Schorndorf

Kleider für ukrainische Geflüchtete: DRK-Kleiderstube Schorndorf sammelt Spenden

Kleiderkammer
Birgit Kralisch (links) und Anke Sibler opfern viel Freizeit, um bedürftigen Menschen zu helfen. © Gabriel Habermann

Es herrscht dichtes Gedränge vor dem Gebäude des DRK-Ortsverein in der Lortzingstraße 48. Viele Frauen, Kinder und ein paar Männer stöbern durch Klamotten, die auf Kleiderständern hängen. Eigentlich warten sie nur draußen, da im Inneren des Hauses, wo es noch viel mehr Kleider gibt, zu viel los ist. Sie sind sehr zurückhaltend und unterhalten sich leise auf Ukrainisch. Seit einigen Wochen ist das ein übliches Bild bei der Ankleideaktion des DRK, berichtet Birgit Kralisch von der DRK-Kleiderstube. Schon seit Mitte März statten sie und ihre Kolleginnen Flüchtlinge aus der Ukraine mit Kleidung aus. Da das DRK nicht alles vorrätig haben und somit nicht alle Bedürftigen einkleiden kann, bittet der Ortsverband nun um Spenden.

Unterwäsche, Schlafanzüge und Windeln gibt es nicht aus zweiter Hand

„Bei uns ist immer was los“, sagt Birgit Kralisch, als sie sich an den wartenden Leuten vorbeischlängelt. Sie erzählt, dass das DRK bereits seit Mitte März über 450 Ukrainerinnen und Ukrainer über die Kleiderstuben ausgestattet hat. Im Rems-Murr-Kreis gibt es diese neben Schorndorf auch in Winnenden und Backnang. Kleiderspenden seien für sie natürlich eine tolle Sache, auch wenn das ein oder andere Mal völlig unbrauchbare Klamotten abgegeben werden. „Wir könnten ein Buch darüber schreiben, was hier schon alles abgegeben wurde“, sagt sie. Der Anspruch beim DRK ist hoch: „Wir nehmen nicht alles.“ Da das Angebot dadurch aber limitiert ist und nicht immer alle Größen auf Lager sind, bittet das DRK nun um Geldspenden.

Vom Spendenerlös sollen die drei Kleiderstuben im Kreis besser ausgestattet werden. Zum Beispiel mit neuer Unterwäsche und Schlafanzügen, die das DRK aus hygienischen Gründen nicht aus zweiter Hand weitergibt. Ebenso will Birgit Kralisch „Babysachen“ wie Windeln und Babypuder für die Bedürftigen vorrätig haben. Für hochschwangere Frauen gibt es außerdem ein „Starterpaket“ für das Baby.

„Ukrainer sind so unglaublich dankbar und bescheiden“

Außerdem fehle es an allen Ecken und Enden an Herrenklamotten. „Männer tragen ihre Sachen meiner Erfahrung nach immer bis zum bitteren Ende, daher kommen sehr wenige Herrenklamotten bei uns an.“ Wenn ein Geflüchteter nichts findet, könne die DRK mit Hilfe des Geldes gezielt für ihn einkaufen gehen. Auch für Menschen im Krankenhaus, die keine Angehörigen haben, können damit wichtige Einkäufe gemacht werden.

Anke Sibler, ebenfalls aktiv beim DRK, erzählt von „tollen Menschen“, die in die Kleiderstube kommen. „Die Ukrainer sind so unglaublich dankbar und gleichzeitig sehr bescheiden.“ Das einzige Problem sei oft die Sprachbarriere. Das lässt sich auch mit etwas Abstand zum Geschehen gut beobachten. „Kann hier jemand Russisch oder Ukrainisch?“, hört man es immer wieder aus der Kleiderstube rufen. Ein ukrainisches Ehepaar, das Deutsch spricht, ist natürlich besonders gefragt. Auch eine Schorndorfer Dame, die Russisch kann, schlendert mit einem Lächeln auf den Lippen daher. „Sie übersetzt hier öfter für uns und sorgt auch für gute Laune“, erklärt Anke Sibler.

1500 Euro sollen für die drei Standorte zusammenkommen

Zurzeit suchen die Kleiderstube überwiegend ukrainische Mütter mit ihren Kindern auf. „Auch ein paar Männer sind dabei“, berichtet Anke Sibler. Zwischendurch kommen aber auch bedürftige Menschen, die keine Geflüchteten sind. Birgit Kralisch erklärt, dass das auch so gewünscht ist: „Wir müssen uns unbedingt auch um die sozial schwachen Menschen in Schorndorf kümmern“.

Und auch wenn es rund um die Kleiderstube etwas chaotisch werden kann, macht es den beiden Frauen und ihren Helferinnen sichtlich Spaß. „So sind wir halt“, sagt Anke Sibler. Die teils sehr bewegenden Geschichten der Frauen zu hören, die ihre Männer in der Ukraine zurücklassen mussten, sei sehr berührend. Um den Menschen helfen zu können, „bringen uns Geldspenden deutlich mehr. Das ist einfach so“, betont sie.

Die Ankleideaktionen finden jeden Freitag beim DRK in Schorndorf von 13 bis 16 Uhr statt. Um genug Spenden zusammenzubekommen, hat der Kreisverband einen Online-Aufruf auf der Webseite wirwunder.de/waiblingen gestartet. Mindestens 1500 Euro sollen für die drei Standorte zusammenkommen. Bis Dienstag sind laut Angaben auf dem Portal bereits 488 Euro von neun Spendern eingezahlt worden. Allerdings sorgt eine Sache bei Birgit Kralsich für Kopfschütteln. „Viele Leute spenden online und ziehen es kurz darauf wieder zurück. So was geht gar nicht.“

Es herrscht dichtes Gedränge vor dem Gebäude des DRK-Ortsverein in der Lortzingstraße 48. Viele Frauen, Kinder und ein paar Männer stöbern durch Klamotten, die auf Kleiderständern hängen. Eigentlich warten sie nur draußen, da im Inneren des Hauses, wo es noch viel mehr Kleider gibt, zu viel los ist. Sie sind sehr zurückhaltend und unterhalten sich leise auf Ukrainisch. Seit einigen Wochen ist das ein übliches Bild bei der Ankleideaktion des DRK, berichtet Birgit Kralisch von der

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