Schorndorf

Kleine, experimentelle Ausstellungen: Kunstverein Schorndorf erweckt Raum zum Leben

KunstvereinKV
Bei der Kunstnacht wurde der neue Ausstellungsraum zum ersten Mal genutzt. Die offizielle Eröffnung ist am 21. Oktober. © Gaby Schneider

Wer Kunst macht, braucht einen Raum, um Skulpturen, groß- und kleinformatige Bilder und Installationen präsentieren zu können. Einen solchen Raum hatte der Kunstverein Schorndorf viele Jahre in der Vorstadtstraße 67. Doch seit 2004 die Q-Galerie in Betrieb genommen wurde und die großen Ausstellungen in der Karlstraße gezeigt werden, fristete die Galerie in der Vorstadtstraße ein Schattendasein. „Es war schade, dass der Raum wenig genutzt wurde“, sagt Vereinsvorstand Hardy Langer. Die Idee: Der Verein wollte den 150 Quadratmeter großen Raum wiederbeleben – „als Ergänzung zur Q-Galerie“, wie Hardy Langer sagt.

Steinharte Industriewände

Doch vor der Wiedererweckung aus dem Dornröschenschlaf musste einiges investiert werden. Geld, das laut Langer aufgrund der Corona-Krise vorhanden war, weil ein paar große Projekte nicht realisiert werden konnten. „Wir haben 25 000 Euro investiert“, sagt er. Die steinharten Industriewände, in die zuvor kaum ein Nagel eingeschlagen werden konnten, bekamen einen Vorbau aus Pressspan und Gipskarton, an dem die Bilder nun leicht aufgehängt werden können. Unter einem neuen Lichtsystem, das von Hausbesitzer Jochen Michel finanziert wurde, erstrahlen die Wände nun in Weiß und geben den idealen Hintergrund ab.

Wie der Raum zu seinem Namen KV67 kam

Der alte Fabrikboden mit seinem eigenen Charme musste schon aus Kostengründen bleiben. Doch im Eingangsbereich wurde ein Wasseranschluss gelegt, das bei Bewirtungen bisher fehlte, außerdem wurde im rückwärtigen Bereich ein Büroraum mit Internet für Besprechungen geschaffen. „Seit einem Jahr sind wir mit dem Umbau beschäftigt und noch immer nicht ganz fertig“, sagt Hardy Langer. Bei der Kunstnacht wurde eine erste Ausstellung gezeigt: Jule Sonnentag, Yana Duga, Stefan Mayer und Klaus Ripper, allesamt neu im Kunstverein, haben sie gemeinsam gestaltet. Doch auch die offizielle Einweihungsfeier ist nah: Am 21. Oktober soll im Zuge der Ausstellung von Danielle Zimmermann die Vernissage in der wiederbelebten Galerie gefeiert werden. Das neue Baby hat übrigens auch einen ganz eigenen Namen: KV67 heißt die Galerie des Kunstvereins, was so viel bedeutet wie: Kunstverein, Vorstadtstraße 67.

Schwerpunkt ist die lokale Kunst

Und das ist das Konzept: Die großen Ausstellungen und die Jahresausstellungen des Kunstvereins sollen weiter in der Q-Galerie stattfinden. Daneben sollen nun aber kleinere, spontanere und vor allem kürzere Ausstellungen möglich sein. Schwerpunkt im neuen Multifunktionsraum soll die lokale und kreisnahe Kunstszene sein. Anders als in der Q-Galerie sind Ausstellungen mit Begegnungs- und Gesprächscharakter geplant. Die Künstler im Verein hätten sich die Möglichkeit offener Ausstellungen gewünscht, sagt Hardy Langer. Auch experimentelles Schaffen wie eine offene Werkstatt soll dort möglich sein. Darüber hinaus soll der Raum aber auch für Begegnungen, Events, Begleitprogramme und Experimente genutzt werden können – und nicht zuletzt ein Raum für Treffen der Mitglieder sein.

Ein Team entscheidet über die Ausstellungen

Künstler von außen werden eingeladen, die Mitglieder des Kunstvereins können sich als Aussteller bewerben. Ein Team, das aus Bettina Landau, Hardy Langer, Hartmut Ohmenhäuser, Rüdiger Penzkofer und Ursula Quast besteht, entscheidet darüber, wer seine Bilder wann und wie lange präsentieren darf. Die Ausstellungen sollen in der Regel an zwei oder drei aufeinander folgenden Wochenenden stattfinden, zu Vernissagen soll freitags eingeladen werden. Daneben sind Rahmenprogramme wie Filme, Vorträge und Buchvorstellungen geplant. „Wir laden zu diesem Rahmenprogramm auch ein, es muss zu unserem Konzept passen“, sagt Ursula Quast.

140 Mitglieder zählt der Verein aktuell, 70 davon sind Künstler. Wer Mitglied werden will, muss sich bewerben. Eine Jury entscheidet über die Aufnahme. „Dadurch haben wir Qualität“, betont Ursula Quast.

Wer Kunst macht, braucht einen Raum, um Skulpturen, groß- und kleinformatige Bilder und Installationen präsentieren zu können. Einen solchen Raum hatte der Kunstverein Schorndorf viele Jahre in der Vorstadtstraße 67. Doch seit 2004 die Q-Galerie in Betrieb genommen wurde und die großen Ausstellungen in der Karlstraße gezeigt werden, fristete die Galerie in der Vorstadtstraße ein Schattendasein. „Es war schade, dass der Raum wenig genutzt wurde“, sagt Vereinsvorstand Hardy Langer. Die Idee:

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