Schorndorf

Kot und Urin in Schorndorfer Banken

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Schorndorf. Aufatmen bei den Banken. Weil ein Mann in der Vergangenheit in ihre Filialen und SB-Schalterräume urinierte und kotete, sah sich unter anderem die Kreissparkasse gezwungen, nachts ihre Türen zu schließen. Inzwischen hält sich der Übeltäter offenbar nicht mehr in der Innenstadt auf.

In der Kreissparkasse und ihren SB-Schalterräumen trieb ein unter Betreuung stehender Mann offenbar besonders oft sein Unwesen. Er nächtigte nicht nur in der Bank, sondern hinterließ dort auch seinen Kot und Urin. Der Mann ist kein Obdachloser, er hat einen Wohnsitz.

Zeitweise fanden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehrmals die Woche in der Bank „die Sauerei vor“, sagt Frank Möller, der Filialdirektor der Kreissparkasse. Probleme mit dem Mann gab es schon 2017. Es war „ein großer Aufwand“, die Hinterlassenschaften zu beseitigen, und eine „massive Geruchsbelästigung“ in den Räumen der Kreissparkasse, sagt Möller. Im Herbst 2018 reichte es ihm und seinen Kollegen und sie schlossen die Bank nachts. Die Kunden konnten nur noch tagsüber Geld am Automaten abheben.

Er wurde aus dem Verkehr gezogen

Inzwischen ist die Person offenbar in einer Einrichtung untergebracht und nachts nicht mehr in der Innenstadt unterwegs. Die Kreissparkasse hat deshalb ihre Türen für den SB-Bereich wieder geöffnet. In den letzten Wochen habe es keine Probleme dieser Art mehr gegeben, sagt Frank Möller von der Kreissparkasse.

Nicht nur dort gab es große Schwierigkeiten mit der Person, auch in der Commerzbank und der Volksbank hinterließ er seine Spuren. Die Volksbank schloss ihre beiden SB-Stellen „Unterer Marktplatz“ und „Postturm Schorndorf“ von 20 bis 8 Uhr bis auf weiteres. Pressesprecher Matthias Layher teilte mit, dass man aber zwischenzeitlich überlege, sie wieder zu öffnen. Auch die Filiale der Commerzbank auf dem oberen Marktplatz ist nachts für die Kunden aktuell nicht zugänglich.

Blumengeschäft betroffen

Neben den Banken war auch Blumen-Walter auf dem Marktplatz betroffen. Dort urinierte der Mann vor dem Geschäft in einen Blumenkübel und in einen Schacht, der in den Keller der Floristinnen führt. Dort habe es „furchtbar gestunken“, sagen die beiden Geschäftsführerinnen des Ladens.

Christian Bergmann vom Fachbereich Familie und Soziales der Stadt sagt, dass es bereits 2017 Gespräche mit der Person, dessen gesetzlichen Betreuer und der Ordnungsbehörde gegeben habe. Zwischenzeitlich habe man „eine gemeinsame Lösung erarbeitet“ sagt der Fachbereichsleiter.

Juristische Lage Komplex

In Fällen wie diesem ist die juristische Lage recht komplex und die Mittel, die etwa der Polizei zur Verfügung stehen, sind recht begrenzt. So lange beispielsweise keine Fremd- oder Eigengefährdung vorliegt, kann die Polizei eine Person, die beispielsweise unter einem psychischen Problem leidet, nicht einfach festnehmen.

Rudolf Biehlmaier, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Aalen, teilt mit, dass die Person bereits diverse Platzverweise und Hausverbote in der Vergangenheit bekommen habe. Wenn eine Person dagegen verstößt, dann kann sich die Polizei auch wegen Hausfriedensbruchs einschalten.

Helfen und sanktionieren

Christian Bergmann erklärt, dass die Stadtverwaltung in solchen Fällen immer eine präventiv-helfende und eine sanktionierend-vermittelnde Rolle einnimmt. Für den ersten Bereich ist der Fachbereich Familie und Soziales zuständig. Bergmann und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen „auf die sozialen Hintergründe ein und auf die jeweilige Person direkt zu“, erklärt er. Wenn die öffentliche Ordnung gestört oder Eigentum beschädigt wird, dann ist der zweite Fachbereich, also Sicherheit und Ordnung, zuständig. Abschließend sagt Bergmann: „Im besten Fall gelingt es uns, allen Interessen gerecht zu werden.“

Im Fall des Mannes, der in der Innenstadt für so viel Ärger gesorgt hat, hat das recht lange gedauert. Für die Banken und das Haus Blumen-Walter bleibt zu hoffen, dass der Mann zukünftig seine Geschäfte dort macht, wo es die meisten Leute tun: auf einer Toilette.