Schorndorf

Konrad Hofer gibt Verkehrsunterricht für Flüchtlinge

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Konrad Hofer (links) mit seinen Schülern Raid Hamo, Alias Jirdo und Dolmetscher Basel Khamam (rechts). © Habermann / ZVW

Schorndorf. Aller guten Dinge sind drei. Das hat Konrad Hofer erfahren. Denn drei Anläufe hat’s gebraucht, ehe der Fahrlehrer Flüchtlingen Verkehrsunterricht geben konnte. Seit Ende Februar tut er es – ehrenamtlich, versteht sich. Richtig froh ist Hofer aber nicht. Grund: Die Resonanz könnte besser sein. Viel besser.

An diesem Nachmittag sind’s gerade noch zwei, die außer Dolmetscher Basel Khamam ins Zentrum für internationale Begegnung (ZiB) kommen: Raid Hamo und Alias Jirdo, die aus dem Irak stammen. Normalerweise müssten’s drei sein. Wo freilich der Dritte im Bunde geblieben ist, steht in den Sternen. Aber selbst wenn er da wäre: Drei Teilnehmer sind zu wenig, findet Konrad Hofer. Ihm schweben 15 Flüchtlinge vor, die sich von ihm das richtige Verhalten im deutschen Straßenverkehr beibringen lassen.

Hofers Bedingung: Unterricht „läuft ab wie bei mir in der Fahrschule“

Holprig läuft’s also bei Hofers Angebot, das er schon vor zwei Jahren gemacht hat. „Damals hat’s geheißen, das übernimmt die Polizei“, berichtet er. Die hat’s aber dann doch nicht gemacht. Auch beim zweiten Anlauf hat’s nicht geklappt. Erst als Günther Harsch, ehemaliger Schulleiter des Max-Planck-Gymnasiums, in seiner Funktion als Präsident des Schorndorfer Rotary-Clubs noch einmal angerufen hat, sagte Hofer zu. Allerdings unter der Bedingung, dass der Unterricht „abläuft wie bei mir in der Fahrschule“.

Sechs Unterrichtseinheiten zum richtigen Verhalten auf Deutschlands Straßen

Jetzt bringt der Fahrlehrer in sechs Unterrichtseinheiten den Flüchtlingen das richtige Verhalten auf Deutschlands Straßen, Geh- und Radwegen bei. Themen sind auch Bus und Bahn. Die Flüchtlinge erfahren zum Beispiel, dass es hierzulande Radwege gibt, dass sie benutzt werden sollen und wo man fährt, wenn kein Radweg zur Verfügung steht.

Wichtig für Hofer: Richtiges Verhalten beim Rechts- oder Linksabbiegen 

Um Einbahnstraßen geht’s und auch darum, Kindern gegenüber eine Vorbildfunktion zu haben. Wichtig ist Hofer die Vermittlung des richtigen Verhaltens beim Rechts- oder Linksabbiegen, „denn da passieren die meisten Unfälle beim Radfahren“. Um Vorfahrtsfragen wird’s noch gehen und als Abschluss um die Sicherheitseinrichtungen am Fahrrad.

Urkunde für Teilnahme am Verkehrsunterricht

Zum letzten Mal kommt die Mini-Gruppe am kommenden Montag, 13. März, zusammen. Dann bringt Konrad Hofer ein Fahrrad mit, und die Teilnehmer erhalten eine Urkunde, dass sie am Verkehrsunterricht teilgenommen haben. Viel wichtiger als dieses Stück Papier dürfte aber sein, dass sie anschließend ein Fahrrad aus der Fahrradwerkstatt ihr Eigen nennen dürfen. Ein verkehrstüchtiges, versteht sich.

Mehr Teilnehmer - Weitere Unterrichtseinheit 

Konrad Hofer ist bereit, eine weitere Unterrichtseinheit zu machen. Nur müssen es dann mehr Teilnehmer sein. Er setzt seine Hoffnung auf Mund-zu-Mund-Propaganda und die Verantwortlichen in den Sammelunterkünften.

Zur Belohnung gibt's ein Fahrrad 

Sie sollen die Bewohner zur Teilnahme am Verkehrunterricht motivieren. Und ihnen sagen, dass zur Belohnung ein Fahrrad winkt.