Schorndorf

Kommt in Schorndorf das Home-Schooling für halbe Klassen zurück?

1/3
MPG Corona Unterricht
Klasse acht am Max-Planck-Gymnasium. Noch sind alle im Präsenzunterricht. Steigen die Infektionszahlen, ändert sich das möglicherweise. © Benjamin Büttner
2/3
Burg Gymnasium Rektor Hohloch
Jürgen Hohloch. © Benjamin Büttner
3/3
CoronaSchule05
Markus Wasserfall. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Weihnachtsferien könnten in diesem Jahr früher beginnen – das hat Kultusministerin Susanne Eisenmann den Schulen im Kampf gegen Corona geraten. Durch bewegliche Ferientage sollten die Schüler bereits am 18. statt am 23. Dezember in die Ferien starten. Eine Idee, die die Schorndorfer Schulleiter Markus Wasserfall vom Max-Planck-Gymnasium und Jürgen Hohloch vom Burg-Gymnasium überlegenswert finden, wenn die Infektionszahlen weiter steigen. Drei Wochen, in denen die Schüler nicht in die Schulen gehen, könnten einen positiven Effekt auf das Infektionsgeschehen haben, meint Markus Wasserfall. Die zusätzlichen Ferientage seien in der Woche vor Weihnachten verkraftbar. Mit beweglichen Ferientagen sei dies aber nicht zu machen. „Die sind schon längst vergeben“ sagt er. Wenn, dann müsste auf die Faschingsferien verzichtet werden. Das Ganze gehe nur über das Kultusministerium. Das sagt auch Isabelle Kübler, Fachbereichsleiterin Schulen und Vereine: In Schorndorf seien für 2020 keine beweglichen Ferientage mehr offen. Die Frage sei, ob welche aus 2021 vorgezogen werden können. Auch sie hofft auf eine Entscheidung des Ministeriums.

Mit den Infektionszahlen wächst die Unsicherheit

Eine der Entscheidungen in der Corona-Krise, die in Stein gemeißelt schien, war, dass die Schulen offen bleiben. Doch mit den steigenden Infektionszahlen wächst die Unsicherheit bei Lehrern und Eltern. Lehrerverbände fordern, die Vorsichtsmaßnahmen in den Schulen hochzufahren. Nach Ansicht von Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sollten die Klassen wieder geteilt werden. Von Hybrid-Unterricht ist die Rede, bei dem die Hälfte der Klasse im Klassenzimmer unterrichtet, die andere Hälfte digital zugeschaltet wird. Unter den Eltern werde der Hybrid-Unterricht heiß diskutiert, weiß Markus Wasserfall, manchen Familien bringe das zeitweilige Home-Schooling Nachteile und Betreuungsprobleme. Sinnvoll findet er den Kompromissvorschlag der Lehrerverbände, den Hybrid-Unterricht ab der sechsten Klasse einzuführen, wenn das Betreuungsproblem geringer ist. „Mit der Entscheidung sollte man aber noch bis Weihnachten warten“, meint er. „Vielleicht flacht die Infektionskurve ab.“ Wenn die Zahlen weiter steigen, müssten die Schulen aber reagieren.

"Riesenglück" am Max-Planck-Gymnasium

Bisher ist das Max-Planck-Gymnasium laut Wasserfall mit „Riesenglück“ durch die Corona-Krise gekommen. Vier positive Fälle habe es gegeben, eine Klasse habe einen einzigen Tag in Quarantäne gehen müssen. „Bei uns wird auch die Maskenpflicht echt gut eingehalten“, konstatiert der Schulleiter. „Wir sind super zufrieden.“

Mehr Probleme mit der Maskenpflicht hatte sein Schulleiter-Kollege Jürgen Hohloch. In manchen Klassen am Burg-Gymnasium hätten Schüler Atteste vorgelegt, um keine Masken tragen zu müssen, berichtet Hohloch. Die Atteste seien fadenscheinig gewesen, zum Teil seien die Eltern weit gefahren, um bei einem Arzt an solch ein Attest zu kommen. Auf ihrer Homepage hat die Schule deshalb einen Aufruf zur Maskenpflicht veröffentlicht: Die Maske sei die einzige Waffe gegen das Coronavirus im Klassenzimmer und Ausdruck von Mitmenschlichkeit und Solidarität, heißt es da. „Umso unverständlicher, dass sich einige wenige auf Kosten der anderen ein Maskenattest besorgen. Niemand am BG trägt die Maske gerne, aber fast alle tun es, um uns und unsere Mitmenschen zu schützen.“

Schüler ohne Maske brauchen mehr Platz im Klassenzimmer

Mittlerweile gibt es am Burg-Gymnasium dem Schulleiter zufolge keine Maskenverweigerer mehr. Die Schüler hätten davon überzeugt werden können, Masken zu tragen. „Das hat funktioniert, weil wir drangeblieben sind.“ Auch hätten Eltern, deren Kinder Masken tragen, der anderen Seite Druck gemacht. Der Grund: Für Schüler, die keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, musste im Klassenzimmer mehr Platz geschaffen werden, damit der Abstand eingehalten werden kann. Mit der Folge, dass die anderen Schüler noch enger zusammenrücken mussten. Zwei Klassen und eine Jahrgangsstufe waren Hohloch zufolge am BG in Quarantäne, derzeit muss eine fünfte Klasse vorsorglich zu Hause bleiben, bis ein Testergebnis vorliegt. Seit gestern müssen auch vier Klassen der Gottlieb-Daimler-Realschule zu Hause bleiben. Neu: Wenn Kinder Masken tragen, soll im Infektionsfall nicht mehr die ganze Klasse nach Hause gehen, sondern nur die engen Kontaktpersonen. „Das kann sich aber jeden Tag ändern“, seufzt Jürgen Hohloch. Noch habe sich kein Lehrer mit dem Coronavirus infiziert, wofür der Schulleiter sehr dankbar ist. „Wenn es einen Lehrer erwischt, lässt sich keine Kette mehr nachvollziehen. Das würde große Kreise ziehen.“ In den Klassen seien die Lehrer einem großen Risiko ausgesetzt, aber keiner – vor allem kein Schüler – wolle einen Lockdown. Eine Erkenntnis der Krise: „Die Schule ist ein sozialer Treffpunkt und viel mehr als Pauken.“ Organisatorisch sei ein geteilter Unterricht und sogar ein kompletter Lockdown machbar. „Aber wenn es sich vermeiden lässt, sollte man in der Schule weitermachen, solange man es verantworten kann.“ Weihnachten sei eine gute Deadline. Bis dahin gelte es, Ruhe in die Schule hereinzubringen.

Die Weihnachtsferien könnten in diesem Jahr früher beginnen – das hat Kultusministerin Susanne Eisenmann den Schulen im Kampf gegen Corona geraten. Durch bewegliche Ferientage sollten die Schüler bereits am 18. statt am 23. Dezember in die Ferien starten. Eine Idee, die die Schorndorfer Schulleiter Markus Wasserfall vom Max-Planck-Gymnasium und Jürgen Hohloch vom Burg-Gymnasium überlegenswert finden, wenn die Infektionszahlen weiter steigen. Drei Wochen, in denen die Schüler nicht in die

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 71,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper