Schorndorf

Kriminal- und Unfallstatistik 2016

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Symbolfoto. © Gabriel Habermann

Schorndorf ist noch sicherer geworden: Diese positive Nachricht hat der Leiter des Polizeireviers, Markus Jatzko, in den Gemeinderat mitgebracht und sie mit Zahlen unterlegt, die in fast allen Deliktsbereichen eine stark rückläufige Kriminalitätsentwicklung belegen. Teilweise werden Fünf-Jahres-Bestwerte erreicht, so auch bei der Häufigkeitsziffer, die Ausschlag über die Anzahl der auf 100 000 Einwohner hochgerechneten Straftaten gibt.


Die Unfallstatistik 2016 ist mit der Kriminalstatistik insofern vergleichbar, als einerseits die Tendenz grundsätzlich und bei den meisten Unfallarten und Unfallbetroffenen rückläufig ist, als es andererseits aber auch Ausnahmen und Ausreißer nach oben gibt.

Schulwegunfälle haben zugenommen

Letzteres gilt für die Schulwegunfälle und für die Unfälle mit Fußgängern. Die Schulwegunfälle haben gegenüber dem Jahr 2015 von fünf auf elf Unfälle zugenommen, im selben Maße ist auch die Zahl der Personenschäden gestiegen, wobei es zum Glück keine Schwerverletzten und keine Toten gegeben hat.

Bei den Unfällen, in die Fußgänger verwickelt waren, vermeldet die Statistik im Vergleich zu 2015 eine Zunahme von 25 auf 32 Unfälle und von 24 auf 30 Personenschäden, wobei die Zahl der Schwerverletzten im Vergleich zum Vorjahr mit vier schwer verletzten Personen gleich geblieben ist.

Die Gesamtzahl der Unfälle im Stadtgebiet ist rückläufig

Rückläufig ist die Gesamtzahl der im Stadtgebiet registrierten Unfälle (von 548 auf 528), wobei sich dieser Trend auch bei den Personenschäden (von 140 auf 127) und bei den Schwerverletzten (von 30 auf 25) ablesen lässt. Lediglich bei den Leichtverletzten ist eine leichte Zunahme (von 127 auf 130) zu verzeichnen.

Ähnlich sieht’s bei den Unfällen auf der B 29 aus mit einem Rückgang von 21 auf 19 Unfällen. Aus dem Trend fällt da die Steigerung bei den Schwerverletzten von null auf zwei Personen. Die Unfälle innerorts haben im Vergleich der Jahre 2015 und 201 von 485 auf 467 abgenommen, wobei es auch da deutlich weniger Schwerverletzte (Rückgang von 22 auf 15) und im Gegensatz zu 2015 auch keine getötete Person gegeben hat.

Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss

Ebenfall weniger geworden sind die Unfälle mit Radfahrern (Abnahme von 48 auf 40) und mit Motorrädern (von 28 auf 19). Bei beiden Unfallarten sind 2016 auch merklich weniger Verletzte zu beklagen als im Jahr zuvor. Und schließlich ist auch die Zahl der Unfallfluchten zurückgegangen, nämlich von 293 auf 164. Aufgeklärt worden sind 105 Fälle, 2015 waren 100 Fälle aufgeklärt worden.

So gut wie keine Unterschiede weist die Statistik für die Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss aus, deren Anzahl mit 20 gleich geblieben ist. Mit Blick auf die Unfallzahlen hat sich FDP/FW-Fraktionschef Peter Erdmann nach den Unfallzahlen für die Kreuzung Arnold-Brücke (Benz-Straße)/Nicolaus-Otto-Straße erkundigt, bei der manche ja im Gegensatz zu seiner Fraktion für eine Ampelregelung seien.

Mit jeweils elf, wenn auch überwiegend nicht schweren Unfällen in den letzten Jahren handle es sich bei dieser Kreuzung um einen polizeilich anerkannten Unfallschwerpunkt, sagte der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich und kündigte an, dass, nachdem alle anderen Maßnahmen nichts geholfen hätten, der Oberbürgermeister und er jetzt entschieden hätten, dass die Ampelanlage in diesem Bereich in absehbarer Zeit reaktiviert wird. Kostenpunkt: rund 40 000 Euro.


Ganz spontan hat Oberbürgermeister Matthias Klopfer die von CDU-Fraktionschef Hermann Beutel gestellte Frage nach einem Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen beantwortet: „Mich würde viel mehr interessieren, warum man unter der grün-schwarzen Landesregierung 24 Stunden nachtanken kann“, meinte Klopfer und bekam sowohl von Grünen-Faktionschef Werner Neher („Ich verstehe das auch nicht“) als auch von SPD-Fraktionschef Thomas Berger recht.

„Das Verbot, Alkohol nach 22 Uhr zu verkaufen, wieder aufzuheben, ist ein halber Skandal“, meinte Berger. Schlecht stehen aus Sicht von Markus Jatzko die Chancen für eine Videoüberwachung zum Beispiel im Bereich des Bahnhofs. „Das erfordert einen Kriminalitätsschwerpunkt über einen längeren Zeitraum hinweg, und den haben wir hier nicht“, sagte der Leiter des Polizeireviers Schorndorf auf Nachfrage von Matthias Klopfer.


Allergisch reagierte FDP/FW-Stadt Gerhard Nickel auch in seiner Eigenschaft als Centro-Vorsitzender, als der Erste Bürgermeister Edgar Hemmerich die in der Kriminalstatistik erwähnten Straftatsfelder um die Terrorgefahr ergänzte, die es ganz gezielt im Hinblick auf die SchoWo ins Blickfeld zu nehmen gelte.

„Unserer Veranstaltungen in Schorndorf sind sicher, sie müssen nicht sicherer werden“, gab Nickel dem Ersten Bürgermeister zu verstehen. Ein entsprechendes Sicherheitskonzept soll dem Schorndorfer Gemeinderat in der Sitzung am 22. Juni vorgelegt werden. Markus Jatzko kündigte schon mal „eine wohlabgewogene Lösung“ an.