Schorndorf

Kernzeitbetreuung an den Schulen wird teurer

Betreuung
340 Kinder nutzen in Schorndorf die Kernzeitbetreuung vor und nach den Unterrichtszeiten und machen dort auch ihre Hausaufgaben. © ALEXANDRA PALMIZI

In den 1990er Jahren gab es in der Schulkindbetreuung in Schorndorf gerade mal eine Gruppe mit 15 Kindern und einer Betreuungskraft. Inzwischen hat sich einiges getan: Aktuell zählt die Stadt 340 Kernzeitkinder an den Schulen. Dazu kommen rund 140 Mädchen und Jungen, die für ergänzende Betreuungsmodule an den Ganztagsschulen angemeldet sind. Im städtischen Betreuungsteam gibt es mittlerweile 30 hauptamtlich Beschäftigte, die auch in der für die Eltern kostenlosen Mittagspausenbetreuung im Ganztag im Einsatz sind. Die Stadt Schorndorf, das führte Isabelle Kübler, kommissarische Fachbereichsleitung Schulen und Vereine, zuletzt im Gemeinderat aus, „investiert seit Jahren massiv in den Ausbau von Betreuungsplätzen und deren Qualität“. Und es bleibt eine Zukunftsaufgabe: Schließlich haben Kinder im Grundschulalter vom Jahr 2025 an einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung.

Schon jetzt belaufen sich die jährlichen Kosten der kommunalen Schulkindbetreuung auf 550 000 Euro. Dem gegenüber stehen Einnahmen von 370 000 Euro aus Landeszuschüssen und Entgelten der Eltern, macht ein Defizit von 185 000 Euro. Um diese Lücke zumindest zum Teil – genauer um 50 000 Euro – zu schließen, sollen die Gebühren für die Kernzeitbetreuung um zehn Prozent erhöht werden. Die letzte Erhöhung um 4,75 Prozent gab’s zum Schuljahr 2017/18. Künftig, und weil darüber im Gremium auch Konsens herrsche, so Kübler in ihrem Sachvortrag weiter, sollen die Entgeltanpassungen, wie bei den Kita-Gebühren auch, regelmäßig und in kürzeren Abständen erfolgen.

Erhöhung der Gebühren: Für FDP/FW „nicht unanständig“

Dass die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Erhöhung um zehn Prozent ausgerechnet in die für Familien besonders schwierige Corona-Zeit fallen soll, davor hat der Gemeinderat dann letztlich aber doch zurückgeschreckt: CDU-Stadtrat Thorsten Leiter formulierte den Antrag, zur Entlastung von Familien die Erhöhung auf zwei Jahre und jeweils fünf Prozent zu strecken. Das konnte auch FDP/FW-Rätin Sabine Brennenstuhl für ihre Fraktion vertreten – auch wenn sie die Anpassung grundsätzlich „nicht für unanständig“ hält. Auch SPD-Rätin Heidi Rapp und Einzelstadträtin Andrea Sieber befürworteten den Vorschlag. Dagegen gestimmt hat einzig die AfD-Fraktion, für die Ulrich Bußler zuvor – allerdings ohne Erfolg – den Antrag gestellt hatte, die gesamte Erhöhung „im Interesse der Familien“ auszusetzen und um ein Jahr zu verschieben.

Die gleichzeitig von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Vereinheitlichung der Reduzierungsmodelle für alle Module der Schulkindbetreuung konnten dafür alle mittragen, da sie für die meisten Familien eine Entlastung bringen wird – schließlich haben in Schorndorf fast 90 Prozent der Eltern zwei und mehr Kinder. Und die profitieren dann auch insgesamt länger, „da nicht nur Kinder, die dieselbe Betreuungseinrichtung besuchen, berücksichtigt werden, sondern auch Geschwisterkinder“, gab Kübler zu bedenken. Das Reduzierungsmodell sieht vor, dass die Entgelte für Eltern mit zwei Kindern um 17 Prozent sinken, für Eltern mit drei Kindern um 35 Prozent und mit vier und mehr Kindern um 53 Prozent. Dafür soll die bisher geltende 50-Prozent-Reduzierung, wenn zwei Schüler aus einer Familie die gleiche Betreuungsgruppe besuchen, zum Schuljahr 2021/22 wegfallen. Die Reduzierung nach sozialen Kriterien von ebenfalls 50 Prozent bleibt bestehen.

Rechenbeispiel aus der Künkelinschule

Am Beispiel der Ganztags-Frühbetreuung an der Künkelinschule lassen sich die Auswirkungen ablesen: Zahlen Eltern für die Betreuung eines Kindes bislang 34 Euro im Monat, sind’s künftig 37,40 Euro, bei zwei Kindern je 31 Euro, bei drei Kindern 24,30 Euro und ab vier Kindern 17,60 Euro. Die Entgelte für die Kernzeitbetreuung verändern sich wie folgt: Statt bisher 71 Euro bezahlen Eltern von einem Kind 78 Euro im Monat, Eltern von zwei Kindern je 65 Euro, von drei Kindern je 51 Euro und von vier Kinder jeweils 37 Euro.

Künftig soll sich, kündigte Isabelle Kübler in einem Ausblick an, auch das Anmeldeverfahren ändern: online und fortlaufend statt, wie bisher, jedes Jahr aufs Neue.

In den 1990er Jahren gab es in der Schulkindbetreuung in Schorndorf gerade mal eine Gruppe mit 15 Kindern und einer Betreuungskraft. Inzwischen hat sich einiges getan: Aktuell zählt die Stadt 340 Kernzeitkinder an den Schulen. Dazu kommen rund 140 Mädchen und Jungen, die für ergänzende Betreuungsmodule an den Ganztagsschulen angemeldet sind. Im städtischen Betreuungsteam gibt es mittlerweile 30 hauptamtlich Beschäftigte, die auch in der für die Eltern kostenlosen Mittagspausenbetreuung im

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