übungszwecken herstellen.

Warten auf die Baugenehmigung

Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat für den Bauantrag zur Umgestaltung des Skaterplatzes jetzt einstimmig sein Einvernehmen erteilt. Die Baugenehmigung muss allerdings das Landratsamt ausstellen. Sobald diese vorliegt, soll mit dem Umbau begonnen werden. Ziel ist laut Dieter Schienmann, dass die neuen Elemente am Skaterplatz noch im Spätsommer genutzt werden können.


Einwände: Zaun gefordert

An den Remshaldener Skaterplatz grenzen landwirtschaftliche Flächen. Zwei Grundstückseigentümer haben zu den Plänen der Gemeinde Einwände. Sie fordern laut dem Technischen Beigeordneten Dieter Schienmann einen Zaun am Skaterplatz, der ihre Grundstücke davon abgrenzt. Eine Begründung für diese Forderung haben sie dabei offenbar nicht genannt.

Dieter Schienmann interpretiert sie als Sorge, dass Nutzer des Platzes zum Beispiel mit dem Rad in den Äckern landen. „Ich glaube nicht, dass wir durch einen Zaun einen zusätzlichen Schutz der Nutzer hinbekommen“, sagte er im Technischen Ausschuss des Gemeinderats. Ein Zaun sei gefährlicher, als wenn jemand mal einfach im Maisfeld lande.

Denkbar ist jedoch auch ein anderer Grund für die Zaun-Forderung, der im Technischen Ausschuss von Verwaltung oder Gemeinderäten nicht zur Sprache kam, aber in einem Misston von anderer Seite anklang. Ein Bürger meldete sich nämlich von den Zuhörerreihen im Sitzungssaal. Als Dieter Schienmann ihm erklärte, dass es nicht vorgesehen ist, dass Zuhörer in der Sitzung zu Wort kommen, verließ er schimpfend den Saal und warf die Frage in den Raum: „Wer soll denn das überwachen da unten?“

Gibt es Bedenken wegen Lärm und Vermüllung? Ja, diese habe es bereits bei der Einrichtung des bisherigen Skaterplatzes gegeben, sagt Dieter Schienmann auf Nachfrage. Allerdings seien ihm seither keine Konflikte zu Ohren gekommen.

BWV-Gemeinderat Karl Angele bat im Technischen Ausschuss darum, an das Aufstellen von genügend Mülleimern zu denken. Das sagte Dieter Schienmann zu und äußerte die Hoffnung, dass die Mitglieder Projektgruppe, die sich die Umgestaltung des Skaterplatzes überlegt hat, auf Sauberkeit und Ordnung mit achten.