Schorndorf

Kiloweise mit Marihuana gedealt

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Symbolfoto. © ZVW/Joachim Mogck

Schorndorf/Stuttgart. Die Vorsitzende Richterin Manuela Haußmann mahnte die drei Angeklagten dringend, bald ein Geständnis abzulegen. Den drei Männern im Alter von 32, 34 und 40 Jahren wird vorgeworfen, kiloweise mit Marihuana und Amphetaminen gehandelt zu haben. Die Beweislage sei erdrückend, sagte die Richterin mit Verweis auf die Akten in ihrem Rücken.

Am Mittwochvormittag hat die Verhandlung vor der 19. Großen Strafkammer im Landgericht Stuttgart mit Verspätung begonnen. Die Angeklagten standen im Stau. Mitte April 2018 waren die drei Männer festgenommen worden und sitzen seither in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bandenmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln im Zeitraum Oktober 2017 bis April 2018 vor. Bei der Festnahme stellte die Kripo rund 20 Mobiltelefone, mehr als 13 000 Euro Dealergeld sowie in ihrem Lager 2,2 Kilogramm Amphetamine und fast 300 Gramm Marihuana und Haschisch sicher.

Fünf Deals listet die Anklageschrift im Einzelnen auf. Darunter Anfang des Jahres den Verkauf von zwei Kilogramm Marihuana unterschiedlicher Qualität in Schorndorf oder im März mehr als ein Kilo Marihuana. Am 18. April schlug die Kripo zu. In der von einem der Angeklagten angemieteten Lagerbox eines Lagerparks in Schorndorf beschlagnahmte sie Amphetamin, Marihuana und Haschisch. Am 19. beziehungsweise 20. April erfolgten die Festnahmen der Verdächtigen.

Alle drei Angeklagten machen keine Angaben

Die Bande war arbeitsteilig unterwegs. Der mit 32 Jahren jüngste der Angeklagten, ein gelernter Maler und Lackierer aus Schorndorf, war für Kauf und Verkauf der Ware zuständig. Ihm wird darüber hinaus der Handel mit kleinen Mengen Kokain in zehn Fällen vorgeworfen. Sein Kompagnon, 34, von Beruf Lagerfachkraft, war Fahrer und für die Lagerung der Ware zuständig. Er hatte laut Anklageschrift die Lagerbox in einem Schorndorfer Lagerhaus angemietet. Der dritte im Bunde, ein 40-jähriger Angestellter, ebenfalls aus Schorndorf stammend, soll sich um das Um- und Verpacken des Rauschgiftes gekümmert haben.

Alle drei Angeklagten machten zum Beginn des auf insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzten Prozesses weder Angaben zur Person noch zur Sache; noch keine, deuteten die drei Verteidiger an.

Die mutmaßlichen Dealer wurden monatelang beobachtet

Die Vorsitzende Richterin Manuela Haußmann fragte freilich, worauf sie noch warten. Je früher ein Geständnis abgelegt werde, desto höher werde dies vom Gericht gewertet und desto niedriger liege die zu erwartende Strafe. Ein Geständnis im Schlusswort haben keinen Wert. Ohne der Beweisaufnahme vorgreifen zu wollen, seien die Beweise erdrückend. „Nach Aktenlage“, wie Haußmann einschränkend erklärte. Offenbar sind die mutmaßlichen Dealer monatelang observiert und abgehört worden.

Ein Knackpunkt beim Urteil könne das bandenmäßige Handeltreiben werden, deutet Haußmann an. Wenn sich dies als minderschwerer Fall herausstelle, fiele die Strafe entsprechend niedriger aus. Ein weiterer Grund, bald Geständnisse abzulegen. Die Beweisaufnahme könne schon am Ende des zweiten Verhandlungstages beendet sein.

Die drei Verteidiger rückten zunächst nicht mit den Gründen heraus, weshalb sie ihren Mandanten geraten haben, keine Angaben zur Person und zur Sache zu machen. Parallel zu dieser Verhandlung laufen weitere Prozesse, unter anderem gegen Beteiligte an den Rauschgiftdeals. Die Angeklagten sind als Zeugen geladen, werden wohl aber von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen, da sie sich nicht selbst belasten müssen.

Der Prozess wird am Freitag, 5. Oktober, fortgesetzt.