Schorndorf

Klassischer Rock trifft auf poppige Texte: Neue Songs von der Schorndorfer Band Cliff House

Cliff House
Im Probenraum: Nick Dautzenberg, Sänger und Gitarrist von Cliff House. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Schorndorfer Band Cliff House hat ein neues Album veröffentlicht. Klassische Rockmusik trifft bei ihren Songs auf englischsprachige Pop-Texte. Es ist Musik für den nächsten Roadtrip und laue Sommernächte. Im Probenraum hat Sänger und Gitarrist Nick Dautzenberg (25) unter anderem erklärt, warum er gerne schon 1965 geboren wäre und mit welchen Schwierigkeiten die Band derzeit zu kämpfen hat.

„I got no reason to stay here and I want more“, singt Sänger Nick Dautzenberg im Song „Details“. Mit ihrer neuen Musik haben sich die vier gebürtigen Schorndorfer offenbar an den ganz großen Rocksongs von Künstlern wie Kings of Leon orientiert. Die Stücke sind melodisch und haben alles, was es für einen rockigen Radio-Hit braucht. Es geht um Sehnsucht und Herzschmerz, trotzdem sind ihre Titel fröhlich. Die Musik erinnert an Straßenfeste und Grillpartys.

Proben sind in Zeiten der Pandemie schwierig

Der Probenraum der Band befindet sich unterhalb eines Mehrfamilienhauses in Schorndorf, durch eine Tiefgarage hindurch kommt man in den langgezogenen Raum, der wirtshausmäßig eingerichtet ist. Dunkle Holzmöbel sind aufeinandergestapelt, kupferfarbene Lampen hängen von der Decke, und in einer Ecke stehen alte Bierfässer. Hier waren einmal die Räume einer Brauerei, erzählt Nick Dautzenberg. Seit einer Weile hat die Band den Raum gemietet.

Doch gemeinsam ist die Band hier schon lang nicht mehr gewesen. Wegen der Pandemie proben die vier Männer nur noch jeweils zu zweit und besprechen sich in Video-Chats. „Das Unmittelbare fehlt“, sagt Tim Weise, der auch in den Keller gekommen ist. Er sei schon lange nicht mehr hier gewesen. Der Probenraum ist derzeit nicht viel mehr als ein Aufbewahrungsraum für die Instrumente der Band. Ein Schlagzeug und ein E-Piano stehen hier. Das gemeinsame kreative Arbeiten fehle. „Wir sind eine Live-Band“, sagt Dautzenberg dazu. Er hofft, dass es Ende des Jahres wieder Auftritte wird geben können.

Mehr als ein Hobby

Der große finanzielle Durchbruch kam für die Band bislang noch nicht, weshalb die vier zumindest fürs Geldverdienen auch einen Plan B haben. Alle vier studieren derzeit noch. Paul Schmieg, Nick Dautzenberg und Marvin Scharf auf Lehramt, Tim Weise ist angehender Informatiker. Doch das Musikmachen sei trotzdem nicht nur ein Hobby. „Dafür investieren wir zu viel Zeit“, sagt Dautzenberg. Die vier haben professionelle Unterstützung, sie sind beim Label 7us von Hans Derer aus Winnenden unter Vertrag.

Die ersten Erfolge konnten Cliff House in den vergangenen Jahren bereits verzeichnen. 2018 gewannen sie den Bandcontest des Rems-Murr-Kreises. Mit ihrem Vorab-Release „1965“ schaffte es die Band in eine Sendung von SWR 1 und bei Hitradio Antenne 1 sogar in einen Radiospot.

2018 war die Band außerdem im ZDF-Fernsehgarten bei einem Auftritt der Singer-Songwriterin Georgie Chapple zu sehen. Über den Auftritt damals sagt er: „Man muss auch dorthin, wo es wehtut“. Live gespielt haben sie damals nicht, a cappella sei es vor allem um die Show gegangen. Außerdem traten die vier beim Newcomer-Contest „Welcome to Europe“, der auch als Junior-ESC bezeichnet wird, auf.

Inzwischen mehr Rock und weniger Folk

Gegründet hat Nick Dautzenberg die Band 2014 mit drei Freunden. 2019 gab es einen Wechsel, seither gehört neben Paul Schmieg, Nick Dautzenberg und Marvin Scharf auch Tim Weise mit dazu. Letzterer hat die Musik der Band in den vergangenen Monaten vor allem geprägt, sagen Weise und Dautzenberg. Bislang ist die Band oft auch als Folkband bezeichnet worden, doch davon ist in den neuen Veröffentlichungen nicht mehr viel zu hören. Dautzenberg spricht von „schnörkellosem Pop-Rock“, den die Band inzwischen hauptsächlich mache.

Im bislang erfolgreichsten Song „1965“, ein ruhigerer Song der Gruppe, der auf Spotify immerhin über 20 000 Aufrufe hat, singt Dautzenberg „I wish I was born in 1965“. Er habe ein Faible für die Musik und die Filme der 70er und 80er Jahre, erzählt er. Als Songwriter der Band habe er sich dadurch beeinflussen lassen. Außerdem wäre die Vorstellung, heute schon jenseits der 50 zu sein, irgendwie beruhigend, sagt Nick Dautzenberg.

Die Schorndorfer Band Cliff House hat ein neues Album veröffentlicht. Klassische Rockmusik trifft bei ihren Songs auf englischsprachige Pop-Texte. Es ist Musik für den nächsten Roadtrip und laue Sommernächte. Im Probenraum hat Sänger und Gitarrist Nick Dautzenberg (25) unter anderem erklärt, warum er gerne schon 1965 geboren wäre und mit welchen Schwierigkeiten die Band derzeit zu kämpfen hat.

„I got no reason to stay here and I want more“, singt Sänger Nick Dautzenberg im Song

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